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Rezension - Die Dämonen

Tobias O. Meissner
Die Dämonen
Titelbild: William Paquet
Karte: Erhard Ringer

Fantasy, Paperback
Piper Verlag München, Juli 2008
461 Seiten / 14,90 €
ISBN: 9783492701457

Der junge Minten Liago hat ein großes Problem, denn sein Zuhause wird gerade mit einer Gefängniszelle getauscht. Nach einem Gasthausbesuch wacht er in einer Umgebung auf, die er weder kennt, noch wo er sich überhaupt aufhalten sollte. Dieser dumme Zufall sorgt dafür, dass sein Studium erst einmal flöten geht und er für vier Jahre in den Knast wandert. Autor und Schicksal, oder auch der Autor als Schicksal, hat es anders vorgesehen. Liago wird aus dem Kerker heraus geholt und zu einem Faustkämpfer ausgebildet. Das gehört so. Die Karriereleiter steigt er alsbald in die Höhe.
Gleichzeitig gelingt es den beiden Dämonen Irathindur und Gäus die Flucht aus dem Schlund. Der seit undenklichen Zeiten bestehende Dämonenschlund ist das erzwungene Zuhause der Dämonen. Denn König Orison, der Namensgeber des Landes mit den neun Baronien, konnte während des großen Krieges gegen die Dämonen, selbige dorthin verbannen. Dies ist Generationen, viele Generationen vorbei. Daher ist die Aufmerksamkeit der Menschen eher auf sich selbst, statt auf die Dämonen in ihrem Schlund gerichtet. Aus diesem Grund gelingt, wie eingangs erwähnt, die Flucht.
Die beiden Dämonen schlüpfen in die Körper der Baroness Meridienn den Dauren und von König Tenmac dem Dritten. Zuerst geht es den beiden Dämonen recht gut, denn nun steht ihnen die Lebenskraft der Menschen zur Verfügung. Das pulsierende Leben, das sie so lange vermissen mussten. Sie genießen, wenn man es bei Dämonen so bezeichnen kann, das Leben in vollen Zügen. Mensch sein hat eben doch etwas. Zufriedenheit, Erfolg und Glückseligkeit sind Dinge, die Dämonen schon immer vermissten. Doch dann reagieren sie auch langsam etwas menschlicher. Sie sind nicht unbedingt gerecht und liebenswert. Die dunklen Seiten des Menschen, also die Positivseiten der Dämonen, kommen so langsam durch. Und der Streit, der Hader, der Dämonen liebste Beschäftigung sorgt dafür, dass die Welt zu klein wird. So ähnlich wie bei den »Boomtown Rats«: this town is not big enough for the both of us. Also muss einer der Dämonen gehen, und zwar nicht freiwillig.

Die Handlung ist sehr geradlinig, vorhersehbar und die Charaktere eher austauschbar. Aus den anfangs kuscheligen Dämonen werden im Lauf der Zeit diejenigen, die man erwartet und aus den Menschen werden Spielbälle und weniger Handlungsträger. Das Buch selbst hält über den ganzen Zeitraum den lockeren, leicht ironischen Stil durch, die es den Leser leicht macht, der Geschichte zu folgen. Das Buch kann man durchaus in drei Abteilungen einteilen. Ein netter Beginn, ein spannender Mittelteil und eine heftige Schlacht. Tobias O. Meissner macht aus »Die Dämonen« ein fesselndes Fantasy-Abenteuer. Zum Ende des Buches ein wenig zu philosophisch.

Bewertung:



© Erik Schreiber

 

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