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Rezension - Das Schicksal der Halblinge

Mel Odom
Das Schicksal der Halblinge

Fantasy, Paperback
Blanvalet, München, August 2009
862 Seiten/ 15,00 €
ISBN: 9783442369607

Edeltocht Lampenzünder befindet sich zwar noch immer auf seiner Reise, seinem Abenteuer mit dem Buch der Zeit, dennoch steht er im Mittelpunkt des 4. Bandes der Halblinge. Mit dem Schicksal der Halblinge kehrt Mel Odom zu früheren Abenteuern des ehemaligen Bibliothekars 2. Ranges zurück, die bisher im Verborgenen geblieben und nicht zum Abschluss gebracht worden waren. Nun ist es an Kruk, die Aufgabe zu erfüllen.
Vor vielen Jahren wurde Tocht dazu auserkoren, drei magische Waffen zu finden, mit denen einst die Allianz der freien Völker Lord Khadaver vernichtet hatte. Tocht hatte seine Erlebnisse in drei Tagebüchern niedergeschrieben, die es nun zu finden und zu entschlüsseln gilt, denn die magischen Waffen wurden von Tocht damals zwar entdeckt, doch er konnte sie nicht in seinen Besitz bringen.
Nun ist es an Kruk, Tochts Mission zu vollenden, denn die Kobolde beginnen wieder verstärkt, sich zu organisieren. Nachdem Kruk sich dafür eingesetzt hat, dass das Wissen aus den Büchern der Bibliothek allen bekannten Wissens jedem zugänglich gemacht werden müsse, bricht er alsbald mit seinen Freunden auf, um Tochts Tagebücher zu finden und zu entschlüsseln. Zu seinen Begleitern gehören der Magier Kray und sein Freund Raisho. Auf der Einäugigen Peggy verlassen sie Graudämmermoor.
Als Kruk die Bücher nacheinander liest, ist er seinem alten Lehrer näher als jemals zuvor. Tochts Abenteuer ziehen ihn in seinen Bann und er erkennt bald, dass es nun in seinen Händen liegt, die Mächte der Finsternis zu bannen, damit sie nicht noch einmal die Herrschaft übernehmen können.

Mit dem Schicksal der Halblinge wird die Handlung aus den ersten Bänden zwar kaum voran getrieben, dafür erhält der Leser einen weiteren tiefen Einblick in die Vergangenheit von Edeltocht Lampenzünder und insbesondere von Kray, dem Zauberer. Durch die Suche nach den drei Waffen, die in drei Abenteuern ausführlich und spannend beschrieben wird, bringt uns der Autor gerade den Zauberer näher. Sein Wesen, seine Motive aber auch sein Verhältnis zu den Halblingen werden deutlich gemacht, genauso wie ein Teil seiner Vergangenheit. Die Vergangenheit des Zauberers ist dabei aber auch immer ein Stück Vergangenheit der ganzen Welt und Zeit und gab dadurch tiefe Einblicke in die Komplexität der Kulisse dieser Romane.
Kruks Suche nach den Tagebüchern von Tocht bildet den Rahmen der Handlung dieses vierten Bandes. Der Kern aber sind Tochts Tagebücher selbst, in denen er drei seiner frühen Abenteuer beschreibt, die mich als Leser in ihren Bann zogen. Wieder einmal wird deutlich, wozu die kleinen, unscheinbaren Halblinge in der Lage sind. Dabei wirkte nichts übertrieben, denn als Leser hatte ich nicht nur Anteil an Tochts Erfolgen, sondern auch an seinen Ängsten und Zweifeln. Und natürlich an seinem Scharfsinn. Damit lasen sich die Tagebücher wie drei eigenständige Romane, der jeder für sich über einen gewaltigen Spannungsbogen verfügte. Aber auch die Verbindungsszenen, in denen Kruk die Bücher findet und entschlüsselt, sind nicht minder lesenswert. Wobei mir dabei besonders gefallen hat, dass Raisho eine große Rolle zugedacht wurde. Mit dieser Figur ist Mel Odom meines Erachtens eine der interessantesten Charakterisierungen in seiner Serie gelungen.
Ebenfalls erwähnenswert finde ich die Verknüpfungen zu den ersten Abenteuern der Halblinge. Mel Odom hat scheinbar keine Figur umsonst erschaffen, sie alle spielen zu gegebener Zeit wieder mehr oder weniger eine Rolle. Auch das macht bei der Serie um die Halblinge den Reiz des Lesens aus, man wartet unterdessen schon darauf, wer wann wieder in Aktion tritt.
Alles in allem ist »Das Schicksal der Halblinge« ein würdiger Folgeband zu den ersten drei Abenteuern, besonders unter dem Aspekt, dass er einige Lücken schließt, die mir als Leser Verständnis bringen für die große Geschichte der Zeit, die sich in der Welt der Halblinge abgespielt hat. Bei Tochts Aufzeichnungen ging es nicht darum, dass er überlebt, sondern wie, und vor allem wie er dabei seine Aufgaben meistert. Dabei ist es dem Autor sehr gut gelungen, Spannung aufzubauen, die mich die 862 Seiten binnen kürzester Zeit haben verschlingen lassen.

Bewertung:



© Anke Brandt

 

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