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Rezension - Bluttrinker

Stephan R. Bellem
Bluttrinker

Fantasy, Paperback
Otherworld im Verlag Carl Ueberreuter GmbH, Januar 2010
435 Seiten/ 16,95 €
ISBN: 9783800095155

Stephan Bellem entführt die Leser in die Zeit ca. 300 Jahre vor der Handlung der »Chroniken des Paladins«. Es ist die Zeit, in der sich der Krieger Andrul zum Sohn der Dunkelheit – Karandras – aufschwingt und Angst und Schrecken über Kanduras bringt. Der in die Niederhöllen verbannte Gott Aurelion ergreift Besitz von Andrul und macht ihn zu seinem Diener und Handwerkszeug. Doch dabei hat er eines nicht bedacht, wo Schatten erscheinen, muss zwangsläufig auch Licht sein. Licht in Gestalt von Throndimar, dessen Motive zwar aus Rache erwachsen, der jedoch das Spiel der Dunkelheit noch zur rechten Zeit erkennt. Außer Karandras hat Throndimar aber noch eine weitere Gegenspielerin, Iphelia, Fürstin der Telphari, die ihre ganz eigenen Ziele verfolgt, dabei der Dunkelheit jedoch in die Hände spielt.
Aber Throndimar muss seinen Rachefeldzug nicht allein durchführen. Ihm stehen der Elf Faeron, die Söldnerin Jhenrid, der Schmied Unlar, der Magier Gordan und der Chronist Rhelon zur Seite.

»Bluttrinker« ist die Vorgeschichte der »Chroniken des Paladins«. Wie bei fast allen Vorgeschichten, die im Nachhinein erscheinen, ist dem Leser das Ende weitestgehend bekannt, so auch hier. Stephan Bellem gab in den »Chroniken des Paladins« schon einige Hinweise auf die Zeit von »Bluttrinker«, sodass das Ende des Romans keine großartigen Überraschungen bergen kann. Doch darum ging es in diesem Buch für die Leser der »Chroniken des Paladins« auch nicht. Mit »Bluttrinker« schließt der Autor Lücken, beantwortet Fragen, die in den Chroniken offen geblieben sind. Und diese Aufgabe löst Stephan Bellem wahrlich meisterhaft.
Während der Lektüre vergaß ich als Leser an vielen Stellen, dass ich den Schluss ja eigentlich schon kenne, denn Stephan Bellem ließ mich auch in »Bluttrinker« wieder vollends in den Handlungsort und das Geschehen eintauchen. Die Charakterisierung der Protagonisten und die Beschreibungen der Handlungsorte waren wie eine Rückkehr für mich, wie eine zweite Reise an einen Ort, den man beim ersten Besuch gar nicht vollständig erkunden konnte. Nun werden viele Details erläutert, viele Dinge geklärt, doch Stephan Bellem bleibt ein »geheimnisvoller« Autor, denn auch »Bluttrinker« ist wieder gespickt mit kleinen Andeutungen und Anspielungen, die er zunächst offen lässt.
Auffallend bei »Bluttrinker« war die enorme Steigerung der Qualität insgesamt. Stephan Bellem hat sich schriftstellerisch weiterentwickelt, was an der Sprache und am Erzählstil sehr deutlich wird. Er blieb seinem recht einfachen Handlungsmuster treu, setzte dieses jedoch sehr anspruchsvoll um. Auch beim Layout, Korrektorat und Lektorat ist eine professionelle Entwicklung offensichtlich geworden. All das und dazu wieder eine Handlung, die der ursprünglichen Erklärung des Begriffes Fantasy gerecht wird, machte die Lektüre von »Bluttrinker« zu einem wunderbaren Leseerlebnis, welches durch die Karte von Joseph Koó und die Kandurische Chronik am Ende des Buches abgerundet wird.

Fazit:
Stephan Bellem bleibt sich und seinen Lesern treu. Mit dem Roman »Bluttrinker« zeigt sich, dass er als Autor eine enorm positive und professionelle Entwicklung genommen hat, mit der er sich einen Platz neben all den bekannten Größen der deutschen Fantasyliteratur erschrieben hat.
Und wer wissen möchte, wie sich richtig gute klassische Fantasy liest, sollte unbedingt zu diesem Buch greifen.

Bewertung:



© Anke Brandt

 

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