Andreas Dresen
Ava und die STADT des schwarzen Engels. Ein STADTroman.
Urban Fantasy, Paperback
ACABUS Verlag, Hamburg, Februar 2011
200 Seiten / 12,90 €
ISBN: 9783862820023
In der von der Außenwelt abgeschnittenen STADT gibt es zwei Wirklichkeitswelten: die der Menschen und noch eine andere, von Magie beseelte Welt.
Zu dieser magischen Welt gehört auch der Schwertler (und leidenschaftliche Hobbykoch) Fahrat, der eigentlich einiges gewöhnt ist. Als er aber mitten in einer Menschenansammlung einen Golem entdeckt, ist auch er mehr als verwundert. Er verfolgt das Wesen und trifft dabei auf die junge Menschenfrau Ava, die frisch aus der Psychiatrie entlassen wurde. Sie behauptet, ein Engel hätte ihre neugeborenen Zwillinge geraubt. Tatsächlich stellt sich heraus, dass der schwarze Engel Morton, der Vizekanzler der STADT, einer Prophezeiung folgend die Babys geraubt hat – und nun gibt er den Befehl, Ava aus dem Weg zu räumen.
Scharenweise verfolgt von Monstern, flieht Fahrat mit der jungen Mutter. Es steht nicht gut um die beiden, doch zum Glück haben sie Verbündete wie die rachsüchtige LKW-Chimäre Manfred oder den jungen Priester Foren, der zur Not auch mal eine Wassergöttin aus einem Swimming Pool beschwört…
Mit Ava und die STADT des schwarzen Engels, dem Auftakt einer Reihe, ist Andreas Dresen im Acabus-Verlag ein unterhaltsames Debüt gelungen. Der angenehme Schreib- und Erzählstil des Autors sowie der mitunter trockene Humor lassen einen den Roman flüssig durchlesen, auch die ungewöhnliche Handlung weiß zu überzeugen. Allerdings hat man vor allem zum Ende hin häufig das Gefühl, dass Dresen ruhig noch etwas mehr ins Detail hätte gehen können. So werden viele Aktionen ziemlich hastig und übereilt abgehandelt, Beschreibungen von Handlungen und Orten wirken stark verkürzt und viele der Charaktere kommen nicht richtig zum Zuge, wodurch es manchmal schwer fällt, richtig mit ihnen mitzufiebern. Dem gegenüber stehen aber auch sehr sympathische Charaktere wie Fahrat oder Foren, die auch ohne viel Hintergrund zu überzeugen wissen.
Positiv erwähnt werden muss zudem der Ideenreichtum, mit dem Dresen an die Gestaltung seiner Parallelwelt herangeht. Zwar ist es dann gerade hier schade, dass nicht noch etwas mehr Informationen zur STADT und ihren skurrilen Bewohnern gegeben werden. So wirkt die Gestaltung sehr willkürlich, was sich aber so erklären lässt, dass man eben wie Ava einfach ohne große Erklärungen in diese Welt hineingestoßen wird und sich da erstmal zurecht finden muss, was dem Ganzen wiederum eine gewisse Lebendigkeit verleiht. Außerdem hat der Autor in den Folgebänden noch die Chance, seine Welt auszugestalten. Amüsantes Kopfkino bietet er aber auch schon so.
Insgesamt also ein gelungener Debütroman mit Ausbaupotenzial, vergleichbar mit Büchern wie Bernhard Hennens Nebenan oder vom Humor her dem ersten Band von Alan Dean Fosters Bannsänger-Zyklus.
Sehr positiv fällt übrigens die Gestaltung durch den Verlag auf. Das Cover ist schlicht preisverdächtig, der anderthalbzeilige Druck lässt sich angenehm lesen und der Einband hält auch einiges aus.
Fazit:
Mit diesem Roman liegt ein hoffnungsvolles Romandebüt vor, das vor allem durch die Handlung und den flüssigen Erzählstil überzeugen kann. Allerdings bleibt auch zu hoffen, dass der Autor sich in den Fortsetzungen insbesondere seinen Charakteren noch mehr widmet.
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