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Kinder-/Jugend-Fantasy, Taschenbuch Die Festung der Menschen, die Nachtburg, ist in Gefahr. Die wolfsartigen Kaimare wollen angreifen und die Bewohner der Burg hätten keine Chance, wäre Königin Roxane nicht eine List einfallen: Sie lässt ein junges Seeungeheuer fangen, das die Festung gegen die Übermacht der Angreifer verteidigen soll. Es kommt zum finalen Kampf, in dem Kaimaren-König Ragnarik als Feuer speiender Drache und das Seeungeheuer mit Eisatem namens »Green Devil« aufeinandertreffen ... Die Leipziger Buchmesse ist öfter mal für eine Überraschung gut. So entdeckte ich bei meinen Streifzügen durch die Hallen den Dessauer Machtwortverlag, der dort sein aktuelles Programm präsentierte und mit einer »Autoren gesucht!«-Kampagne auf sich aufmerksam machte. Der Erfahrenere unter den Lesern ahnt es schon: Bei Machtwort handelt es sich um einen Druckkostenzuschlag-Verlag, also um einen Verlag, bei dem Autoren zur Veröffentlichung ihres Werkes oftmals nicht geringe Summen dazuzahlen müssen. Machtwort hebt sich aber von anderen Verlagen dieser manchmal etwas zwielichtigen Gattung dadurch ab, dass er sich nicht hinter unverständlichen Floskeln versteckt und laut Internetseite (www.machtwortverlag.de) längst nicht alles veröffentlicht, was ihm angeboten wird. Ein ausführliches Eingangslektorat beurteilt Manuskripte und es wird erst dann entschieden, ob das Werk in den Verlag passt und eine Veröffentlichung Sinn macht. Demnach hat »Green Devil« es bis zur Drucklegung geschafft – und das zurecht. Wenn man sich das junge Alter der Autorin Anna Elisa Theumer aus Chemnitz vor Augen hält – sie ist Jahrgang 1997! – ist das mit 62 Seiten recht kurze und mit 6,50 Euro recht teure Büchlein, dass rein äußerlich ein wenig an Reclam-Heft-Schullektüre erinnert, eine beachtliche Leistung. Inhaltlich hat sich das Mädchen von einem Traum inspirieren lassen, den sie im Alter von neun Jahren hatte. Sie schrieb die Geschichte auf und gestaltete sie immer weiter aus, bis »Green Devil« schließlich fertig war. Stilistisch darf man an den kurzen Text natürlich keine großen Anforderungen stellen. Hier schwankt die Ausdrucksweise der Autorin zwischen kindlich-naiver Ich-Erzähler-Perspektive und schon erstaunlich reif klingenden Formulierungen. Inwieweit an dieser Stelle ein Lektorat in den Text eingegriffen hat, kann man nur vermuten, auch wenn sich noch zwei bis drei krasse Wortfehler im Büchlein verstecken. Doch das fällt nicht weiter ins Gewicht, denn Anna Elisa Theumer versteht es, den Leser gut zu unterhalten. Sie bleibt dabei nicht immer ganz logisch und stringent - das Seeungeheuer wächst unglaublich schnell und einige Ideen, wie zum Beispiel, dass das Seeungeheuer auf die Farbe gelb aggressiv reagiert, sind zwar nett, bremsen das Erzähltempo aber an der ein oder anderen Stelle ziemlich ab. Nichtsdestotrotz gibt sich die junge Autorin Mühe, auch Nebenfiguren wie der Königin etwas Profil zu verleihen und sogar einen kurzen Absatz darüber zu verfassen, warum die Kaimare entstanden sind und sie die Menschen angreifen wollen. Das verleiht der Story einen insgesamt runden Eindruck. Auch die selbst gemalten und schwarz-weiß gedruckten Bilder im Büchlein sowie das Cover stammen von Anna Elisa Theumer und illustrieren auf putzige Art das Geschehen ihrer Geschichte.
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