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Dieses Buch in Worte zu fassen, ist nicht einfach, denn eine stringente Handlung gibt es vom Beginn des Buches an nicht. Viele Kurzgeschichten, die die Stadt Fairwater aus der Sicht der verschiedenen Bewohner beschreiben, entwickeln langsam über das Buch hinweg mosaikartig ein Bild über Ereignisse, Stimmungen und Schwingungen der Stadt und ihrer Bewohner. Aus verschiedensten Blickwinkeln und unter verschiedensten Gesichtspunkten kreisen die Kurzgeschichten um den geheimis-umwitterten Industriellen Cosmo van Bergen, dem »Herrscher« des Venedigs von Maryland, seiner Tochter Stella, die lange im Koma lag, und dem Träumer Marvin. Wie gehen die Zusammenhänge des Verbrechens, dem Stella zum Opfer fiel, einher? Einige Bewohner scheinen etwas darüber zu wissen – oder zumindest zu ahnen, und kaum einer der Bewohner scheint nur die eingängige Realität vor Augen zu haben. Vielen ist eine erweiterte, vielleicht verrückte, vielleicht erweiterte Sicht der Dinge zu Eigen. In ihren Geschichten kristallisieren sich relevante und verwirrende Ereignisse und verknüpfen sich so zu einem Netz von Möglichkeiten, welche Zugang zu den geheimnisvollen Ereignissen einer furchtbaren Nacht gewähren können. Nicht umsonst ist dieses Buch für den Phantastikpreis 2008 nominiert worden. Die Stadt Fairwater scheint direkt aus einem Film Noir entsprungen zu sein, ihre Bewohner sind skurril, eigenartig und gut gezeichnet. Ein sehr gelungenes Debut, welches allerdings konzentriertes Lesen und Mitarbeiten verlangt. Wer einfach konsumiert, wird sich schnell in den Geschichten verlieren und versteckte Zusammenhänge nicht erkennen – was den Spaß an der Sache stark mindern dürfte. Auch wenn es hier nicht ausschließlich um das detektivische Lösen eines Verbrechens und Richtig oder Falsch geht, findet man am Ende des Buches eine sehr hilfreiche Chronik und Dramatis Personae, welche aber der Spannung wegen wirklich erst am Ende gelesen werden sollten. Einziger kleiner Wermutstropfen ist, dass es der Autor stellenweise mit intertextuellen Bezügen etwas übertreibt (jaaa, Herr Plaschka, ich glaube Ihnen: Sie sind sehr schlau!). Davon abgesehen bleibt das Buch für Leser, die sich gerne herausfordern lassen, eine Lektüre, deren Kauf sie ganz sicher nicht bereuen.
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