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Rezension - Dhelian - Die andere Wirklichkeit

Norma Feye
Dhelian - Die andere Wirklichkeit
TOMA Edition

Fantasy, Taschenbuch
Papierfresserchens MTM Verlag, Bodolz, April 2009
348 Seiten / 12,90 €
ISBN: 9783940367372

Die Medizinstudentin Naomi führt seit ihrer frühen Kindheit ein Doppelleben – wenn sie in unserer Welt einschläft, erwacht sie in Dhelian, einer gänzlich anderen, fantastischen Welt. Die Freundschaft, die sie seit ihrem ersten Auftauchen in Dhelian mit dem Prinzen des Landes verbindet, ist zwar wegen ihrer Herkunft ein Geheimnis. Trotzdem verbringen sie viel Zeit miteinander und Naomi lernt die Sitten und Gebräuche des Landes kennen. Nicht nur das, sie bekommt von Siawn auch die den Männern vorbehaltenen Gepflogenheiten im Schwertkampf, im Gegenzug diskutiert sie moderne Gedanken aus ihrer Welt mit dem Prinzen.
Doch kaum sind die beiden erwachsen geworden, treffen sie auf Erwachsenenprobleme mit aller Härte. Siawn wird der Thron streitig gemacht, und in einer Vision sieht Naomi, wie er von Pfeilen niedergestreckt im Thronsaal liegt. In Folge der Vision erleidet Naomi einen schweren Autounfall. In dieser Welt im Koma erwacht sie in Dhelian und macht sich auf, dem Mörder ihres Freundes gehörig das Handwerk zu legen. Als Kennerin des Landes hat sie dabei einige Vorteile, die sie auch voll ausspielt. Denn die Tatsache, eine Frau zu sein ist in Dhelian schon Hindernis genug. Geschickt bahnt sie sich jedoch einen Weg durch die Ränkespiele am Hof des neuen Königs, immer mit der bangen Frage im Hinterkopf, ob ihr jemals wieder die Rückkehr in ihre eigene Welt gelingen wird und wenn ja, in welchem Zustand sie dann sein wird.

Die Abenteuer einer Grenzgängerin zwischen den Welten sind hie das Thema. Anders als sonst begleitet man aber nicht einer Person, die mit der neuen Welt, in die sie katapultiert wurde, völlig unvertraut ist. Naomi kennt sich in der Zweitheimat gut aus, politisch und gesellschaftlich. Das hat für den Leser den Vorteil, dass er Naomi nicht beim anfänglichen hilflosen Herumstolpern begleitet, sondern wie mit einer Einheimischen reist, die trotzdem die Prägungen unserer Welt mitgemacht hat. Trotzdem hatte ich an manchen Stellen den Eindruck, dass es bei den ganzen Ränkespielen und Kulturunterschieden etwas zu glatt für Naomi läuft. Ihre Position im Rat ist zum Beispiel nur durch einige Ratsmitglieder gefährdet, bei den meisten hat sie keinerlei Probleme, ihre Ideen und Gedanken anzubringen und gehört zu werden – obwohl fast niemand weiß, wer sie eigentlich ist und Frauen nicht einmal ungefragt Männer ansprechen dürfen. Das ist aber auch schon der einzige Wermutstropfen, den ich finden konnte. Die Geschichte ist nichts Neues, aber spannend erzählt und wartet mit guten Ideen auf, sodass es wirklich schwerfällt, das Buch aus der Hand zu legen.

Fazit:
»Dhelian« ist also ein gelungenes Werk, das an manchen Stellen noch ausführlicher in die Thematik hätte einsteigen können. Aber vielleicht ist das ja für eine Fortsetzung vorgesehen.

Copyright © 2010 by Rebecca Hagelmoser

 

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