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Fantasy, Taschenbuch Der Kontinent Kanduras steht am Rande des Abgrunds. Tharador und seine Gefährten konnten nicht verhindern, dass das »Buch Karand«, jenes magische Artefakt, das seinem Besitzer eine fast gottgleiche Aura und Macht verleiht, von seinem Versteck in den Überresten von Karandras Festung in den Bergen entwendet wird. Nicht nur das – Calissa, Orkkönig Ul’goth, Berserker-Zwergenprinz Khalldeg und Elf Faeron müssen sogar davon ausgehen, dass der Paladin den letzten Kampf nicht überlebt hat, da von ihm keine Spur zu entdecken ist. Verfolgt von den Gnomen, die unter der neuen Herrschaft des Herold des Aurelion Pharg’inyon, der sich in Dergerons Körper festgesetzt hat, das Heer Richtung der Hafenstadt Berenth ziehen lässt, fliehen die Freunde. Mithilfe des Ork-Schamanen Nnelg können sie jedoch erfahren, dass Tharador noch lebt. Dieser sitzt in der Stadt Totenfels in einem Verlies und erfährt von seinem Mitgefangenen, dem Chronisten Rhelon mehr über die Vergangenheit Kanduras – und seine eigene Abstammung und die Aufgaben, die noch vor ihm liegen. Auch Cordovan und Dezlot, der junge Magier, kommen bei ihrer Suche nach dem Mörder des Magiers Gordan immer mehr auf die Schliche einer Verschwörung, die anscheinend bis in die obersten Reihen der Kleriker reicht. Im Süden, in der von Orks belagerten Stadt Surdan, versuchen sich Menschen und Orks mal mehr und mal weniger friedlich miteinander zu arrangieren, dennoch bemühen sich alle redlich, den von Ul’goth angestrebten Frieden zu wahren, auch wenn jahrhundertealte Ressentiments zwischen den beiden Rassen vorherrschen. Schließlich können die Freunde Tharador nach einem Abstecher zur »Eisnadel«, der Heimat der Zwerge, befreien. An der Aktion ist ein kleiner magisch begabter Goblin namens SnikSnik nicht ganz unbeteiligt. Alles läuft auf die finale Konfrontation der dunklen Mächte geben die vereinten Völker des Guten hinaus. Während Pharg’inyon/Dergeron zusammen mit den Gnomen auf Berenth marschiert, und dabei die Macht des »Buchs Karand« entfesselt wird, wobei eine ganze Region mit Tausenden von Einwohnern unter dem Einfluss der Macht zu einem gewaltigen Heer mutiert, verschanzen sich Tharador und Konsorten in der Festung. Von Süden nähert sich die unverhoffte Verstärkung in Gestalt von Orktruppen, von Osten kommt eine Streitmacht von Zwergen zu Hilfe. Und doch reicht das alles nicht aus, um das Böse zu stoppen. Tharador muss sich ein letztes Mal auf seine speziellen Kräfte und das Licht des Paladins besinnen, um eine Chance zu erhalten, diejenigen, die er liebt, vor der Verdammnis zu retten ... Mit »Das Buch Karand« schließt der deutsche Fantasy-Autor seine Trilogie »Die Chroniken des Paladins« nach den beiden ersten Teilen »Tharador« und »Das Amulett« fulminant ab. Über 1000 Seiten haben wir den Sohn eines Engels und einer Sterblichen nun bei seinem Kampf gegen das Böse begleitet und konnten dabei nicht nur seine Abenteuer erleben, sondern auch mitentdecken, wie sich die Geschichte und der Background des Kontinenten Kanduras immer weiter offenbarten und entwickelten. Diese unglaublich reichhaltige Welt, die immer wieder nicht nur zwischen den Zeilen durchscheint, bietet noch viel Stoff für unzählige Geschichten, und so ist es kaum verwunderlich, dass Stephan R. Bellem – soviel hat er schon angekündigt - eines Tages wieder über sie schreiben wird. Mehr zu Stephan R. Bellem und den »Chroniken des Paladins« in unserem ausführlichen Interview hier beim Geisterspiegel.
© Sascha Vennemann |
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| Fantasy, Taschenbuch Das Buch Karand wurde gefunden, doch es gelangt in die falschen Hände. Die Gefährten um den Berserkerzwerg Khalldeg machen sich auf den Weg, die Todfelsen zu bezwingen, denn sie vermuten das Buch ebenso wie einen ihrer verschollenen Kameraden in Totenfels. Jedoch gestaltet sich der Weg durch das Gebirge schwieriger als angenommen, denn die Gnome sind ihnen dicht auf den Fersen. Als die Verzweiflung beinahe unerträglich wird, erhalten sie Hilfe von unerwarteter Seite. Nnelg, der Orkschamane, den Ul`goth aus jungen Jahren kennt, bietet der Gruppe Schutz. Der 3. Teil der Chroniken des Paladins beginnt mit der Darstellung der verzweifelten Lage, mit der Stephan Bellem seine Leser am Ende des 2. Bandes zurückgelassen hat. Und er zieht den Leser Stück für Stück in die aussichtslose Lage mit hinein. Zunächst scheint es keine Hoffnung zu geben, doch dann betreten neue Protagonisten, allen voran Nnelg und SnikSnik sowie der Chronist Rhelon, das Geschehen. Mit den neuen Figuren wendet sich das Blatt und die düstere Atmosphäre, die den ersten Teil des Buches einnimmt, geht über in das langsame Einläuten des finalen Abschlusses. Durch das hohe Tempo, welches der Autor in den ersten beiden Büchern vorgelegt hatte, erschien mir der Anfang des 3. Teils zunächst sehr zäh. Ähnlich wie der Anfang des Herrn der Ringe, dessen Bedeutung auch erst im weiteren Verlauf der Handlung offensichtlich wird. So auch im Buch Karand. Stephan Bellem lässt sich viel Zeit, das Finale vorzubereiten. Während des Lesens fehlte mir da manchmal etwas Abwechslung, doch im Nachhinein wirkten gerade diese düsteren Szenen sehr lange nach. Ohne sie wäre der Schluss nicht stimmig, und deshalb scheue ich an dieser Stelle mit einem Vergleich zum Herrn der Ringe auch nicht zurück. Jeder Leser wird einige Szenen aus Tolkiens Buch gerade beim ersten Lesen auch als langatmig und zäh empfunden haben, bis er das Werk als Ganzes verstand. Und ähnlich ging es mir mit dem 3. Band der Chroniken des Paladins. Allerdings wurde ich dann auch hier mit einem Finale belohnt, welches dramatischer kaum hätte sein können. Insgesamt betrachtet ist Stephan Bellem mit dem Buch Karand ein würdiger und spannender Abschluss der Trilogie gelungen, bei dem er gerade in der zweiten Hälfte des Buches noch einmal richtig Gas gibt. Die Handlungsstränge werden zusammengeführt, wobei ich bewundernswerterweise feststellen konnte, dass der Autor sich selbst bis zum Schluss treu geblieben ist. Auch beim Finale experimentiert er nicht, sondern zieht die Handlung so durch, wie er sie begonnen hat, klassische Fantasy ohne Wenn und Aber. Dass einige Dinge dadurch vorhersehbar wurden, nahm ich beim Lesen gern in Kauf, denn es war dieser erfrischende Stil des Autors, der mich restlos begeistert hat. Meine Erwartungen wurden mit dem Abschluss der Trilogie jedenfalls voll und ganz erfüllt.
© Anke Brandt |