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Rezension - Das Amulett

Stephan R. Bellem
Die Chroniken des Paladins 2
Das Amulett

Fantasy, Taschenbuch
Otherworld Verlag, Juni 2008
425 Seiten / 9,95 €
ISBN: 9783902607058

Nahtlos geht es mit der Handlung um Tharador und seine Gefährten im 2. Teil der Chroniken des Paladins weiter. Während sich die Lage im Süden des Kontinents etwas entspannt und die Orks und Menschen über Frieden verhandeln, schmiedet Dergeron eigene Pläne, um seine Rache zu vollenden und seine Macht auszubauen. Doch das muss er nicht allein tun, denn das Amulett und seine ihm innewohnende Macht bemächtigen sich seiner und leiten fortan Dergerons Handeln.
Unter den Orks kommt es zu Zwistigkeiten, die zur Folge haben, dass Ul’goth seine Königswürde und damit die Rolle des Anführers neu beweisen muss. Er wird verbannt, um diesen Beweis zu erbringen. Ul’goth leidet unter Schuldgefühlen, und um dieser Herr zu werden, will er seinen größten Fehler wiedergutmachen und den Anführer der Goblins, Crezik, töten. Denn es war Ul’goth, der die Goblins mit zum Angriff auf die Stadt Surdan nahm. Die Wege von Ul’goth, Tharador und seinen Freunden, aber auch der Weg der Goblins führt in die Trauerwälder. Dort kommt es zu Ul’goths ganz persönlichem Kampf, aber auch für Tharador, Faeron, Khalldeg und Calissa wird die Lage gefährlich. Doch die Trauerwälder bergen nicht nur Goblins, sondern noch jemanden, der den Gefährten offenbart, wie gefährlich das Buch Karand in Wirklichkeit ist.

So nahtlos, wie die Handlung weitergeht, so nahtlos kann ich auch an meine Rezension vom ersten Teil der Chroniken des Paladins anschließen. Die Handlung knüpft in der gleichen Qualität an Tharador an, wie ich es erhofft, aber auch erwartet hatte. Stephan Bellem hält sich nicht mit Rückblicken auf, sondern er treibt die Handlung sofort voran. Der Wechsel der Handlungsstränge kommt an den passenden Stellen, sodass er insgesamt ein hohes Tempo vorlegt, ohne dass dabei zunächst allzu viel passiert. Dafür werden die Charaktere weiter vertieft, insbesondere die Erklärung für Khalldegs Handeln beantwortet gleich zu Beginn ein paar offene Fragen aus dem ersten Band und erklärt seine Motivation. Auch die Einführung der neuen Charaktere halte ich für gelungen, allen voran Alynèa. Sie hat ganz eigene Gründe für ihr Tun, was der Handlung einen weiteren spannenden Aspekt verleiht.
»Das Amulett« birgt nach der finalen Schlacht des ersten Bandes zunächst etwas mehr Ruhe. Dennoch wird es nicht langweilig. Die Vorbereitungen auf die folgenden Ereignisse sind ebenso spannend wie die kommenden Kämpfe. Und die sind auch im 2. Teil wieder genau richtig dosiert und dabei doch ausreichend detailliert beschrieben.
Ich habe nun noch vor dem Schreiben dieser Rezension mit dem 3. Band der »Chroniken des Paladins« begonnen, einfach weil die Handlung mich sprichwörtlich gefangen nimmt. Ich kann auch an dieser Stelle wieder nur feststellen, dass Stephan Bellem genau die Art von Fantasy geschrieben hat, die mir am besten gefällt. Die Grundideen sind sicher alle schon mal da gewesen, aber die kleinen, feinen Unterschiede, die der Autor dann doch macht, wie zum Beispiel bei der Charakterisierung der Orks, machen die Chroniken dann doch wieder zu etwas ganz Besonderem.

Fazit:
Auch mit »Das Amulett« konnte mich Stephan Bellem restlos überzeugen. Er orientiert sich an klassischer Fantasy mit einer Konsequenz, mit der er sich selbst hohe Ansprüche gestellt hat und diese letztendlich genauso konsequent an den Leser weiter vermittelt. Ich bin froh, dass im 2. Teil kein Stilbruch erfolgte, sondern der Autor sich selbst treu geblieben ist und damit meine Erwartungen erfüllt hat.

Bewertung:



© Anke Brandt

 

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