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Brandon MullFabelheim Originaltitel: Fablehaven Originalverlag: Aladdin Aus dem Amerikanischen von Hans Link Fantasy, Hardcover mit Schutzumschlag Die 13jährige Kendra und ihr jüngerer Bruder Seth sind nicht gerade begeistert, als ihre Eltern, die auf eine Kreuzfahrt gehen müssen und die Kinder nicht dabei haben können, sie bei ihrem Opa abliefern. Der wohnt nämlich auf einem angelegenen Gelände mitten im Wald von Connecticut und hat mit Kindern sonst nichts am Hut. Doch schon bei der Ankunft entwickelt sich der erwartete langweilige Sommerferienaufenthalt in ein spannendes Abenteuer: Das Gelände ist mit Warnschildern gesichert, Opas Anwesen ist von einem wunderschönen Garten umgeben und er hat sogar zwei Bedienstete, die ihm bei geheimnisvollen Tätigkeiten zur Hand gehen. Leider dürfen sich Seth und Kendra nicht in den Wald begeben – dort soll man sich nämlich schnell verlaufen können und außerdem ist gerade Zeckensaison! Brandon Mulls Romanenserie »Fabelheim« wird in den USA schon als Nachfolger der berühmten Harry-Potter-Romane gefeiert. Bereits zwei weitere Fabelheim-Romane sind dort erschienen, der vierte Roman ist bereits fertiggestellt und steht ebenfalls bald in den Läden. Alle Romane haben es in die Bestsellerlisten geschafft, sodass Brandon Mull den Angestellten-Job schmiss und sich nun neben seiner Frau und seinen drei Kindern nur noch dem Schreiben widmen kann. »Fabelheim« ist ein Roman, der mit seiner eher kinderbuchartigen Sprache auch und vor allem jüngere Leser anspricht. Das war bei dem ersten Harry-Potter-Roman auch so. Jeder weiß aber in welche Richtung sich die Romane später entwickelten, weg vom Kinderbuchimage, hin zur einigermaßen bodenständigen Fantasy, die zusammen mit ihren jungen Lesern über sieben Jahre hinweg erwachsen wurde. Man kann dem Roman als Kritik vor allem eins vorwerfen: Er ist an sich ziemlich handlungsarm. Das merkt man aber kaum, denn fast das ganze Buch über sind wir zusammen mit Seth und Kendra auf Entdeckungsreise in diesem Reservat. Hinter jeder Ecke lauern andere Wesen mit anderen Eigenschaften, seien es nun Najaden, Golems, Oger, Trolle oder Satyre. Hauptsächlich geht es darum möglichst farbenfroh zu schildern, was für Kreaturen sich in »Fabelheim« tummeln. Alles andere ist bis zum Finale nur Nebenhandlung - so leider auch die Figuren. Wer erwartet, nach diesem kurzen und großzügig gedruckten Roman schon so gut mit Opa, Kendra, Scott und allen anderen Figuren vertraut zu sein, wie es in manch anderen Romanserien der Fall ist, der wird leider etwas hilflos zurückgelassen. Der Gegenspieler im Hintergrund, die Gesellschaft des Abendsterns, bleibt farblos und beinahe unbedrohlich, lediglich die Hexe Muriel bekommt etwas Background. Fazit:
© Sascha »Andro« Vennemann |