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Rezension - Die Chroniken der Elfen 1 - Elfenblut

Wolfgang Hohlbein
Die Chroniken der Elfen 1
Elfenblut

Fantasy, Hardcover
Otherworld Verlag Wien 2009
761 Seiten/ 19,95 €
ISBN: 9783800095032

Pia, die Heldin des Romans, wuchs in den Favelas von Rio de Janeiro auf und lebte von kleinen Gaunereien, bis sie eines Tages den großen Coup plante. Bisher verließ sich Pia immer auf ihr Gefühl, doch an diesem Abend eben nicht. Und es geht alles schief. Die Ereignisse überstürzen sich und Pia findet sich in einer mittelalterlich anmutenden Welt wieder. In ihrer Begleitung befindet sich Alicia, die diese Reise ebenso unfreiwillig wie Pia angetreten hat.
Unterschlupf finden die beiden Mädchen bei einem Gastwirt in WeißWald, und sie müssen sehr schnell erkennen, dass WeißWald genauso wenig mit ihrer Welt gemeinsam hat wie auch deren Bewohner. Selbst Brack, dem Wirt, der sie aufnimmt und ihnen hilft, können und wollen sie nicht gänzlich vertrauen. Nach und nach erfahren Pia und Alica von einer alten Prophezeiung. Denn einst herrschte Krieg zwischen Menschen und Elfen, der mit eben dieser Prophezeiung endete, dass die Elfenprinzessin Gaylen wiederkehren würde.
Doch warum nennt sich Pia in WeißWald selbst Gaylen? Und was hat das alles mit ihren weißblonden Haaren zu tun?

Die Ankündigung auf diesen Roman hatte mich sehr neugierig gemacht, obwohl oder vielleicht besser weil der Klappentext gar nicht so viel Neues verspricht.
Wolfgang Hohlbein nimmt sich viel Zeit, um das Leben Pias in den Favelas zu schildern und das Mädchen zu charakterisieren. Die ersten Andeutungen, dass Pia etwas Besonderes ist, halte ich für sehr gelungen, da sie nicht übertrieben sind und somit das Gesamtbild der Protagonistin glaubhaft bleibt. Erste Zweifel an dieser Glaubhaftigkeit kamen mir bei Pias und Alicas Ankunft in der für sie fremden Welt. Allzu schnell nehmen sie die Situation hin, vor allem allzu gelassen.
Die Beschreibung von WeißWald erfolgt ebenso gelassen. Stück für Stück offenbart uns der Autor die Welt und einige der Bewohner, dem Leser erschließt sie sich beinahe wie ein Puzzle. Teil für Teil kommen Informationen hinzu, die dennoch nicht ausreichen, um die Handlung vorhersehen zu können. Leider liegt hier meines Erachtens aber auch die größte Schwäche des Romans, die mich etliche Seiten haben überblättern lassen, ohne dass ich das Gefühl hatte, irgendetwas Wichtiges zu versäumen. Die einzelnen Teile wurden für meinen Geschmack zu langatmig beschrieben. Ständige Wiederholungen, beispielsweise, dass Alica leise schnarchte, trugen ebenso wenig zum Aufbau der Spannung bei.
Ein langsames Herantasten bis zu einem explosiven Finale bin ich bei Romanen von Wolfgang Hohlbein gewohnt. Doch fehlende Action oder längere Beschreibungen wurden meist durch den Aufbau und das nachhaltige Verdichten der Atmosphäre ausgeglichen, um den Spannungsbogen aufzubauen. (Das beste Beispiel dafür sehe ich in »WASP«). In »Elfenblut« gelingt ihm das meiner Meinung nach nicht. Ich fühlte mich ab dem Zeitpunkt, als Pia in WeißWald landete, nicht mehr in die Handlung hineinversetzt, sondern blieb als Leser einfach außen vor. Damit konnte ich viele Dinge, die die beiden jungen Frauen taten und fühlten, nicht nachvollziehen, was eben letztendlich dazu führte, dass ich viele Seiten nur quer gelesen oder sogar überblättert habe.

Fazit:
Die Idee des Romans erinnert stark an die früheren Werke, die Wolfgang Hohlbein zusammen mit seiner Frau Heike bei Ueberreuter veröffentlichte. Leider fehlt »Elfenblut« die atmosphärische Dichte, die ich vom Autor bei einem solchen Thema erwartet hatte. Endlose Beschreibungen und Andeutungen ließen den Text langatmig, manchmal gar langweilig auf mich wirken.

Bewertung:



© Anke Brandt

 

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