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Jackson PearceDrei Wünsche hast du frei Fantasy, Hardcover Seit Viola von ihrem Freund Lawrence verlassen worden ist, hat sie das Gefühl, am Leben nicht mehr richtig teilzunehmen. Und sie liebt Lawrence immer noch. Der hingegen ist schwul, aber er will ihr bester Freund bleiben. Viola ist mit der Situation absolut unzufrieden und wünsch sich, es könnte doch noch mal so werden wie früher, als sie noch mit Lawrence ging und sie für ihre Mitschüler nicht unsichtbar war. Ihr Wunsch ruft einen Dschinn auf den Plan, der ihr drei Wünsche erfüllen will. Allerdings ist der Dschinn nicht gerade ein freundlicher Geselle: Da er auf der Erde im Gegensatz zu seiner Heimat altert und die stinkende und chaotische Welt der Menschen nicht mag, will er so schnell wie möglich seinen Auftrag erfüllen, um endlich wieder nachhause zu können. Aber Viola macht ihm einen Strich durch die Rechnung. Sie will sich ihre kostbaren Wünsche erst einmal gründlich überlegen. So sitzt Dschinn, wie Viola den Namenlosen tauft, erst einmal auf der Erde fest. Nach anfänglichem Unbehagen stellt Dschinn fest, dass die Erde gar nicht so übel und seine Heimat eigentlich langweilig ist. Außerdem behandelt Viola ihn nicht bloß als Wünschegewährer, sondern sieht in ihm einen Freund. Allmählich verliebt er sich in das Mädchen und will eigentlich gar nicht mehr nachhause. Aber da spricht Viola ihren ersten Wunsch aus. Nach ein paar Startschwierigkeiten, die sich v. a. darauf beziehen, dass die Beziehung der beiden zu schnell vonstattengeht und Dschinn zu schnell seine Abneigung gegen die Erde überwindet, nimmt das Buch ein normales Tempo an – und geht bzgl. Beziehungen (nicht nur romantischer Art) in die Tiefe. Viola leidet sehr stark unter ihrer Trennung von Lawrence und traut sich selbst nichts zu. Sie denkt, dass sie nur dann wichtig ist, wenn sie zu einer der Schul-Cliquen gehört und versucht, sich abzuschauen, wie sich die angesagten Cliquen verhalten. Aber deren Verhalten entspricht nicht ihr selbst. Lawrence erkennt das und versucht sie zu bestärken, sie selbst zu sein – dann werde sie auch echte Freunde finden und sich nicht mehr unsichtbar fühlen. Aber Viola ist so sehr von ihrem Wunsch gefangen, angesagt zu sein, dass sie Lawrence nicht glaubt. Lawrence selbst hat ein schlechtes Gewissen gegenüber Viola, weil er mit ihr Schluss gemacht hat. Er mag Viola immer noch, aber nicht als Freundin. Wegen ihr fängt er keine weitere Beziehung an, um sie nicht noch mehr zu verletzen. Und Dschinn fängt während seiner Zeit auf der Erde an zu begreifen, was für ein ödes Dasein er in seiner eigenen Welt fristet und dass es dort weder Identität noch tiefe Beziehungen gibt. Beides wünscht er sich, als er sieht, wie tief die Freundschaft zwischen Viola und Lawrence ist. Krisen sind also vorprogrammiert. Und die Figuren stellen sich ihren Krisen, auch wenn das nicht so einfach ist. Damit ist der Roman trotz Liebesgeschichte alles andere als seicht, sondern spiegelt v. a. die Emotionsstürme und Probelme von pubertierenden Jugendlichen wider. Und er entlarvt Partys, Alkohol und angesagte Cliquen als das, was sie sind: oberflächlich und damit unbefriedigend. Außerdem geht er auf Andersdenkende ein und wie sie sich fühlen in einer Welt, die sie entweder nicht will oder sie bestenfalls ignoriert. Alle drei Hauptfiguren, und nicht nur die Hauptfiguren, entwickeln sich weiter zu selbstbestimmten Persönlichkeiten. Außerdem stellt das Buch heraus, dass man es auch ohne einen Wünsche erfüllenden Dschinn schaffen kann, selbstbewusst und mit seinem Leben zufrieden zu sein. Und: Wünsche sind sowieso ein zweischneidiges Schwert. Angebliche Paradiese auch. Zum Thema Selbstbestimmung, Unsichtbarkeit und Anderssein ist übrigens auch der anrührende fünfbändige Manga »An deiner Seite« von Ema Toyama (Egmont Ehapa) zu empfehlen. Fazit:
Copyright © 2010 by Ulrike Dansauer |