Markus Heitz
Drachenkaiser
Fantasy, Hardcover
Piper Verlag, München, September 2009
544 Seiten / 17,95 €
ISBN: 9783492701532
Wir schreiben das Jahr 1926. Drachen regieren die Welt, wie seit Anbeginn der Zeiten. Doch nach der Schlacht am Triglav sind die Drachen geschwächt und liegen untereinander im Streit. Da erscheint in Europa ein Drache aus dem fernen Osten, genauer aus China, und plant seine Herrschaft über Europa. Doch da treten die Drachenjäger auf den Plan. Sie versuchen zu verhindern, dass die Intrigen der Drachen nicht zu einer Unterdrückung der gesamten Menschheit führen. Allen voran ist wie im ersten Buch »Die Mächte des Feuers« Drachenjägerin Silena diejenige, die den Kampf aufnimmt. Doch es geht nicht allein um die Drachen, Silena kämpft dabei auch ihren ganz eigenen Kampf – die Suche nach ihrem Gemahl Fürst Grigorij, der nach einem Besuch in Russland für tot erklärt wird. Silena sucht nach Grigorij und kommt dabei dem Geheimnis des chinesischen Drachen Nie-Lung auf die Spur ...
Mit dem Roman »Drachenkaiser« beweist Markus Heitz einmal mehr, dass er ein Meister seines Fachs ist. Ohne Vorgeplänkel stürzt er sich und damit seine Leser in das zweite Abenteuer in einer von Drachen beherrschten Welt. Mit den ersten Kapiteln werden die Handlungsstränge eröffnet, die mich als Leser sofort in ihren Bann zogen, und das, obwohl diese Art Fantasy nicht zu meinen bevorzugten Themen gehört.
Lässt man die Kulisse des Romans einmal außen vor, so bleibt eine Handlung, die einem Thriller der Extraklasse – gespickt mit mystischen und mysteriösen Elementen - in nichts nachsteht. Interessant wird die Handlung dann natürlich erst richtig vor eben dieser Kulisse. Drachen regieren die Welt. So unglaublich sich das anhört, Markus Heitz schafft es tatsächlich, diesen Umstand logisch an den Mann/ die Frau zu bringen, denn die Drachen bleiben trotz ihrer Präsenz doch irgendwie auch im Hintergrund.
Dafür tritt die Handlung an sich massiv in den Vordergrund. Mehrere Handlungsstränge eilen in einem rasanten Tempo der finalen Schlacht entgegen. Jedem Kapitel wurden Ort und Zeit der Handlung vorangestellt, sodass ich als Leser nie die Orientierung verlieren konnte, der Autor sich aber auch nicht mit weiteren Erklärungen aufhalten musste. Während des Lesens habe ich trotz der Vielfalt an Orten und Namen nie den Faden verloren und konnte dem rasanten Tempo der Handlung standhalten. Da mir das nicht immer gelingt, fiel es mir in »Drachenkaiser« extrem positiv auf.
Aber auch die Protagonisten dürfen nicht unerwähnt bleiben. Sie haben sich weiterentwickelt seit ihrem ersten Abenteuer, sie sind verändert durch das erste Abenteuer, und sind nun Personen, die man zu kennen meint. Vielleicht liegt es daran, dass keiner der Protagonisten perfekt ist. Sie alle haben Fehler, kleine Eigenheiten, doch eines haben sie alle gemeinsam: sie handeln aus Überzeugung und überzeugten mich damit von ihrer Glaubwürdigkeit.
Fazit:
Alles in allem ist Markus Heitz mit »Drachenkaiser« wieder ein überaus origineller und vor allem spannender Roman gelungen, dessen Handlung mich von der ersten Seite an fesselte. Interessante Charaktere agieren vor einer breit gefächerten Kulisse, sodass die Story an keiner Stelle langweilig wird. Und das Ende lässt natürlich auf einen neuen Anfang hoffen, auch wenn sich der Autor da noch nicht festlegen wollte.
© Anke Brandt |