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Rezension - Der verbotene Schlüssel

Ralf Isau
Der verbotene Schlüssel

Fantasy, Hardcover
cbj Verlag, München, November 2010
512 Seiten/ 18,99 €
ISBN: 9783570138342

Die 14jährige Sophia lebt als Waise in einem Internat in der Schweiz. Als auch noch ihr Großvater stirbt, reist sie nach Berlin zur Testamentseröffnung. Zu ihrem Erbe gehört ein Uhrwerk, welches in einem wertvollen Fabergè-Ei eingebettet ist, sowie »Das merkwürdigste Buch der Welt«; die Aufzeichnungen von Ole Kollin für seine Enkelin Sophia. Zum Uhrwerk gehört ein Schlüssel. Ole Kollin warnt Sophia eindringlich davor, diesen zu benutzen, doch das Mädchen kann der Versuchung nun erst recht nicht widerstehen. Als sie den verbotenen Schlüssel dreht, wird sie in das Uhrwerk hineingezogen und findet sich in einer seltsamen Welt wieder – Mekanis, das Land ohne Gefühle. Dort trifft sie Theo, ein Menschenkind, welches in diesem Land genauso fehl am Platz zu sein scheint wie Sophia selbst. Beide befinden sich in großer Gefahr, doch die Bedrohung durch Oros, den Stundenwächter, ist viel größer, als sie ahnen …

»Der verbotene Schlüssel« ist eine unterhaltsame, spannende und äußerst komplexe Geschichte, die die Aufmerksamkeit ihrer Leser fordert. Mit dem ersten Drehen des Schlüssels wird man in einen Strudel von Ereignissen hineingezogen, denen man sich nur schwer entziehen kann, die anfänglich aber auch für einige Verwirrung sorgen. Nicht wegen der Handlung an sich sondern wegen der fehlenden Rationalität. Ein Menschenkind wird in ein Uhrwerk gezogen, dabei stülpen sich ganze Welten um und es geht Zeit verloren … Klingt kompliziert? Ist es auch, jedenfalls so lange, bis Ralf Isau den Leser in die Geheimnisse um Mekanis und den Stundenwächter einweiht. Dies geschieht über eine Geschichte in der Geschichte, nämlich Theos Geschichte und warum er in Mekanis gebannt ist.
Bis zu einem bestimmten Zeitpunkt liest sich das alles ganz plausibel, doch irgendwann im Lauf der Geschichte hatte ich das Gefühl, mich im Strudel der Zeit zu verheddern. Plötzlich gibt es eben doch rationale Erklärungen, was mit der verloren gegangenen Zeit geschehen ist, dann wiederum entwickelt das Uhrwerk beinahe ein Eigenleben. Das ständige Hin und Her zwischen den Welten und Zeiten erfordert vollste Aufmerksamkeit und erzeugt eine gesunde Spannung, die mich als Leser immer weitertrieb, dem Geheimnis des Stundenwächters auf die Schliche zu kommen.
Erfreulich an diesem Buch ist auch der gefällige Erzählstil des Autors. Wie schon in anderen Romanen von Ralf Isau erkennt man als Leser schnell, dass der Autor sein Handwerk wirklich versteht.

Fazit:
Alles zusammen genommen macht das Buch zu einem anspruchsvollen Lesevergnügen, dass trotz des Alters der beiden Hauptfiguren weit mehr als ein Jugendbuch ist. In seiner Komplexität und Raffinesse kann man es auch nicht einfach als Fantasyroman einordnen. Es enthält weit mehr und deshalb kann ich es allen Lesern von Phantastik, Mystery aber auch Thrillern nur empfehlen.

Bewertung:



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