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Rezension - Der Schrecksenmeister

Walter Moers
Der Schrecksenmeister

Fantasy-Märchen, Hardcover
Piper Verlag, München, September 2007
384 Seiten / 22,90 €
ISBN: 9783492049375

In Sledwaya, der ungesundesten Stadt Zamoniens, ist Echo, das hochbegabte Krätzchen, nach dem Tod seines Frauchens in allergrößte Schwierigkeiten geraten. Er ist gezwungen, mit dem Schrecksenmeister Succubius Eißpin einen verhängnisvollen Vertrag zu schließen. Dieser gibt Eißpin das Recht, die Kratze beim nächsten Vollmond zu töten und ihr das Fett auszukochen. Als Gegenleistung muss Eißpin Echo bis dahin auf höchstem kulinarischen Niveau durchfüttern. Doch der Schrecksenmeister Eißpin hat nicht mit dem Überlebenswillen und dem Erfindungsreichtum des Krätzchens gerechnet – vor allem nicht mit dessen neuen Freunden, den Grübelnden Eiern und dem Goldenen Eichhörnchen, Fjodor F. Fjodor, dem Einäugigen Schuhu und dem Gekochten Gespenst und vor allem Inazea Anazazi, der letzten Schreckse von Sledwaya.

Walter Moers ist bekanntlich ein bedeutender Autor und Fantast, hat er doch so grandiose Figuren wie den Käpt'n Blaubär und das Kleine Arschloch erdacht. Ein weiteres extrem grusliges Meisterwerk hat er nun mit seiner Geschichte vom Schrecksenmeister vorgelegt. Genaugenommen hat Moers aber nur übersetzt, und zwar aus dem Zamonischen, Autor dagegen ist ein gewisser Hildegunst von Mythenmetz, der sich wiederum auf einen Gofid Letterkerl stützt. Um die Verwirrung komplett zu machen: Die Hauptfigur der Geschichte ist auch gar nicht der Schrecksenmeister, sondern das kleine Krätzchen Echo. Ein Krätzchen ist eine Art Kätzchen, nur beherrscht es alle Sprachen und ist überhaupt recht helle im Hirn. Dieses Krätzchen nun war, nachdem sein gutes Frauchen gestorben war und es auf der bösen Welt gar nicht zurecht kam, rasch in der Gosse gelandet und drohte zu verhungern. Da unterbreitet ihm der gefürchtete Schrecksenmeister ein schlimmes Angebot: Echo soll bis zum nächsten Vollmond so viel fressen dürfen, wie er kann, dafür aber muss er sich dann töten lassen und dem Schrecksenmeister sein ausgekochtes Fett zur Herstellung von bösartigen, alchymistischen Substanzen überlassen. In seiner Not geht Echo auf das Angebot ein. Aber schon bald sinnt er darauf, wie er aus diesem Vertrag wieder lebend herauskommen könnte. Zum Glück kann er auf die Hilfe von allerlei fantastischen Gestalten zurückgreifen, die er im Lauf der Geschichte kennenlernt: So gibt es einen Schuhu (eine Art Uhu, der jedoch sprechen kann, sich auch sehr gewählt ausdrückt, bei Fremdwörtern aber leider die Vakole nicht so recht deffirizeirin kann), Ledermäuse (Fledermäuse), ein gekochtes Gespenst und vor allem die Schreckse Izanuela (eine Art Hexe, die in ihrer Jugend immer Demonstrationen zur Schrecksenbefreiung anführte, nun aber in glühender Liebe zu dem grausamen Schrecksenmeister entflammt ist). Und der Schrecksenmeister selbst leidet auch schon lange an unglücklicher Liebe ... Es sei nicht zu viel verraten, nur so viel: Dies ist einer der schönsten, fantasievollsten und unterhaltendsten Texte, die ich je gelesen habe.

© Ullrich Wegerich

 

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