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Rezension - Der Drachenflüsterer 3

Boris Koch
Der Drachenflüsterer 3
Das Verlies der Stürme
Titelillustration: Dirk Schulz
Titelgestaltung von Nele Schütz Design, München
Innenillustrationen von Dirk Schulz
Karten von Andreas Hancock

Fantasy, Hardcover mit Lesebändchen
Heyne, München, März 2011
416 Seiten / 12,99 €
ISBN 9783453267244

Im fernen Großtirdischen Reich herrscht der mächtige Orden der Drachenritter. Geblendet von Aberglauben und Machtgier, unterjochen die grausamen Ritter die Drachen und machen sich ihre Magie zunutze. Dies sind die Abenteuer des jungen Ben, der die Fähigkeit besitzt, den Drachen ihre Flügel wiederzugeben und ihnen so die Freiheit zu schenken. Doch dadurch macht er sich Feinde, die gefährlicher sind, als er es sich je träumen ließ ...
Nachdem der junge Drachenflüsterer Ben den Häschern des mächtigen Drachenordens nur mit knapper Not entkommen ist, ist er mehr denn je entschlossen, der Unterdrückung im Großtirdischen Reich endlich ein Ende zu bereiten und für die endgültige Freiheit der Drachen zu kämpfen. Gemeinsam mit seinen Freunden verschanzt Ben sich in dem verlassenen Verlies der Stürme, einer geheimnisvollen uralten Festung, und tut alles, um dem Drachenorden die Stirn zu bieten: Er gewährt anderen Geächteten Unterschlupf, befreit Gefangene und verbreitet in der Bevölkerung die Wahrheit über die magischen Wesen. Es scheint, als könnten die Geächteten die Macht des Ordens brechen, doch dann findet Ben eines Tages die Überreste abgeschnittener Drachenflügel und gleichzeitig verschwindet sein bester Freund, der Drache Aiphyron, spurlos. Sofort ist klar, dass Aiphyron von den Rittern des Drachenordens verschleppt wurde - doch wohin? Während Ben sich auf die Suche macht, gehen seine Gefährten der Frage nach, wer Aiphyron an den Drachenorden ausgeliefert haben könnte. Schon bald regt sich ein schrecklicher Verdacht: Gibt es einen Verräter in den eigenen Reihen?

Und ab geht es wieder ins Großtirdische Reich zu Ben, dem Drachenflüsterer, und seinen Freunden.
Mit diesem Band geht die Trilogie also zu Ende.
Damit sich die Leser auch visuell ein Bild von dem Reich machen können, in dem Ben seine Abenteuer besteht, gibt es als Opener eine Karte von Andreas Hancock.
Die Handlung beginnt mit einem Prolog im Kloster Sonnenflut, wo der 15jährige Akse unter der Leitung des Hohen Abt Khelchos Gehorsam lernen soll.

Im ersten Teil Wellen des dritten Bandes rund um die Geächteten Ben, Anula, Yanko und Nica und die Drachen Aiphyron, Juri, Marmaran und Feuerschuppe beschließen Ben und seine Freunde, dem Orden der Drachenritter endlich Paroli zu bieten. Sie verschanzen sich in einer alten Festung – dem titelgebenden Verlies der Stürme, einer alten Festung der Seetrolle.
Ben und Yanko wollen die Mädchen beeindrucken, indem sie im Meer und an Land nach Schätzen für sie suchen.
Die Mädchen sind derweil auch nicht untätig und fischen eine mysteriöse Flaschenpost aus dem Ozean, und die vier Freunde brechen spontan auf um den Kurs der Flasche zurückzuverfolgen und zu schauen, ob vielleicht jemand Hilfe benötigt – und landen auf einer Insel. Dort retten sie zwei Schiffsbrüchige: Nesto, einen Schiffsjungen und Finta Dogha, einen Händler.

Im zweiten Teil Rhaconia, die eine besonders tolle Illustration ziert, erzählt Finta den Freunden die Sage über das Verlies der Stürme. Ben und Anula gehen in die Festung, um zu sehen, ob dort wirklich keiner mehr haust. Nachdem sie das zweifelsfrei festgestellt haben, beschließen die Freunde die verlassene Festung als Unterschlupf und Versteck zu nutzen.
Doch sie bleiben nicht lange dort, denn Ben fliegt mit Finta und Nesto in die Stadt Rhaconia und dort in Fintas Palast, in dem Ben Fintas Frau und dessen kesse Tochter Mircah kennen, die sofort mit Ben flirtet.
Bei seinem Rundgang durch die Stadt entdeckt Ben einen Steckbrief, auf dem ein Kopfgeld auf Anula ausgesetzt wird und er macht Bekanntschaft mit Frau Xabon und ihrem kleinen Schoßdrachen.
Ben fliegt zurück zum Verlies, und nimmt Yanko und Nica mit in die Stadt. Um Verwirrung zu stiften, fingieren sie einen Steckbrief, auf dem ein hohes Kopfgeld auf den Abt des Klosters mit den 12 Zinnoberzinnen ausgesetzt wird, und noch weitere unsinnige Steckbriefe, aber auch wahrheitsgemäße Bekanntmachungen und nageln sie in der Stadt an alle möglichen Türen und fliegen auf die Insel zurück.
Als Ben aber nach einigen Tagen wieder Richtung Stadt aufbricht, sehr zum Unwillen der eifersüchtigen Anula, fangen die Turbulenzen an. Er kommt wieder in Fintas prächtigem Palast unter, trifft Nesto wieder, der sich anbietet, Ben und seinen Freunden künftig zu helfen. Und es gibt neue Verbündete: Vilette, die Tochter eines Fischers und Kugg, einen Bauer.

Im dritten Teil Der Kampf beginnt wird dann der Showdown eingeläutet.
Yanko und Nica brechen nach Trollfurt, ihrer Heimat, auf, wo der Bürgerkrieg gewütet hat – um zu sehen, welche Folgen das hatte.
Ben, Anuka und Vilette bleiben in der Festung zurück.
In Trollfurt erlebt Yanko eine herbe Enttäuschung, als er von seinen Eltern weder herzlich begrüßt noch gut behandelt wird. So wendet er sich endgültig von seiner Familie ab. Er und Nica nehmen auf ihrer Rückkehr in die Festung Nicas Bruder Sidhy mit und ihren gemeinsamen Freund Byasso.
Ab da ändert sich alles und steuert einem rasanten Finale entgegen ... immer mehr Menschen aus den umliegenden Dörfern schließen sich ihnen an, doch als Bens Drache Aiphyron wieder seine Flügel abgeschlagen werden und er vermeintlich in das Kloster des Drachenordens gebracht wird, muss Ben handeln und dringt in das Kloster ein, wird gefangen genommen und sieht sich dem Hohen Abt Khelchos gegenüber – und soll zwei Tage später gehängt werden ... doch Ben erhält unerwartet Hilfe und muss feststellen, dass nicht jeder Freund ein Freund ist und nicht jeder Feind ein Feind.

Boris Koch erzählt wie in Band 1 und 2 munter die Geschichte von Ben und seinen Freunden weiter – und lässt geschickt eine Option für weitere Abenteuer frei. Man darf gespannt sein, ob der stets in Eile befindliche quicklebendige Berliner Autor weitere Geschichten vom Drachenflüsterer erzählen wird. Potenzial wäre noch genug vorhanden, denn nicht alle Fragen wurden beantwortet. Somit böte sich nach einer Weile eine Fortsetzung an. Vielleicht eine weitere Trilogie? Man darf gespannt sein.

Die Aufmachung des Titels ist wie bei den beiden Vorgängern erstklassig. Die drei Teile des Bandes werden wieder von schönen Illustrationen eingeleitet, der Satz ist augenfreundlich, das Papier ohne Fehl und Tadel. Das Preis-Leistungsverhältnis stimmt.
Da gibt es keinen Grund zur Klage.

Fazit:
Munter erzählter dritter Teil einer Jugendfantasy-Trilogie, die Lust auf mehr macht und auch das Potenzial dazu hat. Auch wegen der schönen Aufmachung ist die Trilogie ein wunderbares Geschenk für Jugendliche.

Copyright © 2011 by Alisha Bionda

 

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