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Rezension - Der Drachenflüsterer

Boris Koch
Der Drachenflüsterer
Titelillustration von Dirk Schulz
Titelgestaltung von Nele Schütz Design, München
Innenillustrationen von Dirk Schulz/Horst Gotta
Karte von Andreas Hancock

Jugendfantasy, Hardcover
Heyne, München, Dezember 2008
360 Seiten / 10,00 €
ISBN: 9783453524927

Märchenhaft und abenteuerlich

Der »Drachenflüsterer« erzählt packend und humorvoll von Freundschaft, erster Liebe und unfreiwilligem Heldentum. Eine großartige Mischung aus Buddy Movie, Huckleberry Finn und klassischer Fantasy!

Der fünfzehnjährige Ben ist ein Waisenkind und lebt im langweiligsten Dorf der Welt. Noch weiß er es nicht, doch er verfügt über eine besondere Gabe: Er ist ein Drachenflüsterer. Als er mit den falschen Leuten Ärger bekommt, lässt er alles hinter sich und erringt die Freundschaft eines Großen Drachens. Nur warum muss es ausgerechnet ein Drache mit psychischen Problemen sein …?

All-Age-Fantasy für alle Fans von Cornelia Funke, Kai Meyer, Philip Pullman und Jonathan Stroud

Die Handlung des Jugendfantasyromans von Boris Koch ist in drei Teile verfasst, denen sehr schöne schwarz-weiß Illustrationen vorweggestellt sind.
Zentrales Thema ist »Freundschaft« – sei es zwischen zwei Jungen, die zu Männern heranwachsen und Ben, einem der beiden, und einem Drachen.

Teil I spielt in Trollfurt, wo Ben mit elf Jahren einen Drachenritter sieht und daraufhin beschließt ein ebensolcher zu werden.
Vier Jahre später schlägt er sich, als Außenseiter, alleine durchs Leben, da seine Mutter – die dem Alkohol verfallen war und ihn häufig geschlagen hat – gestorben ist.
Sein bester Freund Yanko ist sein einziger Vertrauter und hält trotz aller Ablehnung, die man Ben in Trollfurt entgegenbringt, loyal zu ihm. Er ist auch der Einzige, der weiß, dass Ben ein Drachenritter werden will.
Das doch eher beschauliche Leben in Trollfurt ändert sich schlagartig, als eine stillgelegte Mine von einem Fremden erworben wird, der mit seiner Familie in Trollfurt Einzug hält.
Yirkhenbarg, in dessen hübsche Tochter Nica sich Ben sofort verliebt, mit deren Bruder Sidhy er aber eine erbitterte Feindschaft eingeht, bringt noch etwas mit nach Trollfurt, das in Ben einiges bewegt: einen Drachen.
»Feuerschuppe« wurden die Flügel gestutzt, wie es Sitte es, um ihn zu einem friedfertigen Reitdrachen zu machen.
Dort wo eins seine Schwingen waren, sind jetzt nur noch »Knubbel«, die zu reiben Glück bringen soll.
Ben besucht Feuerschuppe heimlich, und spricht mit dem Drachen, reibt ihm dessen Knubbel und merkt, dass eine Art Energie dabei von ihm ausgeht. Nach einigen Tagen scheint es sogar, als würden die abgeschlagenen Flügel dank Bens »Handauflegen« im Ansatz nachwachsen.
Und somit offenbart sich nicht nur Ben, sondern auch dem Leser, die wahre Bestimmung des Jünglings – er ist ein Drachenflüsterer.
Dann kommt Bens Leben ins Wanken. Als der Drachenritter Narfried mit der Jungfrau Ivallya auftaucht, und kurze Zeit später ermordet wird, gerät Ben in Verdacht und muss fliehen.
Bevor er ergründen kann, welche sonderbaren Geschehnisse sich in der Miene abspielen, seit Yirkhenbarg sie erworben hat.

Teil II handelt von Bens Flucht und der für die Handlung wesentlichen Begegnung mit dem Drachen »Aiphyron«. Durch die Gespräche der beiden, bemerkt Ben sehr schnell, dass nicht alles was er bisher über Drachen gehört hat, der Wahrheit entspricht und vieles von Vorurteilen geprägt war, was man ihm so erzählt hatte. Allem voran macht er die erstaunliche Erfahrung, dass Drachen weitaus weniger blutrünstig sind, als es ihnen nachgesagt wird.
Ben befreit Aiphyron aus einer brisanten Situation und fortan schlagen sie sich gemeinsam durch. Natürlich haben sie dabei etliche Abenteuer zu bestehen und begegnen sonderbaren Geschöpfen – z. B. einem Frosch in Pferdegröße.

Yanko beschließt derweil in Trollfurt den wahren Mörder des Drachenritters zu finden und seinen geflohenen Freund zu entlasten. Dabei erhält er überraschenderweise von einer Seite Hilfe, die er nicht erwartet hatte – von Nica! Schon nach kurzer Zeit verlieben sich die beiden ineinander und Yanko – erst von Gewissensbissen Ben gegenüber geplagt, dessen Gefühl für Nica ihm bekannt sind, fühlt sich wie im siebten Himmel.

Teil III dreht sich um das Geheimnis der Ketzer.
Ben und Aiphyron schließen immer enger Freundschaft und erreichen schlussendlich die Stadt Falcenza, in der Ben der Hinrichtung eines »Drachenketzers« beiwohnt und die hübsche Anula kennenlernt.
Wieder einmal befreit der Junge einen Drachen, dieses Mal mit Aiphyrons Hilfe. Von »Schilfrücken«, der eigentlich Jurbenmakk (Juri) heißt, erfährt Ben das erste Mal von dem »König der Drachen« und vermutet immer mehr, dass in der alten Mine von Trollfurt Seltsames vorgeht – daher kehrt er mit Aiphyron dorthin zurück um dem auf den Grund zu gehen – auch der Kunde über den »König der Drachen« ...

Währenddessen überschlagen sich in Trollfurt die Ereignisse. Yanko kommt dem wahren Mörder auf die Spur und erfährt, dass Nica in tödlicher Gefahr schwebt ...

Wie immer schreibt Boris Koch locker und mit einem Augenzwinkern und hat das Klassenziel einen kurzweilig unterhaltenden Fantasyroman zu bieten, voll erreicht.
Auch der Verlag hat gute Arbeit geleistet. Das Hardcover ist liebevoll illustriert und aufgemacht, Papier und Satz ohne Fehl und Tadel. Somit stimmt auch das Preis-Leistungs-Verhältnis.

Hinter dem Romantext befindet sich noch ein Glossar, und ein Rezept »Flügelgeschnetzeltes mit Birnen« – und mehr.
Somit findet dieser Titel einen runden Abschluss.

Fazit:
Munter erzählter Jugendfantasyroman in schöner Aufmachung!

© Alisha Bionda

 

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