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Rezension - Zombies - Teil 1: Die Göttliche Komödie

Olivier Peru, Sophian Cholet, Simon Champelovier
Zombies - Teil 1: Die Göttliche Komödie
Originaltitel: Zombies: La Divine Comedie, erschienen bei MC Production 2010
Text: Olivier Peru
Zeichnungen: Sophian Cholet
Farbe: Simon Champelovier
Covergestaltung: Dirk Schulz
Aus dem Französischen von Tanja Krämling

Graphic Novel, Hardcover, durchgehend farbig
Splitter Verlag, Bielefeld, Mai 2011
48 Seiten / 13,80 €
ISBN: 9783868693119

Die Welt nach der Zombie-Apokalypse.
Die Städte sind mehr oder weniger entvölkert; abgesehen von den Untoten natürlich. Nur hin und wieder gibt es noch Menschen, die den Kampf ums tägliche Überleben aufnehmen.
Einer davon ist Sam, ein einstmals guter Bürger, den die Umstände zu Dingen treiben, die er sonst nie getan hätte. Auf der Suche nach seiner Tochter durchstreift er die Stadt. Was er dabei findet, ist jedoch etwas anderes. Und er ist bestrebt, es festzuhalten, während um ihn herum die Welt zum Teufel geht.

Durch mich geht man hinein zur Stadt der Trauer, durch mich geht man hinein zum ewigen Schmerze. Durch mich geht man zu dem verlornen Volke.
Gerechtigkeit trieb meinen hohen Schöpfer, geschaffen haben mich die Allmacht Gottes, die höchste Weisheit und die erste Liebe.
Vor mir ist kein geschaffen Ding gewesen, nur ewiges, und ich muss ewig dauern.
Lasst, die ihr eintretet, alle Hoffnung fahren!
(Inschrift auf dem Tor zur Hölle, dritter Gesang)

Es gibt kaum ein besseres Zitat, um diese Rezension zu beginnen, denn in ihm liegt sehr viel von dem verborgen, was den Lesern auf nur 48 Seiten erwartet.
Eine Welt, in der die Lebenden keine Hoffnung mehr haben. In der Misstrauen und schnelle Reflexe das Überleben derer mit Waffen sicheren und jenes derer ohne Waffen beenden können. In der die Ironie so allgegenwärtig und so grausam ist, dass sie schon selbst als Strafe Gottes angesehen werden kann.
Es ist wohl kein Geheimnis, dass ich ein Fan guter Zombie-Unterhaltung bin. Ob nun der klassische, durch Voodoo erschaffene Untote, der Flitzer aus 28 Days Later oder die Horden, wie sie einem in den Resident Evil-Filmen kredenzt werden – Zombies verschönen mir den Tag.
Sofern die Geschichte gut gemacht ist, reichlich Gore aufgetischt wird und man sich auch vor menschlich harten Szenen nicht scheut.
Entsprechend genau schaue ich bei neuem Stoff hin – und wurde bei Zombies Teil 1. Die Göttliche Komödie nicht enttäuscht. Der Comic enthält genau das, was ich oben aufführte. Er schildert eine trostlose Welt, in der das Grauen omnipräsent ist und auch vor Kindern nicht haltmacht. Das Schicksal kennt keine Gnade oder Gerechtigkeit, schon gar nicht nach einer Zombie-Apokalypse. Und genau das haben die Macher des Comics perfekt eingefangen und transportiert.
Die Zeichnungen, die Texte und die Farbgebung – all das trägt dazu bei, dass man den Comic nahezu verschlingt – um dann, am Ende, festzustellen, dass man leidvoll auf Band 2 warten muss.
Von den Zombie-Comics, die im Zuge nicht der abreißenden Untoten-Welle auf den Markt kamen, ist dieser hier meiner Meinung nach der beste. Es stimmt alles und ist daher ein Muss im Regal des Fans.
Wer Gewalt, Blut und Tod nicht mag oder dem Thema nichts abgewinnen kann, sollte jedoch beim Kauf vorsichtig sein.

Fazit:
So muss ein Zombie-Comic sein! Fans greifen sofort zu.

Copyright © 2011 by Gunter Arentzen

 

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