David Wohl u.a.
Witchblade Sonderheft Nr. 2
Nottingham
Aus dem Amerikanischen von Frank Neubauer
Für ältere Jugendliche und Erwachsene
Comic
Infinity, Schwetzingen, 2004
Preis: 4, 95 €
ISBN: 9783936029075
Der Killer Ian Nottingham wird während eines Auftrags mit den Geistern seiner Vergangenheit konfrontiert. Der Geist seines Senseis (= Meisters) versucht, ihn wieder auf den rechten Pfad zu bringen, und die Geister seiner verstorbenen Geliebten und ihres Vaters, seines ehemaligen Auftaggebers, suchen ihn heim. Alle sind durch sein Verschulden gestorben. Aber selbst wenn ihm alle diese Geister seine Schuld verzeihen würden – wie kann er sich selbst vergeben?
Der Leser erhält in diesem Heft die Gelegenheit, Nottingham, eine der zentralen Figuren aus dem Witchblade-Universum, besser kennen- und verstehen zu lernen. Der düstere, wortkarge Killer ist nicht so emotions- und skrupellos wie es den Anschein hat. V.a. nachdem ihn die Geister seiner Vergangenheit heimsuchen und ihn Verdrängtes wieder fühlen lassen. Nottingham ist hin und her gerissen zwischen seiner Profession als Killer und den (Schuld-) Gefühlen, die sein „Beruf“ mit sich bringen. Im Ansatz ist also eine differenzierte Beteachtungsweise einer Figur im Comic erkennbar. Natürlich wäre das noch ausbaufähig »mit dem Zaunpfahl wink«. Die Farben sind der Stimmung des Protagonisten entsprechend dunkel gehalten, die Zeichnungen gehören eher in die Kategorie »realistisch«, wobei man allerdings über die extrem aufgeputschten Muskeln Nottinghams trefflich streiten könnte. Wenigstens machen die langen, dunklen Harre und das fast schon schöne Gesicht Nottinghams für ein eventuelles weibliches Publikum etwas daher, wenn auch die Gesichtszüge hart wirken und zu kantig sind. Aber das könnte man ja noch mit seiner Profession und der Tatsache entschuldigen, dass Nottigham dem Sänger der amerikanischen Metal-Band Type O Negative, Peter Steele, durchaus ähnelt.
Da das Heft nicht mehr lieferbar ist, muss der Fan wohl oder übel im Internet, auf Flohmärkten oder in Comic-Shops nach Restposten suchen.
© Ulrike Dansauer |