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Rezension - The Warlord - Band 1 - 4

Mike Grell, Joe Prado, Chad Hardin
Enter The Lost World Of
The Warlord - Band 1 - 4

DC Comics, New York, Juni - September 2009
je 36 Seiten/ je 2,99 $

Band 1
Die junge Bergsteigerin Alysha Grant stößt in den Bergen Tibets, in einer Höhle, auf einen fossilen, sehr gut erhaltenen Saurierschädel. Sie wendet sich mit ihrem Fund an das Chicago Field Museum, wo die Paläontologin Dr. Kate Archer umgehend einen Expeditionstrupp zusammenstellt, dem auch der Extremsportler und Abenteurer Ned Hawkins sowie der Fotoreporter Ethan McBane angehören.
In den tibetischen Bergen trifft man auf einen Stützpunkt der chinesischen Armee. Es kommt zu einem Feuergefecht und trotz des Verlustes ihres Führers, gelangen die Expeditionsteilnehmer in die besagte Höhle, wo sie ein leuchtendes Portal vorfinden, welches sie auf ihrer Flucht durchschreiten.

Rückblende: 16. Juni 1969, US Air Force Pilot Travis Morgan testet gerade ein neues Flugzeug im Erdorbit, als er von russischen Raketen beschossen wird. Beim Rücksturz durch die Wolkendecke steigt er per Schleudersitz aus und landet in der verborgenen Welt von Skartaris.
Einem Land ewigen Sonnenlichts, in dem prähistorische Kreaturen wie auch mythologische Wesen leben und wilde Stämme in den Ruinen einer untergegangenen Zivilisation um`s Überleben kämpfen.

Morgan träumt diesen Traum immer wieder, er, der nunmehr mit Königin Tara an seiner Seite in der Stadt Shamballah lebt und regiert und allgemein bekannt ist als der »Warlord«.

Aus den nördlichen Territorien des Landes strömen Flüchtlinge nach Shamballah und suchen den Schutz des Warlords. Das Königreich der Schatten sendet seine Armeen aus, um sein Herrschaftsgebiet zu vergrößern. Es herrscht Krieg an den Grenzen und offensichtlich verfügt der Feind über Schusswaffen.

Band 2
Jennifer, die Tochter des Warlords und eine mächtige Zauberin, offenbart ihrem Vater, dass Deimos, sein alter Widersacher, den er schon mehrfach getötet hat, mithilfe der Maske des Lebens wiederauferstanden sei. Morgan macht sich mit der Gestaltwandlerin Shakira auf den Weg in den Norden. Unterwegs schließt sich ihnen noch der Barde Tinder an.
Durch das Lied des Barden erfahren wir, wie es zur Legende um Travis Morgan kam, von seinem ersten Zusammentreffen mit dem Teufelspriester Deimos und von seiner Freundschaft mit Machiste, dem Herrscher des Landes Kiro.

Morgan, Shakira und Tinder treffen auf Sklavenhändler, in deren Gefangenschaft sich ausgerechnet Machiste befindet. Während Tinder loszieht, die Siedler vor der drohenden Gefahr des Schattenreiches zu warnen, befreien Morgan und Shakira Machiste.


Band 3

Tinder wird beim Kampf gegen die Sklavenhändler verletzt und trifft auf Alysha Grant!
Aber auch die übrigen Expeditionsmitglieder sehen wir wieder, nun aber in veränderten Rollen:
Im Norden, im Land immerwährender Nacht, am Terminator, hat sich Ned Hawkins inzwischen zum neuen, gottähnlichen Herrscher aufgeschwungen. An seiner Seite befinden sich Kate Archer und Ethan McBane.
Gefangen genommen haben sie Mariah Romanova, eine Professorin aus der Außenwelt, die es ebenfalls nach Skartaris verschlagen hat und die eine Freundin des Warlords ist.
Morgan, Shakira und Machiste sind inzwischen in den Palast eingedrungen. Doch der Befreiungsversuch Mariahs schlägt fehl und sie geraten selbst in Gefangenschaft.

Band 4
Tinder und Alysha versuchen die Siedler vom Kampf gegen den neuen Gott zu überzeugen, doch stoßen nur auf taube Ohren.
Shakira, die der Gefangennahme in Katzengestalt entgehen konnte, gelangt zu Tinder und Alysha und informiert sie über die Anwesenheit des Warlords.
Der wiederum erfährt von McBane, dass er sich bereits seit 40 Jahren in Skartaris aufhält, wo die Zeit jedoch anders vergeht. McBane zeigt Morgan, anhand seiner Kameraaufzeichnungen, wie Ned Hawkins an die Macht gelangen konnte und berichtet von dessen Eroberungsplänen.

Tinder, Shakira und Alysha können in den Palast eindringen, gelangen in Deimos` Laboratorium und befreien Morgan und Machiste. McBane schließt sich den Flüchtenden an und weist ihnen den Weg zum Portal, welches Morgan durchschreitet, um Waffen zu besorgen.

Mike Grell, heute 62 Jahre alt, schuf in den 70er Jahren die Figur des amerikanischen Air-Force-Piloten Travis Morgan, der, bei einem Flugzeugabsturz, durch ein verborgenes Portal in der Arktis, in die im Inneren der Erde gelegene prähistorische Welt Skartaris gelangt und dort als Warlord zahlreiche Abenteuer erlebt. Die gleichnamige Serie erschien beim amerikanischen Comic-Verlag DC, bekannt durch seine Superheldencomics wie Superman, Batman u.v.a. und erreichte damals mehr als 100 Ausgaben.

In der Reihe »Die Großen Phantastic-Comics« (später: »Phantastic Comics«) des Ehapa/Delta-Verlages, erschienen vom April 1980 - September 1987, im Album-Format, insgesamt 15 Bände der Serie Warlord auch in deutscher Ausgabe.

Da ich diese Bände in meiner Sammlung habe, war ich umso erfreuter als ich erfuhr, dass DC Comics, im Juni 2009, nach über 20 Jahren, eine neue, monatliche, fortlaufende Serie »The Warlord« an den Start bringen wollte. Geschrieben werden die Hefte vom Schöpfer des Warlords, Mike Grell, der auch die Cover zeichnet. Die Comics selbst werden bisher von den Zeichnern Joe Prado und Chad Hardin gestaltet.
(Den kurzen und auch glücklosen Versuch der Wiederbelebung des Warlords im Jahr 2006 lasse ich hier mal geflissentlich außen vor. Noch dazu, wo Mike Grell nicht in dieses Projekt involviert war.)

Die aktuellen Hefte, von denen mir die ersten 4 Ausgaben vorliegen, beinhalten jeweils 22 Seiten des Warlord-Comics und in der Regel mehrere Seiten Previews auf andere Serien des DC-Verlages.

Die Zeichner machen beide - wie auch die Inker - einen guten Job, wobei mir rein subjektiv die Zeichnungen Prados besser gefallen. In Band 3 übernimmt Hardin den Zeichenstift, während sich in Nummer 4 beide den Job teilen.
Die Zeichnungen sind detailliert, realistisch, dynamisch, nur die Gesichter manchmal etwas zu kantig.
Wie auch in der Vergangenheit gibt es ganzseitige oder Seiten übergreifende Panels.
Die Unterschiede bei den Zeichnern liegen im Detail. So hat z. B. Shakira bei Hardin deutlich längere Haare als bei Prado.

Die Geschichten um den Warlord sind sicherlich durch die Erzählungen Edgar Rice Burroughs` beeinflusst und sind - grob gesagt - dem Genre »Sword & Sorcery« der Fantasy zuzuordnen, wobei Morgan sowohl mit Schwert als auch Pistole kämpft und Technik durchaus eine Rolle spielt.
Wie lautet das Motto der Serie so treffend: »Always Expect The Unexpected«. Zu gut Deutsch: Alles ist möglich und so verhält es sich auch mit den Geschichten um den Warlord und Skartaris.

Wer also auf farbenprächtige Abenteuer steht, der Fantasy zugeneigt ist und manchmal auch Fünfe gerade sein lässt, wird hier bestens bedient und unterhalten.
Ich jedenfalls habe die Serie abonniert, wenn auch sicherlich zu einem guten Teil aus nostalgischen Gründen, und freue mich aber auch auf die Fortsetzung der Abenteuer des Warlords.

© Stefan Bellack

 

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