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Terminator: Die ErlösungDie offizielle Vorgeschichte Text (Prequel): Dara Naraghi Zeichnungen (Prequel): Alan Robinson Text (Adaption): Jeff Mariotte Zeichnungen (Adaption): Don Figueroa Comic, Softcover Das Jahr 2018: Die Welt hat den Tag des Jüngsten Gerichts erlebt. Das intelligente Computernetzwerk Skynet hat den Menschen den Krieg erklärt, und die Maschinen haben in jedem Teil der Welt gewütet. Zurückgeblieben ist eine postapokalyptische, atomar verseuchte Landschaft, zerstörte Großstädte und ein paar versprengte Widerstandsgruppen. Über sporadisch möglichen Funk stehen diese Gruppen in Verbindung, koordinieren die Aktionen, mit denen sie den Terminatoren, Hunter-Killern und sonstigen Todesmaschinen Skynets beikommen wollen. Vorbild und Anführer sowie weltweites Sprachrohr des Widerstandes ist John Connor, dessen Rundfunkansprachen die Anhänger auf der gesamten Welt erreichen und vereinen. Der global synchronisierte Anschlag auf die Einrichtungen Skynets mit dem Namen »Sand im Getriebe« soll demnächst stattfinden. In einem anschließenden, von dieser Handlung losgelösten Teil des Comics werden in etwa die ersten 30 Minuten des vierten Terminator-Films »Die Erlösung« in einer 1:1-Adaption aufbereitet. John Connor kämpft im L.A. der Zukunft gegen die Maschinen, der »Gegenspieler« Marcus wird eingeführt, und Kyle Reese, der Vater John Connors, der ihn in der Vergangenheit mit Sarah Connor zeugt (siehe Film »Terminator 1«), wird vorgestellt. Nachdem Panini bereits mit »Terminator: Infinity« (Rezension beim »Geisterspiegel« unter diesem Link) einen Comic zu dem erfolgreichen Franchise rund um die Geschichte des epischen Krieges »Mensch versus Maschine« auf den deutschen Markt brachte, wird jetzt mit dem Prequel zum vierten Film »Die Erlösung« (engl.: »Salvation«) eine weitere Veröffentlichung nachgelegt. Das Softcover-Album deckt dabei die vier Prequel-US-Ausgaben von IDW-Publishing ab, ebenso wie das 22-seitige Movie-Preview aus selbigem Verlag. Für das Prequel hat sich Autor Dara Naraghi Gedanken darüber gemacht, wie ein weltweiter Widerstand gegen die übermächtigen Maschinen wohl aussehen könnte. Logischerweise kann er dabei das Rad nicht neu erfinden, und so ist es kaum verwunderlich, dass seine Story der des Films und auch der des Comics »Infinity« in vielen Dingen gleicht. Aber darum geht es ja auch bei »Terminator«, zumindest, seit dem man dazu übergegangen ist, nicht mehr die Prä-Jüngster-Tag-Geschichten zu erzählen, was sich mit dem Film »Terminator 3« und der aktuellen TV-Serie »Sarah Connor Chronicles« erledigt haben dürfte. Naraghi bindet die Hauptfigur des Films »Erlösung«, John Connor, nur sporadisch in seine Erzählung ein, konzentriert sich stattdessen auf zwei verschiedene Widerstandsgruppen, deren Charaktere in der Detroit-Schiene sehr an Austauschbarkeit kranken, während sich die Arlit-Gruppe doch etwas arg in ethno-religiös-postkolonialistischen Ressentiments wälzt. Anstatt gegen die Terminatoren kämpfen hier die Gruppenmitglieder im Stillen gegeneinander und sich selbst, was nur bedingt als sozialkritisches Element in einen Action-Comic passt (und darüber hinaus auch die Handlung ausbremst). Allgemein kann man an der Dynamik des Comics nicht groß etwas bemängeln, im etwas knapp geratenen Finale knallt es ordentlich, und mehr als ein Charakter stirbt den vorprogrammierten und mäßig blutig inszenierten Heldentod. Zeichner Alan Robinson gibt sich redlich Mühe, die Action, die »Terminator« ausmacht, in seinen Zeichnungen wiederzugeben, was auch gelingt. Doch leider wirken seine Charaktere sehr kantig, teils unproportional. Es sind - meiner Meinung nach - überarbeitungswürdige, weil unsauber gearbeitete Panels verwendet worden, und allgemein wurde mit sehr konventionellen Perspektiven gearbeitet. Ganzseitige Panels gibt es nicht, werden aber auch nicht vermisst, da sich die Detailverliebtheit des Zeichners in Grenzen hält. Schade, da wäre mit mehr Sorgfalt – die eventuell einem engen Zeitplan zur Veröffentlichung in den USA zum Opfer fiel – sicher noch einiges mehr dringewesen. Tom Smiths (Scorpion Studios) Farben sind, gerade auf den ersten Seiten, teils etwas zu dunkel geraten, verstecken mehr, als zu untermalen. Besser sieht es da bei der 22-seitigen Movie-Preview aus. Autor Jeff Mariotte und Zeichner Don Figueroa halten sich beinahe sklavisch an das Drehbuch des Films, dessen hier gekürzte Story, wenn man den Film nicht kennt, vielleicht etwas planlos erscheinen mag – insbesondere, weil man einige Charaktere, z.B. Marcus, nicht richtig einordnen kann. Zeichnerisch gelungen, trotz der kaum dynamisch umzusetzenden Adaption der Actionsequenzen, die im Film ausführlicher und besser gelungen sind, kann Figueroa seinen »Terminator« besser in Szene setzen als sein Kollege vom Prequel-Comic. Leider bricht das Preview naturgemäß irgendwann ab, sodass dieser Comic völlig in der Luft hängt und bestenfalls als gelungene Werbeaktion im Vorfeld des Film-Release betrachtet werden kann. Für den »Terminator«-Fan ist daher insgesamt gesehen der oben erwähnte »Infinity«-Band - als erste Ausgabe der »Terminator«-Reihe bei Panini erschienen und ursprünglich von »Dynamite Entertainment« - die besser Wahl. Für Frühjahr 2010 ist der nächste Terminator-Comic bei Panini geplant, der Inhalt steht noch nicht fest. Schön zu sehen, dass diese Film-Comics – trotz eher durchschnittlicher inhaltlicher Qualität - anscheinend beim deutschen Publikum Anklang finden. Diese Ausgabe im Softcover ist bei 128 Seiten Inhalt (inklusive der Heft-Cover-Galerie der US-Ausgaben, die aber diesmal aufgrund der nicht besonderen Qualität der Titel zu vernachlässigen ist) und einem Preis von 14,95 Euro für den Sammler und »Terminator«-Fan sicher einen Blick wert.
© Sascha Vennemann |