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Rezension - Spiderman - Band 60

Zeb Wells, Todd Nauck
Spiderman - Band 60
Spidey trifft Barack Obama!

Panini Comics, Mai 2009
56 Seiten / 3,95 Euro

Mit Band 60 der laufenden Spiderman-Serie bei Panini steht ein kleines Jubiläum ins Haus. Bevor die Serie einen Neustart erfuhr, hieß sie »Der Erstaunliche Spiderman«. Zusammen mit den Ausgaben, die unter eben jenem Namen erschienen, bildet das aktuelle Heft die Nummer 100. Und um dieses Jubiläum gebührend zu feiern, haben die deutschen Herausgeber etwas besonderes gemacht: Sie haben die US-Ausgabe von »Amazing Spiderman« Nummer 583, in dem der Superheld auf den neuen US-Präsidenten Barack Obama trifft, in der ansonsten chronologischen Abfolge der Abdrucke der US-Hefte vorgezogen. So befinden sich neben besagtem Heft Nummer 583 auch noch die Hefte 566 und 567 in der deutschen Jubiläumsausgabe. Titelstory ist und bleibt aber der leider nur fünfseitige Comic »Spidey trifft Barack Obama«.

Peter Parker ist als Fotograf zum Amtsantritt des neuen Präsidenten am 20. Januar 2009 in Washington, D.C., als bei der Ankunft von Barack Obama ein Doppelgänger von ihm auftaucht! Wer ist nun der richtige Obama? Auftritt: Spiderman. Er stellt beiden Männern Fragen, die nur der echte Obama richtig beantworten kann. Bald ist es klar: Der Doppelgänger ist »Das Chamäleon« und wird sogleich vom Superhelden festgesetzt. Nachdem sich der Präsident als Spidey-Fan geoutet hat, kann er nun endlich auf die Bibel schwören, und Peter Parker bekommt seine Fotos, nicht ohne vorher bewundernd festzustellen, dass Obama die Krise wohl auch ohne seine Hilfe hätte meistern können.

Zeb Wells (Autor) und Todd Nauck (Zeichner) haben ihren kurzen Tribute-Comic an einen bekennenden Spiderman-Fan und den mächtigsten Mann der Welt nett gestaltet. Die Story an sich ist nicht sonderlich originell, die Zeichnungen allerdings gegenüber anderen Spiderman-Ausgaben eher überdurchschnittlich. Trotzdem kann man sich als Leser des Eindrucks nicht erwähren, hier gäbe es ein wenig zu viele Vorab-Lorbeeren für den Ersten Mann der US-Staaten. Wenn Spiderman kommentiert, Obama hätte alles auch alleine schaffen können, erheben ihn die Macher beinahe selbst in den Stand eines Superhelden. Ob das gerechtfertigt ist, auch wenn Barack Obama die USA in einen politischen Neuanfang führen wird, muss sich erst noch zeigen.

Trotzdem ist es ein schöner Zug von Panini-Comics, die Kurzgeschichte in diesem Heft sehr zeitnah an der Veröffentlichung der US-Ausgabe, die schon vor Erscheinen durch Vorbestellungen vergriffen war, ebenfalls zu bringen. Ein gutes, vielleicht sogar gelungenes Beispiel dafür, wie aktuelle politische Ereignisse sich in der Kunst widerspiegeln können.

Den Großteil des Heftes machen allerdings die beiden Stories »Kravens erste Jagd, Teil 2 + 3« aus, wo sich Spidey, seines Kostüms durch seinen Cop-Mitbewohner beraubt, den Anzug von Dare Devil ausleihen muss, um gegen die Tochter des Schurken Kravinoff anzutreten. In New Yorks Untergrund liefern sich Kraven, Vermin und Spidey einen spannenden, oft auch sehr blutigen Kampf ...

Für jemanden, der von Spiderman grundsätzlich nur wenig Ahnung hat, sind diese Geschichten zwar nett erzählt und gezeichnet, sie geben einem aber sicher nicht das Gefühl, ohne Probleme in das Spiderman-Universum eintauchen zu können. Als Einstieg sollte sich da eher die limitierte Amazon-Ausgabe des Heftes im Prestige-Format (104 Seiten, 9,95 Euro) anbieten, die nur bei dem Online-Anbieter erhältlich ist und neben dem Obama-Comic mit Variantcover auch mit einer Zusammenfassung der aktuellen Spidey-Storyline aufwarten kann. Zum Testlesen reicht aber sich auch die im Handel zu bekommende Standart-Ausgabe.
Wer also ein Stück Zeitgeschichte in Comicform sein Eigen nennen will, sollte zugreifen!

Bewertung:



© Sascha Vennemann

 

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