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Rezension - Signal Red Baby

Ren Kitakami
Signal Red Baby

Manga, Taschenbuch
Carlsen, Hamburg, September 2010
194 Seiten / 5,95 €
FSK 16
ISBN: 9783551752871

Kabuki: Das ist der Name für ein traditionelles japanisches Theater, in dem nur Männer spielen - auch die Frauenrollen. Der Manga Signal Red Baby erzählt von den Beziehungswirren einer solchen Theatergruppe.
Der junge Shogo spielt mit Eifer die Frauenrollen im Kabuki. Denn er weiß, dass sein Vater ihn nur dann beachtet, wenn er auf der Bühne steht. Im wahren Leben reden die beiden kaum ein Wort miteinander. Shogo leidet unter der Gefühlskälte seines Vaters. Aber die scheint einen Grund zu haben: Shogos Mutter betrog seinen Vater einst mit dessen Cousin, und Shogo ist das Ergebnis dieses Seitensprunges. Shogo weiß nichts davon. Sein Freund Kazumi kennt die Umstände, aber um Shogo nicht wehzutun, erzählt er ihm nichts. Stattdessen versucht er, immer für den zarten jungen Mann da zu sein. Aber das reicht Shogo nicht.

Die Autorin verlegt ihre Shonen-Ai-Romanze (Shonen Ai bedeutet Liebe zwischen meist jungen Männern) in das Umfeld des Kabuki-Theaters. Schade nur, dass die interessante Welt des Kabuki nur eine Schablone bleibt, aus der man auch für das Shonen Ai viel mehr hätte rausziehen können. Dafür stehen die Beziehungsgeflechte zwischen den einzelnen (natürlich schwulen) Männern im Vordergrund. Dabei geht der Manga sowohl in der Hauptgeschichte als auch in der Extra-Story auf das Thema mangelnde Kommunikation und Verletzlichkeit ein: Die beiden Väter von Shogo sagen dem Jungen nicht die Wahrheit. Der Ersatzvater liebt Shogo zwar, kann es dem Jungen aber nicht zeigen. In der zweiten Geschichte hat der Gefährte von Shogos wahrem Vater Angst vor einer Trennung. Um sich nicht zu sehr an seinen Geliebten zu binden, will er nichts von dessen Vergangenheit wissen. Aber Shogos Vater hätte gern, dass sein Liebhaber mehr Interesse an ihm zeigt. Leider arten die Beziehungsgeflechte in dem Manga oft zu Beziehungswirrwarr aus, weil zu lange offenbleibt, was die Figuren eigentlich sagen wollen beziehungsweise meinen. Der Manga ist aus gutem Grund erst für Jugendliche ab 16 Jahren empfohlen: Es geht teilweise recht deftig zur Sache. Die Zeichnungen sind in Ordnung, wenn auch das gängige Zeichen-Schema für Shonen-Ai-Jungs zu sehr kopiert wird. Insgesamt gesehen eine nette, aber nicht wirklich innovative Geschichte, wie man sie in diesem Genre (zu) oft antrifft.

Bewertung:



Copyright © 2011 by Ulrike Dansauer

 

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