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Yuu Watase Shishunki Miman - Band 1 - 6 Aus dem Japanischen von Burkhard Höfler Manga, kartoniert
Die 16-jährige Asuka Higuchi macht sich nach dem Tod ihrer Mutter auf die Suche nach ihrem Vater. In Tokyo trifft sie ihre Halbgeschwister Manato und Kazusa, von denen sie annimmt, dass sie bei ihrem Vater wohnen. Also quartiert sie sich kurzerhand bei ihnen ein. Die Sache hat allerdings zwei Haken: Auch Kazusa und Manato haben den gemeinsamen Vater bisher noch nicht gesehen. Sie leben allein und werden von einer Haushälterin betreut. Außerdem mag Kazusa Asuka nicht, weil sie befürchtet, dass Asuka ihr ihren heiß geliebten Bruder wegnimmt. Asuka muss sich daraufhin gegen einige Gemeinheiten vonseiten Kazusas zur Wehr setzen. Das fällt ihr allerdings nicht besonders schwer, da Asuka früher in einer Mädchenbande war. Das bekommen auch diverse Jungen zu spüren, die sie zum einen begrapschen wollen oder die zum anderen ihre Freunde belästigen. Schwierigkeiten bahnen sich allerdings an, als Asuka dem Turnverein ihrer neuen Schule beitreten will. Sie hat zwar Talent zum Turnen, wird aber von den anderen Mädchen nicht ernst genommen und darf ihnen deshalb nur hinterher putzen. Kamiya, die Starturnerin der Mannschaft, erkennt sie erst an, als Asuka gegen sie antritt. Daraufhin wird sie zu so etwas wie Asukas Freundin oder besser gesagt: Asuka wird Kamyias Lieblingsrivalin, die gehegt und gepflegt werden muss. Aber das dickste Ei kommt noch: Asuka fängt nämlich an, sich ernsthaft in Manato zu verlieben. Auch Manato zeigt mehr als brüderliche Gefühle für Asuka. Was folgt, ist ein Auf und Ab der Gefühle. Und das nicht nur, weil die beiden erfahren, dass sie angeblich doch keine Geschwister sind, es dann aber wieder heißt, sie seien verwandt. Nein, Manato hat auch so einige RivalInnen, die um die Gunst von Asuka buhlen. Der Manga ist einer der frühen Werke von Yuu Watase (entstanden Anfang der 90er). Man erkennt vom Zeichnerischen her schon, wo die Fahrt hingeht, wobei die Figuren von Shishunki Miman aber etwas rundlicher sind als ihre späteren Figuren. Was keineswegs schlecht ist, denn so wirken sie wenigstens nicht wie halb verhungert, sondern sehen proper und gesund aus. Im Prinzip könnte man den Manga als Mischung aus Yuu Watase, Ranma ½ und Sportmangas allgemein beschreiben. Dass sie sich an den Stil von Rumiko Takahashi, der Schöpferin von Ranma ½, anlehnt, erkennt man schon an den Entwürfen für Shishunki Miman – die Figuren ähneln zeichnerisch fatal denen aus dem Takahashi-Universum. Aber nicht nur die Zeichnungen sind an die bekannte Mangaka angelehnt, sondern auch die Konzeption und der Humor der Geschichte. Kamyia zum Beispiel ähnelt doch sehr Kodachi Kuno aus Ranma ½. Auch die Kämpfe und Wortgefechte, die komisch-brutal sind, erinnern an Takahashis Stil. An Sportmangas im Allgemeinen ist das Schema entnommen, dass Asuka zwar Talent hat, aber bei null anfangen muss (auch weil sie umgezogen ist) und dass sie sich nach und nach Respekt verschafft. Besonders bei Rivalen, die dann später freundschaftlich mit ihr verbunden sind. Aber auch der Kampfgeist Asukas ist an die Sportmangas angelehnt. Ziemlich nahe an der Realität und damit als Identifikationsfiguren gut geeignet sind die Beziehungsprobleme der Figuren. Dabei kann man die Problematik der Inzestliebe getrost außen vor lassen, denn die soll eigentlich nur die Spannung steigern. Die Liebe selbst und damit die Fragen bezüglich Sex und Eifersucht werden gut und anschaulich entwickelt. Besonders schön sieht man das an dem Beispiel, als Manato mit Asuka schlafen will. Asuka ist noch nicht bereit dazu und fühlt sich von Manato bedrängt. Sie weigert sich deshalb, mit ihm das Bett zu teilen, fragt sich aber gleichzeitig, ob sie dann Manato nicht an eine andere verliert. Manato selbst ist frustriert, weil ihm sprichwörtlich die Eier platzen. Aber er sieht nach einigen Verletzungen, die sich die beiden gegenseitig zufügen, ein, dass es so nicht geht. Die Fragen um Liebe und Sexualität werden in diesem Manga großgeschrieben, dessen Originaltitel »Sishunki Miman Okotowari« übersetzt nicht umsonst heißt: »Vor-Pupertät verboten«. Interessant auch eine Episode, in der Asuka von einem Mädchen angehimmelt wird. Denn da setzt sich die Autorin mit Vorurteilen gegenüber homosexueller Liebe auseinander, die in Japan geächtet wird. Sehr schön auch, dass die Mädels alle sehr selbstbewusst sind. Das wird leider wieder etwas relativiert, indem Manato Asuka nicht nur lieben, sondern auch beschützen will. Asuka zeigt schließlich zur Genüge, dass sie keinen Beschützer braucht. Fazit:
© Ulrike Dansauer |