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Rezension - Resistance - Team Alpha

Resistance - Team Alpha
Zeichnungen: Ramón Pérez, C. P. Smith, Kody Chamberlain
Text: Mike Costa

Comic, Softcover mit Faltumschlag
Panini Comics, Nettetal-Kaldenkirchen, November 2009
148 Seiten /16,95 €
ISBN: 9783866078628

Als 1908 in Sibirien in der Nähe des Flusses Tunguska ein Meteorit einschlägt, ahnt noch niemand, dass dieser Felsbrocken aus dem All das Verderben auf die Erde bringt. Vierzig Jahre später passieren in Russland seltsame Dinge. Grausame Kreaturen erobern die Sowjetstaaten, überrennen innerhalb von wenigen Wochen ganz Europa. Die sogenannten »Chimera« breiten sich als Virus aus – jeder Infizierte verwandelt sich in eines der Viecher, die es in verschiedenen Ausführungen gibt und die nur mit Kühlpacks auf dem Rücken überleben können. Feuer und Hitze sind ihnen ein Gräuel. Trotz dieser bekannten Schwachstelle kann sich der einzig nennenswerte Widerstand (daher »Resistance«) in England nicht lange gegen die Invasion wehren – Die »Chimera« graben sich unter dem Ärmelkanal hindurch.
1951 schließlich steigt Amerika in den Krieg mit ein. Ein Marine mit dem Namen Nathan Hale wird von dem Virus infiziert, überlebt aber seltsamerweise und scheint immun zu sein. Aufgrund der Untersuchungen an ihm wird das »Projekt Abraham« gestartet. Ein »Team Alpha« wird ausgerüstet – immunisierte Soldaten, die das Virus verabreicht bekommen haben und durch ihn zwar nicht verwandelt werden, aber widerstandskräftiger und stärker geworden sind. Unter der Leitung von Sergeant Capelli muss das Team auf eine Selbstmordmission nach Alaska. Im dortigen Ford Anchorage sind die »Chimera« eingefallen und haben die Atombombe erobert. Die Klimawandler der Außerirdischen, die die Erde langsam in eine neue Eiszeit drängen und so als Lebensraum für die kälteliebenden Aliens erschließen, haben dafür gesorgt, dass die Beringstraße zugefroren ist. Die Feinde können über das Eis in die USA einmarschieren. Schon auf dem Weg per Schiff werden Capelli und seine Männer angegriffen, ein Chimera-Seeungeheuer nimmt den Zerstörer komplett auseinander. Auch an Land müssen sich die – durch ihre genetische Modifikation gegen Kälte immunen – Soldaten immer wieder gegen Einheiten der Außerirdischen wehren. Im Fort selbst treffen sie nur noch den Wissenschaftler Oppenheimer lebend an, alle anderen Menschen warten in einer Lagerhalle verpuppt darauf, als Chimera wieder zu erwachen. Mit Hilfe von Oppenheimer muss es Team Alpha gelingen, die Bedrohung durch die Atombombe abzuwenden. Horden von monströsen Kreaturen versuchen sie aufzuhalten ...

In der zweiten Story des Bandes erleben wir den Krieg gegen die Chimera aus der Sicht des jungen Engländers James Grayson mit. In ständiger Konkurrenz zu seinem Bruder, der wie ihr gemeinsamer Vater von Anfang an zu den Streitkräften ging, musste er seinen Weg zum Militär erst über die Kleinkriminalität und Arbeitslosigkeit finden. Als die Außerirdischen schließlich mit ihren Tunnelbohrern auf der Insel durchbrechen, ist es James, der die Invasion vorerst stoppen kann. Doch immer noch ist der Bruder, der sich allein durch Europa geschlagen hat und eine Gruppe von Menschen zu retten versuchte, nicht von den Absichten James’ überzeugt. Als Graysons Bruder in Gefangenschaft gerät und mit dem Chimera-Virus infiziert wird, weiß James genau, was zu tun ist ...

Videospiele, die als Launchtitel für eine Konsole auf den Markt kommen, haben unter Ihresgleichen immer einen besonderen Status. Was wäre der z.B. erste Gameboy ohne Tetris gewesen? Das »Resistance«-Franchise hat seinen Anfang mit dem ersten Teil des Spiels genommen, der als ein solcher »Launchtitel« für die Playstation 3 zusammen mit dieser Konsole in den Jahren 2006/2007auf den Markt kam. Die Spiele sind nur auf dieser Konsole erhältlich, dazu gibt es noch eine andere Adaption auf der Playstation Portable. Anfang bis Mitte 2009 erschienen bei Wildstorm in den USA insgesamt sechs Einzelhefte, die jeweils einen Teil der beiden in diesem Band vereinten Stories brachten. Panini hat sie zusammengesetzt und hintereinander im Softcover vereint.
Wie man es von einer Umsetzung eines Egoshooters als Comic erwartet, sind die Geschichten an sich nicht sehr originell. Mike Costa, Autor u.a. für »G.I. Joe« und »Transformers«, macht einen soliden Job und entwickelt anhand der Handlungsrahmen der Spiele ein Szenario, in dem sich seine Soldaten austoben können. Vieles erinnert an bereits Gesehenes, inhaltlich ist der »Gears of War«-Comic (Rezi ebenfalls hier beim »Geisterspiegel«) – von den Grundzügen her – sehr ähnlich. Auch die Spiele variierten nur Ideen bekannter Kriegsshooter wie »Call of Duty« oder »Medal of Honor« mit einer alternativen Zeitlinie, in der der Zweite Weltkrieg nicht stattgefunden hat und stattdessen die Chimera die Welt bedrohen. Wenn es also schon rein strukturell nicht die Story sein kann, die hier begeistern soll, erfüllen dann die Zeichnungen ihren Zweck? Die Antwort muss lauten: bedingt. Der Zeichner der ersten Story, Ramón Pérez, hat zwar einen eigenen, reduzierten Stil – damit aber auch das Pech, bei großflächigen Panels ein wenig die Details zu vernachlässigen. Ganzseitige Zeichnungen finden sich erfreulich selten, dennoch muss man sich bei einigen Seiten die Frage gefallen lassen, ob Bilder nicht künstlich groß gehalten wurden, da die Motive manches Mal ein wenig verloren aussehen und sehr viel eintönig gehaltenen oder nicht gestalteten Hintergrund beinhalten. Pérez Möglichkeiten, in reduzierten Strichen Gesichter mit Ausdrucksstärke zu versehen, sind aber erstaunlich breit gefächert. Insbesondere in den beiden letzten Kapiteln dieser ersten Geschichte merkt man allerdings, dass einige Bilder noch weiter bearbeitet hätten werden können. Die blassen Farben sind passend eingearbeitet, tragen aber nicht besonders viel dazu bei, diesen Teil des Bandes attraktiver zu machen.

Die zweite Story, wenn auch die kürzere, ist die bessere der beiden. Das liegt nicht zuletzt an der etwas differenzierteren Storyline um den familiären Konkurrenzkampf zweier Brüder im Militär – und an den Künstlern C.P. Smith und Kody Chamberlain, die in der Gestaltung ihrer Zeichnungen den geringeren zur Verfügung stehenden Platz mit schönen, detailreichen Panels füllen. Die siebdruckartige, grobkörnige Farbgebung lässt eine echte »Kriegsfilm«-Optik entstehen. Insgesamt ist dieser zweite Teil der ansprechendere von beiden »Resistance«-Comics.

So dürfte dieser Band eher nur für Fans der Spielereihe eine Anschaffung wert sein. Alle anderen Comic-Leser kennen die verwendeten Story- und Optikelemente zu Genüge. Auch hier sind die verlangten 16,95 Euro für 148 Seiten, inklusive einer eher unspektakulären Cover-Galerie, sicher für manchen Käufer ein Argument, sich anderweitig umzusehen. Oder sich das Geld für einen angekündigten dritten Teil des Games zurückzulegen.

Bewertung:



© Sascha Vennemann

 

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