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Zwei Rezensionen verfügbar. |
Neonomicon Enthält Alan Moores The Courtyard 1–2 und Neonomicon 1 – 4, erschienen bei Avatar Press Aus dem Amerikanischen von Gerlinde Althoff Farben: Juan Mar Comic, Softcover mit Klappbroschur, durchgehend farbig FBI-Agent Aldo Sax ermittelt in einer Serie mysteriöser Mordfälle. Die Opfer wurden allesamt auf die gleiche Weise getötet, nicht aber von ein und derselben Person. Mehr noch – die Täter kannten einander nicht einmal und haben auch sonst nichts miteinander gemein. Eine sehr knappe Zusammenfassung des Comics, man möge es mir verzeihen. Aber jedes weitere Wort würde der Geschichte vorgreifen – und das möchte ich auf jeden Fall vermeiden. Denn eines sei an dieser Stelle bereits verraten – der Plot hat es in sich und bleibt undurchsichtig und spannend bis zum Schluss. Als Howard Phillips Lovecraft – kurz H. P. Lovecraft – seinen Arkham-Zyklus schuf – vom Cthulhu-Mythos sprach er selbst nicht, denn dieses Wesen nahm bei ihm keine überragende Stellung ein – , ahnte er mit großer Sicherheit nicht, welche Nachwirkungen sein Lebenswerk haben würde. Noch heute treten Autoren in seine Fußstapfen und erfinden immer neue Geschichten rund um die Großen Alten, Arkham und Cthulhu. Spuren von Lovecraft finden sich sogar in einem der bekanntesten Comics – heißt doch das Irrenhaus von Gotham City Arkham Asylum. Die Zeichnungen und auch die Farbgebung sind gelungen und untermalen die gut durchdachte Geschichte. Es macht Spaß, den Protagonisten zu folgen – bis hin zum bitteren Ende, welches den Leser nachdenklich zurücklässt. Fazit: |
Neonomicon Enthält Alan Moores The Courtyard 1–2 und Neonomicon 1 – 4, erschienen bei Avatar Press Aus dem Amerikanischen von Gerlinde Althoff Farben: Juan Mar Comic, Softcover mit Klappbroschur, durchgehend farbig Während den Ermittlungen in Fällen bizarrer Ritualmorde wird Agent Sax wahnsinnig und selbst zum Mörder, woraufhin er in einem Hochsicherheitsgefängnis für psychisch kranke Gewaltverbrecher untergebracht wird. Die FBI-Agentin Merril Brears und ihr Partner Gordon Lamper sollen den Fall erneut aufrollen. Zu diesem Zweck wollen sie Agent Sax befragen, der ihnen jedoch nur in einer Art archaischer Sprache antwortet und bei der Erwähnung einer Disco namens Club Zothique abrupt verstummt. Angeblich sei der Wahnsinn einer Droge anzulasten, die Sax von einem gewissen Johnny Carcosa in eben jener Disco erhalten hat. Als verdeckte Ermittler statten Merril und Gordon dem Club einen Besuch ab, doch von Johnny finden sie keine Spur, dafür können sie die Sängerin der Band The Ulthar Cats festnehmen, die offensichtlich ebenfalls an einer Art psychischer Auffälligkeit leidet und Merril Brears während der Razzia attackiert. In der Wohnung Carcosas finden sie nur noch die Leiche seiner Mutter, die sich auf grausame Art und Weise selbst umgebracht hat. Bei der Durchsuchung werden mehrere pornographische Filme voller Perversitäten sichergestellt. Die Spur führt die beiden FBI-Agenten zu einem Sex-Shop in Salem, Massachusetts. Dort machen Brears und Lamper, als Pärchen getarnt, die Bekanntschaft mit einer Gruppe von Leuten, die die Werke von H.P. Lovecraft verehren und eine Art Swingerclub gegründet haben, in den sie die beiden Undercover-Agenten spontan einladen, die, erfreut durch das unerwartete Vorankommen in dem Fall, sogleich zusagen. Ein schwerwiegender Fehler, denn was Merril Brears und Gordon Lamper in den Gewölben unterhalb des Sex-Shops erleben, ist ein Alptraum aus Gewalt, Sex, Wahnsinn und Tod ... Alan Moore, bekannt durch Watchmen oder auch die düstere Graphic-Novel From Hell schuf mit Neonomicon ein wirklich bahnbrechendes Werk in Sachen Horror-Comics. Und Jacen Burrows hat es fabelhaft verstanden den zyklopischen Schrecken, angelehnt an Lovecrafts Cthulhu-Mythos im Allgemeinen und an die Kurzgeschichte Dagon im Speziellen, grafisch darzustellen. Auf 160 Hochglanzseiten wird der Leser plakativ mit dem konfrontiert, was Lovecraft seinerzeit nur vage anzudeuten wagte. Namenlose Kulte, unaussprechliche Rituale, dämonische Götzen unbekannten Ursprungs und die sexuellen Perversitäten, die damit einhergehen. Jacen Burrows hat den Monstrositäten ein erschreckendes Antlitz verliehen, seine Stärke liegt jedoch vor allem im Mienenspiel der Pro- und Antagonisten. Die Figuren leben in vor allem durch die Bilder und erst in zweiter Linie durch die Dialoge. Dabei ist Neonomicon eine tiefe Verbeugung vor dem Werk Lovecrafts, und zig Andeutungen und Namensgebungen wie The Ulthar Cats (Die Katzen von Ulthar) und Club Zothique sprechen eine deutliche Sprache. Die Geschichte, teilweise bitterböse und grausam sadistisch, ist nichts für Zartbesaitete, wodurch die Altersempfehlung ab 18 Jahren ernst genommen werden sollte. Gerade die Angst und Panik der Agentin Merril Brears wirkt außerordentlich realistisch, insbesondere durch die plastische Darstellung durch Burrows Zeichnungen. Die Sprache Aklo und die schrecklichen Visionen bilden einen surrealen Alptraum, der direkt dem Hirn Lovecrafts entsprungen zu sein scheint. Wer das Werk des Schriftstellers zu schätzen weiß, nicht aber seine puritanischen Ansichten teilt, der kommt an Alan Moores Neonomicon nicht vorbei. Das großformatige Cover zeigt die Fischmenschen in all ihrer kreatürlichen, abnormen Scheußlichkeit. Der gigantische Schatten im Hintergrund auf der Rückseite des Bandes soll vermutlich den finsteren Gott Dagon darstellen. Insgesamt ist das Buch sehr hochwertig gestaltet worden und jeden einzelnen Cent seines Geldes wert. Fazit: Copyright © 2012 by Florian Hilleberg |