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Rezension - Max 41: Deathlok - Der Zerstörer

Charlie Huston, Lan Medina
Max 41: Deathlok - Der Zerstörer
Sammelband, 7 Kapitel. Original unter den Titel Deathlok The Demolisher 1 - 7; erschienen bei Marvel 2010
Aus dem Amerikanischen von Bernd Kronsbein
Cover der Einzelausgaben: Brandon Peterson

Comic, Softcover mit Faltcover, durchgehend farbig
Panini Manga und Comic, Stuttgart, Juli 2011
180 Seiten / 18,95 €

www.paninicomics.de

Die nicht allzu ferne Zukunft.
Kriege sind Massenunterhaltung, Gewalt allgegenwärtig. Von TV-Stationen zelebriert kämpfen verschiedene Gruppen um politische oder wirtschaftliche Vorteile.
Roxxon – eine der großen TV-Stationen, weiß, was sie ihren Zuschauern schuldig ist. Soldaten mutieren zu Helden und werden auch außerhalb des Schlachtfelds vermarktet – Merchandising vom Feinsten.
Einer dieser Helden, Roxxons und der Welt Liebling, ist Mike Travers. Ein Haudrauf, der für Einschaltquoten und Ruhm über Leichen geht – und nicht nur über die seiner Feinde. Kein Wunder also, dass er damit den Widerwillen seines Captains erregt, denn dieser will Schlachten gewinnen, ohne die eigenen Leute zu verheizen.
Bei einer der Schlachten kommt es zur Katastrophe, beide sterben. Doch auch das übrig gebliebene Menschenmaterial kann man noch verwenden, und so benutzt man Teile, um eine tödliche Kampfmaschine zu konstruieren.
Deathlok – Der Zerstörer wird geboren.
Dumm für Roxxon, dass auch Hirnteile von Travers und seinem Captain benutzt werden und der Cyborg entgegen aller Planung ein Bewusstsein entwickelt. Und das lässt die Todesmaschine völlig anders handeln, als gewünscht …

Deathlok wurde bereits 1974 von Rich Buckler und Doug Moench erfunden und erscheint seit dieser Zeit immer mal wieder in den Comics von Marvel.
Dabei handelte es sich nicht immer um die gleichen Personen, die zum Cyborg mutierten, sondern die Geschichten variierten, die Kriege, in denen Deathlok entstand, änderten sich – bis hin zum Irak-Krieg 2007.
2010 nahm sich der bekannte Autor Charlie Huston – bekannt unter anderem für seine Joe Pitt-Romane – der Figur an und führte sie in einer Miniserie, die außerhalb der Serien-Kontinuität läuft, zurück zu ihren Anfängen.
Unterstützt von Lan Medina schuf er eine düstere, gleichwohl satirisch überzeichnete Zukunftsvision, in der sich ein Wesen wie Deathlok wie zu Hause fühlen kann.

Tatsächlich ist das, was Huston hier abliefert, in sich stimmig und spannend. Schaut man sich die immer bizarreren Sendungen auf den privaten Kanälen an und – mehr noch – deren oftmals sensationslüsterne Berichterstattung von den Krisenherden der Welt, kann man sich Krieg als Unterhaltung für die Massen sehr gut vorstellen. Brot und Spiele mit hochgerüsteten Gladiatoren.
Die Zeichnungen und die Farbe sind nicht minder gelungen und schaffen es, dem Leser ein beklemmendes, gleichwohl aber überzeichnetes Bild von den Geschehnissen zu liefern.
Anders als MAX 40 - Punisher ist der Realitätsgehalt hier sehr viel niedriger angesetzt, sodass auch Jugendliche ohne Probleme zum Comic greifen können. Eine Moral in Form eines Antikriegsepos findet sich in dem Band jedoch nicht; Gewalt ist ein legitimes Mittel, um Ziele zu erreichen. Denn selbst die Menschlichkeit, die Deathlok blieb, wird von gewalttätigen Erinnerungen dominiert.

Fazit:
Ein gelungener Band, der die Geschichte von Deathlok neu erzählt und dabei auf Feinheiten achtet, die Spaß machen. Blutig, überspitzt, spannend. Was will man mehr?

Copyright © 2011 by Gunter Arentzen

 

© by 2011
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