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Rezension - Luuna

Didier Crisse, Nicolas Keramidas, Bruno Garcia
Luuna Band 1 bis 3

Comic, Album
Splitter, 2008 Bielefeld
ca. 48 Seiten/ 12,80 € pro Band
ISBN: 9783939823803 (Bd. 1), 9783939823810 (Bd. 2), 9783939823827 (Bd. 3)

Band 1 »Die Nacht der Totems«

Luuna vom Stamm der Paumanoks steht kurz davor, ihrem Totem zu begegnen. Doch die Nacht, die man dafür ausgesucht hat, steht unter schlechten Vorzeichen. Luuna lässt sich davon aber nicht beirren, und so nimmt das Unheil in Gestalt des bösen und mächtigen Nachtgeistes Unkui seinen Lauf, denn anstatt nur einem Totem erhält Luuna zwei: einen weißen, guten Wolf und einen bösen, schwarzen Wolf, der unter Unkuis Einfluss Luuna in Vollmondnächten zu bösen Taten verleitet.

Band 2 »Die Dämmerung des Luchses«

Luuna ist auf dem Weg zum Großen Sand, um dort ein magisches Volk zu treffen, dass sie von ihren Totems befreien kann. Unterwegs trifft sie den uralten Geschichtenerzähler Unsichtbarer Luchs, der sein Totem verloren hat. Luuna soll ihm helfen, sein Totem wiederzufinden.

Band 3 »Auf den Spuren von Oh-Mah-Ah«

Wieder einmal hat Luuna in der Vollmondnacht Tod und Verderben gebracht. Nun soll sie dafür büßen. Shinakas, kleine, weibliche Naturgeister mit Libellenflügeln, geleiten Luuna zu Oh-Mah-Ah, dem letzten Überlebenden eines Riesenvolkes, der ihr erzählt, wie sein Volk durch die »Kleinfüßler« umkam. Er zeigt ihr auch das Ha Wah Taka, das Salz des Lebens, mit dem sie ihre Untat wieder gutmachen kann.

Der Name »Luuna« ist bezeichnend für die Story: lat. luna für Mond, engl. looney für Verrückter bzw. lunatic für verrückt drückt genau das aus, was mit Luuna passiert. Luuna ist in Vollmondnächten nicht mehr sie selbst, sondern steht unter dem Einfluss Unkuis, der sie zum Bösen verleitet. Sie kann sich hinterher nicht mehr an ihre Taten erinnern, hofft aber, nicht allzu viel Schaden angerichtet zu haben. Die Parallele zu Mondsüchtigen, die nicht wissen, was sie tun, drängt sich auf. Die Story selbst ist zwar einfach, aber kurzweilig gehalten. Der Anlass der Queste, die beiden ungewollten Totems, sind der Ausgangspunkt für einzelne, in sich abgeschlossene Abenteuer pro Band, die Luuna zwar in ihrem Vorwärtskommen behindern, aber gleichzeitig erkennen lassen, dass sie dem Bösen nicht völlig verfallen ist. Der zweite Band schreitet allerdings in Bezug auf den Sohn von Unsichtbarer Luchs, Sitzender Fuchs, etwas zu schnell voran. Dessen Bitte, Luuna möge bei ihm bleiben, kommt einfach zu unmotiviert, da sich die beiden weniger als kaum kennen. Außerdem spielt Sitzender Fuchs nur in den letzten Seiten eine Rolle. Hübsch gestaltet sind dagegen die Totems von Luuna: Der weiße Fuchs hat links ein schwarz umrandetes Auge und spricht in schwarzen Sprechblasen mit weißer Schrift, der schwarze Fuchs dagegen hat rechts ein weiß umrandetes Auge und spricht in weißen Sprechblasen mit schwarzer Schrift. Nicht nur, dass diese Aufteilung ein wenig an das asiatische Yin Yang erinnert, dessen beide Teile ebenfalls nicht völlig schwarz bzw. weiß sind, sondern auch das, was mit dieser Durchdringung impliziert wird, ist interessant: Reine Bosheit bzw. reine Güte existiert nicht. Zur Auflockerung der Story dienen wohl die verschiedenen Naturgeister. Sehr knuddelig und putzig gemalt sorgen sie für witzige Streitgespräche untereinander oder mit Luuna und den Wölfen. Die Zeichnungen selbst kommen auffallend eckig und kantig daher (abgesehen von Luuna und anderen Frauen, bei denen nur die Nase kantig ist). Dazu, dass leider auch hier die Frauenkörper in dem ansonsten ansprechenden Comic männlicher Fantasie entspringen, brauche ich wohl nichts mehr zu sagen. Schade, dass sich in dieser Hinsicht auch bei den franko-belgischen Comics Klischees hartnäckig halten.

Bewertung:



© Ulrike Dansauer

 

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