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Rezension - Lebe deine Liebe - Band 1 bis 3

Kaho Miyasaka
Lebe deine Liebe - Band 1 bis 3
Aus dem Japanischen von Antje Bockel


Manga, kartoniert
Egmont Ehapa Köln, Januar/April/Juli 2009
j192, 172 und 184 Seiten/ je 6, 00 €
ISBN: 9783770469987 (Bd.1), 9783770470112 (Bd.2), 9783770470129 (Bd.3)

Kotori Kaji ist ein schüchternes Mädchen. Sie hofft, dass sie ihre Schüchternheit überwinden kann, wenn sie auf die Senior High School kommt. Aber auch da wird es nicht besser. Sie findet keine Freunde. Also vergräbt sie sich wieder in ihr Lieblings-Dating-Game. Dabei wird sie von einem Mitschüler, der wie sie den Nachnamen Kaji trägt, beobachtet und gutmütig verspottet. Yukito Kaji, der Gerüchten nach früher ein Punk war, mag Kotori, kann es ihr aber nicht zeigen. Schließlich überwindet er sich und gesteht ihr seine Liebe. Aber Kotori glaubt ihm nicht. Sie denkt, das wäre wieder einer seiner Scherze. Als die beiden schließlich doch zusammenkommen, gibt es allerdings immer wieder Schwierigkeiten, denn sie können kaum einmal unbeschwert miteinander umgehen. So kommt es zu vielen Missverständnissen. Nur langsam gelingt es den beiden, sich einander zu öffnen und über sich und die Missverständnisse zu reden.

Sehr schöner Manga über die erste Liebe und die Unsicherheiten, die diese Liebe begleitet. Aber auch ein sehr schöner Manga über die Selbstfindung insgesamt. Schüchterne haben es nicht leicht in einer Gesellschaft, die voraussetzt, dass man auf andere zugehen kann, und die extrovertierte Menschen bevorzugt. Bestenfalls werden schüchterne Menschen ignoriert, schlimmstenfalls ausgenutzt und gemobbt. Nur die »Starken« (oder anders ausgedrückt: die unsozialen Grobklötze oder fiesen Mobber) werden ernst genommen. Auch das zeigt der Manga - und wie selbstverständlich unsoziales Verhalten ist. Yukito kann sich aufgrund seines Rufes als Ex-Punk überall Gehört verschaffen. Die nette, liebenswürdige Kotori leider nicht. Im Gegenteil, eine Mitschülerin, die sich in Yukito verliebt hat, legt ihr auf subtil-fiese Art allerhand Steine in den Weg. Um ihre Einsamkeit zu ertragen, flüchtet sich Kotori in Dating-Games. Im Grunde genommen ein Szenario, das sich so oder so ähnlich in jeder x-beliebigen Schule abspielen kann, denn in jeder Klasse gibt es Außenseiter. Die sind meist deshalb Außenseiter, weil sie von den anderen (oft schon wegen Kleinigkeiten und/oder weil sie schüchtern sind) nicht akzeptiert werden. Wie schwer es solchen Menschen fällt, in der Gesellschaft Fuß zu fassen, zeigt der Manga in der Figur der Kotori. Und dass das eigentlich nur gelingen kann, wenn andere auf einen zukommen und einen so akzeptieren, wie man ist. Wobei der Manga durchaus richtig darstellt, dass das zumindest anfangs mit Schwierigkeiten verbunden ist, weil sich der ausgegrenzte Mensch nach all den schlimmen Erfahrungen nur schwer öffnen kann. Sehr einfühlsam zeichnet er den Weg nach, den Kotori geht, um zu mehr Selbstbewusstsein zu finden. Das geschieht in diesem Fall, indem sie sich des geliebten Menschen wegen überwindet und mehr aus sich herausgeht. Auch Yukito kämpft mit sich. Möglicherweise auch wegen des Rollenklischees, dass ein Mann hart zu sein und keine Gefühle zu zeigen hat. Aber das fruchtet bei Kotori nicht und so muss er sich Wege überlegen, wie er ihr gegenüber seine Gefühle ausdrücken kann. Das geschieht in den ersten drei Bänden noch recht ruppig und wenig einfühlsam. Aber immerhin ist er in der Lage, ihr seine Liebe zu gestehen, und er lernt allmählich dazu.

Fazit: lesenswert!

Bewertung:



© Ulrike Dansauer

 

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