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Rezension - Die Minimenschen

Pierre Seron
Die Minimenschen Maxiausgabe - Band 1
Originaltitel: Les Petits Hommes
Übersetzung aus dem Französischen von Bernd Leibowitz

Comic-Album, Hardcover
Egmont Ehapa Comic Collection, Köln, Oktober 2008
176 Seiten / 29,95 €
ISBN: 9783770432479

Dass die Minimenschen nicht besonders groß sein können, verrät ja schon der Titel. Aber nicht groß zu sein, heißt ja nicht, nix auf den Schlappen zu kriegen. Klar, die Menschlein von der Größe einer Maus müssen sich vor selbiger fürchten und auch Heuschrecken sind als Gegner nicht zu verachten, aber was an Größe fehlt, reißt die Pfiffigkeit wieder raus. So erholt man sich relativ rasch von dem Schock, durch die Wirkung eines Meteoriten auf Minigröße geschrumpft zu sein und errichtet eine hypermoderne Stadt innerhalb der Zisternen der alten Heimatstadt Eslapion. Immer darauf bedacht, von den »Großen« nicht entdeckt zu werden, bedienen sich die Minimenschen mithilfe von kleinen Flugschiffen und anderen Erfindungen aus der Welt oberhalb der Zisternen und erleben eine Menge Abenteuer.

Sechs davon sind in diesem Band enthalten:
Alarm in Eslapion: Die Minimenschen müssen sich gegen das Militär wehren, das ausgerechnet auf ihren Zisternen sein Materiallager errichten will.
Auf der Flucht sind die beiden einzigen Gefängnisinsassen der Minimenschen, die natürlich sofort wieder eingefangen werden müssen, sollen sie den »Großen« nicht die Existenz der »Kleinen« verraten.
Der lachende Mini kann gar nicht mehr aufhören zu lachen, sodass die Minimenschen die Hilfe eines »großen«, bekannten Arztes in Anspruch nehmen müssen, um ihm zu helfen.
Der Hahn im Korb erweist sich als Bremsklotz für eines der Flugschiffe, das sich im Wetterhahn von Eslapion verheddert hat und das noch vor Morgengrauen geborgen werden muss, wenn die »Kleinen« nicht entdeckt werden wollen.
Ostern für zwei Kinder ist nur durch die Hilfe der Minimenschen möglich, die einer armen Bauernfamilie das schönste Osterfest seit Jahren bescheren.
Minimenschen ganz groß erzählt von der Odyssee von vier Minimenschen, die nach einem Absturz ihres Flugschiffes wochenlang durch die Welt der »Großen« irren, ohne dass die für sie abgestellte Suchmannschaft sie findet.

Schade, dass dieser Band »nur« ein Vorwort von Lucky-Luke-Zeichner Achdé zu bieten hat, aber der Verlag kündigt ausführliche Erläuterungen zu Leben und Werk Serons für die nachfolgenden Bände der Minimenschen an. Ansonsten verliebt man sich gleich in die putzigen Gesellen, die ihr Schicksal so clever und mit Humor meistern. Wie meist bei Sammlungen fällt auch hier auf, dass der Zeichenstil des Künstlers sich im Laufe der Zeit entwickelt, bis er »charakteristisch« für die Serie wird. So sieht Renaud, die Hauptfigur der Minimenschen, im ersten Comic »Alarm in Eslapion« von 1967 noch recht bieder aus mit der einigermaßen gescheitelt-geschniegelten Frisur. Später wuchert der Pony für Renaud typisch über die Stirn hinaus und der Haarwirbel am Hinterkopf ist deutlich zu sehen. Auch die Augen beschränken sich im ersten Comic auf zwei schwarze Knopfäuglein, während später die Pupille von viel Augenweiß eingerahmt wird. Wer sich vom Zeichenstil her an »Spirou« erinnert fühlt: Kein Wunder, denn Seron hat für das gleichnamige Magazin gezeichnet, dessen charakteristischer Strich als Marcinelle-Schule in die Comicgeschichte eingegangen ist.
Vom Inhalt her erwartet den Leser typisch franko-belgischer Humor, der einem bei jeder Geschichte zum Schmunzeln bringt.

Fazit:
Wer die charakteristischen Zeichnungen der Marcinelle-Schule (vgl. z.B. die Comicserie »Spirou«) und den typischen franko-belgischen Humor mag, sollte sich »Die Minimenschen« unbedingt zulegen!

Bewertung:



© Ulrike Dansauer

 

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