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Rezension - Der Wanderer im Eis

Jiro Taniguchi
Der Wanderer im Eis


Manga
Schreiber & Leser, München 2006
Für ältere Jugendliche und Erwachsene
240 Seiten/ 14,95 €
ISBN: 9783937102498

Dieser Band enthält mehrere kurze Erzählungen:

Der Wanderer im Eis: Die Goldgräber Jack und Fred begegnen einem seltsamen, alten Mann, der sie vor dem Erfrieren rettet.

Wilder Weißer Westen: Die Schlittenhundfahrer Henry und Bill sollen die Leiche eines Adligen aus dem Eis bergen und werden dabei von einem Rudel hungriger Wölfe und einer Hündin mit rotem Fell verfolgt.

Herr der Berge: Ein alter Mann verliert seinen Sohn, als dieser von einem Bären getötet wird. Drei Jahre später macht er sich auf, seinen Sohn zu rächen.

Kaiyose-Jima. Die Muschelfängerinsel: Der achtjährige Takashi verbringt den Sommer bei seinen Verwandten. Eines Tages fahren er und seine Freundin Yae aufs Meer hinaus und geraten in einen Sturm.

Die Shokaro Apartments: Ein junger Mangaka (Mangazeichner) lebt zusammen mit einer bunt gewürfelten Schar von Mietern in einem ehemaligen Bordell, das von einem melancholischen Geist durchdrungen ist.

Das Lied der Wale: Ein Ozeanologe setzt sich zum Ziel, den geheimnisvollen Walfriedhof zu finden.

Wie auch schon in seinen anderen Werken (z.B. Vertraute Fremde, Die Stadt und das Mädchen) spielen hier Männer die Hauptrolle. Stille, ernste, tiefgründige Männer, die jeder für sich sich den Herausforderungen des Lebens, in diesem Manga v.a. der Natur, stellen. Bis auf die Erzählung »Herr der Berge«, die mit der platten Erklärung »Das geht nur ihn und mich an« den Alleingang des Mannes gegen den Bären begründet, sind alle Storys sehr gut gelungen und tiefsinnig, manche sogar mystisch. Das Ende der Geschichte schließt mit der Erzählung nicht wirklich ab, sondern deutet weitere Lebensepisoden an, von denen aber immer nur eine in Form einer Erinnerung erzählt wird. Wie immer in Taniguchis Werken reicht jedes Panel mit seinem Detailreichtum und den eher realistischen Zeichnungen schon fast an ein kleines Kunstwerk heran, womit die Storys noch eindringlicher wirken.
Abgerundet wird der Manga durch eine Biographie über den Mangaka.

Bewertung:



© Ulrike Dansauer

 

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