Sie sind hier: Startseite - Background - Rezensionen - Musikrezensionen - Natacha Atlas/Mishmaoul


Musikrezensionen

NATACHA ATLAS
MISHMAOUL

(Mantra Recordings – MNTCD 1038)
10 Songs – 52 Minuten

Hörprobe: HIER KLICKEN

Was ist denn das!?! So meine Reaktion, als ich die CD das erste Mal hörte. Pop aus Ägypten, kann man als lapidare Antwort gelten lassen. Also noch einmal hören, dann noch einmal. Es dauerte nicht lange und ich war vernarrt in die Platte. Also folgten ein paar frühere CD’s, denn immerhin ist MISHMAOUL schon ihr achter Longplayer. Wow, Musik, die anders ist, Kompositionen, die sich häufig allen Konventionen entziehen, mit einer sehr variablen Stimme und Instrumenten, die uns zum Teil unbekannt sind. Ein häufig erfrischender Mix aus arabischen Klängen, britischen Pop-Einflüssen und einigen Dance- und Hip-Hop-Akzenten. Schnell mal nachlesen: Natacha Atlas ist Ägypterin, in Belgien geboren, in der Londoner Club-Szene musikalisch aufgewachsen, in den 90’ern Mitglied der Multi-Kulti-Truppe Transglobal Underground. Und so unbekannt ist die Dame nicht, wenn man sie auch praktisch nicht wahr genommen hat. Sie war auf einigen US-Soundtracks zu hören (JAMES BOND: DIE ANOTHER DAY, HULK oder STARGATE) und arbeitete mit diversen Künstlern zusammen wie Jean-Michel Jarré oder Sarah Brightman. Was sie aber auf ihren eigenen Platten bringt, ist für manche Zuhörer sicherlich grauenvoll, für andere aber interessant und ungewöhnlich (zumindest aus unserer, westeuropäischer Hörweise heraus). Hier wird, wenn man es so nennen will, schräger Pop geboten. Die Wurzeln der arabischen Musik spielen eine grosse Rolle. Wer allerdings klassische Bellydance-Musik erwartet, der ist hier fehl am Platze. Es steht sehr wohl die Pop-Orientierung im Vordergrund, wenngleich einheimische Instrumente dominieren. Aber da gibt es dann schon mal eine Rap-Einlage (FEEN und LA LIL KHOWF) oder plötzlich eine tief gestimmte Blues-Gitarre (HAYATI INTA). Die Melodieführungen und die Instrumentierungen sind sicherlich gewöhnungsbedürftig, aber gerade das macht ja den Reiz des Unbekannten aus. Auf den ausgetretenen Pfaden hat man es natürlich leichter, wird aber immer sehr schnell gelangweilt. Wenn ich die Platten von Natacha Atlas mir anhöre, dann muss ich die Dame wohl eher als Gesamtkunstwerk begreifen, ähnlich wie man es auch bei Interpreten wie Kate Bush oder Peter Gabriel tut. Das ist einfach etwas zum Hinhören und fasziniert sein.

© Norbert Aichele

 

© by 2007
nach oben Zurück Optimiert für 1024x768 Pixel
im IE & Mozilla Firefox