Albumtitel: MyEarthDream (Ltd. Edition)
Band: Edenbridge
Stil: Symphonic Metal
Label: Napalm Rec (SPV)
Medium: Audio-CD
Preis: € 16,95 Die Österreicher Edenbridge stehen seit ihrer ersten Veröffentlichung »Sunrise in Eden« aus dem Jahr 2000 im langen Schatten der Genre-Könige Nightwish. Und auch mit ihrem aktuellen Album »MyEarthDream« kommen sie aus diesem Schatten noch nicht gänzlich heraus. Aber damit ist noch keineswegs ein Urteil über die Qualität dieses Albums gefällt. Auf ihrem sechsten Studio-Album veredeln Edenbridge ihren Symphonic Metal erstmals mit den Klängen eines leibhafigen Orchesters. Statt Streichern aus der Sound-Konserve sorgt das Tschechische Film-Orchester für »gefühlsechte« klassische Klänge. Dabei muss hervorgehoben werden, dass es den Kompositionen und Arrangements gelingt, stets das für eine Metal-Platte richtige Verhältnis von Gitarren, Bass, Drums einerseits und dem orchestralen Klangkörper andererseits zu treffen. Nach dem orchstralen Intro »The Force Within« klärt der erste »richtige« Song »Shadowplay« vom ersten Ton an die Fronten: Ein sattes Riff gibt die Richtung vor: Hier wird Metal zelebriert, das Orchester darf dabei ein paar schöne und durchaus prägnante Tontupfer setzen, aber sich nicht in den Vordergrund spielen. Ausnahmen bilden hier lediglich die etwas zu kitschig geratene Ballade »Whale Rider« und der Bonus-Track der Limited Edition »MyEarthDream Suite«. Ansonsten bietet »MyEarthDream« gekonnten Symphonic-Metal mit einer überdurchschnittlich guten Sängerin. In diesem mittlerweile doch recht eng gewordenen Segment kann es nicht verwundern, dass der ein oder andere Song auch mal an Stücke der Konkurrenz wie etwa der niederländischen After Forever und Epica, aber auch Evanescence (an Nightwish ohnehin) erinnert. Eigenständigkeit klingt also sicher anders, ein schwaches Album aber auch. Riffs, Melodien und Arrangements bilden einen feinen Reigen guter und eingängiger Symphonic-Metal-Songs. Wer orchestral verzierten Bombast-Metal mag, kann hier also guten Gewissens zugreifen. Als Anspieltipps können »Shadowplay«, »Fallen from Grace« und Place of Higher Power« hervorgehoben werden.
7 ganz dicke Gs für ein gelungenes Album; und wer sich nicht an fehlender Eigenständigkeit stört, darf sich gerne noch ein weiteres G hinzudenken.
© Michael Dansauer
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