
Manowar
Thunder In The Sky
Heavy Metal
Magic Circle Music Ltd.
Erschienen: 17.07.09
Audio-Doppel-CD
Disc 1: 6 Tracks, 26:04 Minuten
Disc 2: 15 Tracks, 58:21 Minuten
Mit der Asgard Saga schufen im Jahr 2009 die True Metaller und selbsternannten »Kings Of Metal«, Manowar, zusammen mit dem deutschen Bestsellerautor, Wolfgang Hohlbein, ein multimediales Ereignis, mit dem Ziel, die größte und spektakulärste Fantasy Saga unserer Zeit zu erschaffen.
Bestandteil dieses Projektes ist die Manowar-EP »Thunder In The Sky«.
Das wirklich Besondere an diesem Album ist das 51seitige Booklet, in dessen erster Hälfte Wolfgang Hohlbein in kurzen Texten quasi schlaglichtartig die Geschichte eines Mannes ohne Erinnerung erzählt, von Kampf, Tod und Vernichtung. Wir erfahren von Thor, seinem Hammer Mjöllnir, von Odin, Asgard und dem Kampf der Menschen gegen die Götter. Eine Geschichte voll Heldentum, aber auch geprägt von Tragik.
Hohlbein bedient sich einer gewohnt ausdrucksstarken und bildhaften Sprache, und alle Texte sind sowohl in Englisch als auch in Deutsch wiedergegeben.
Im zweiten Teil des Booklets sind dann die Texte der Manowar-Songs abgedruckt, wobei allein das Lied »Father« 17 Seiten beansprucht, da die 2. CD ausschließlich diesen Song in 15 Sprachen enthält, von Bulgarisch bis Türkisch.
Doch wenden wir uns nun der Musik und den Lyrics von Manowar zu.
Angesichts eines solchen Epos wie der Asgard Saga sind die Erwartungen an die musikalische Umsetzung relativ hoch angesetzt, doch Manowar bieten auf »Thunder In The Sky« leider nur Aufgewärmtes und Zitate aus fast 30 Jahren Bandgeschichte.
Natürlich erwartet man von Manowar nicht wirklich etwas grundlegend Neues, doch schon bei den Lyrics merkt man - hier wird auf Altbewährtes zurückgegriffen - die ewig gleichen Substantive wie Battle, Glory, Steel, Blood ..., nur neu gemischt.
Besonders häufig wird der Song »Battle Hymn« aus dem ersten Album »Battle Hymns« von 1982 zitiert, wie z. B. into glory ride im Song »Die With Honor«, beyond the grave im Song »Let The Gods Decide«.
Für mich persönlich zählt Manowar`s Debütalbum zudem nach wie vor zum besten Werk der Metaller, da es das sowohl musikalisch als auch inhaltlich abwechslungsreichste Werk der Band ist.
Der bis dato letzte Output von Manowar beginnt mit dem Titeltrack »Thunder In The Sky«. Ein drumgeführtes Grundthema beherrscht fast den kompletten Song, wodurch er recht schnell langweilig wird. Der zweite Track »Let The Gods Decide«, erinnert mich irgendwie an Judas Priest`s »Breakin` The Law«. Karl Logans Gitarrenarbeit bekommt hier etwas mehr Spielraum. Mit »Father« folgt nun die vielleicht schmalzigste Ballade, die ich je gehört habe. Eine krude Mischung aus Gebet und Kinderlied mit integrierter Weihnachtsstimmung. Wie bereits erwähnt hat es dieser Song dann auch noch 15fach auf die zweite CD geschafft.
»Die With Honor« findet zurück zum hymnenhaften Charakter früherer Songs, ohne jedoch die Intensität der bereits zitierten »Battle Hymn« zu erreichen.
»The Crown And The Ring« wird mit einem Orgel-Intro eingeläutet, Streicher und Chorgesang entwickeln sich zur bombastischen Hymne, die kein Klischee auslässt und mit dem »Kingdom of Steel« auch das Selbstverständnis der Band widerspiegelt.
Den Abschluß bildet »God Or Man« mit einem Schwerpunkt auf Karls solider Gitarrenarbeit.
Zusammenfassend läßt sich feststellen, dass die Songs und damit meine ich speziell die Lyrics, die episch angelegte Geschichte der Asgard Saga nur sehr bedingt wiedergeben können und eher die Funktion einer Illustration übernehmen. Die Texte sind mit den früheren Alben austauschbar wie auch die Instrumentierung. Erics Stimme ist logischerweise auch etwas in die Jahre gekommen, positiv finde ich hier aber, dass er nicht mit aller Gewalt versucht, die hohen Töne wie früher herauszukitzeln, sondern sich eines eher erdigen, aber nicht minder kraftvollen Gesangsstils bedient.
Je lauter man übrigens Manowar`s Musik hört, desto besser ist sie.
Auch wenn ich vieles kritisch sehe, würde ich mich dennoch, seit dem ersten Album, als Fan von Manowar betrachten, die den Heavy Metal durchaus beeinflusst haben und auch live ein besonderes Erlebnis sind.
Übrigens ist auch die Thematisierung der nordischen Mythologie nichts Neues bei Manowar. Exemplarisch möchte ich hier die CD »Gods Of War« aus dem Jahre 2007 nennen, wo z. B. ein Schwerpunkt auf der Figur des Odin liegt. Bereits 1984 wurde auf dem Album »Sign Of The Hammer« Thor, der Hauptperson und Namensgeber des ersten Buches von Hohlbein zur Asgard Saga, ein Song gewidmet.
Gespannt darf man aber dennoch auf die Fortführung der Asgard Saga sein. Angekündigt wurde jedenfalls, nach »Thunder In The Sky« wieder eine richtige CD zum Thema, die mit »Hammer Of The Gods« auch einen entsprechenden Arbeitstitel hat, zu produzieren.
Wer übrigens selbst an der Asgard Saga mitwirken möchte, kann dies unter www.asgard-saga.com tun. Hier sind die Fans aufgefordert, ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen und können sich mit Gedichten, Zeichnungen, Stories ... an dem Projekt beteiligen. Es gibt zudem ein Forum zum Gedankenaustausch, und somit stellt sich die Asgard Saga insgesamt als interaktives Fantasy Adventure dar.
Quellen:
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