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Musikrezensionen

INDOCHINE
ALICE & JUNE

Sony/BMG – 82876765732)
14 Songs – 71 Minuten

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Irgendwie habe ich diese französische Band früher kaum wahr genommen, obwohl sie schon in den 80’ern während der New Romantic Welle mit hoch gespült wurde. Und noch heute merkt man, dass die Jungs aus jener Zeit stammen. Die Kompositionen machen den Eindruck, als hätten sie dieses Zeitfenster nicht verlassen. Der Sänger klingt auch nicht mehr ganz zeitgemäß. Nur – härter sind sie geworden. Die Platte knackt für eine Band dieser Art recht beachtlich. ALICE & JUNE scheint mir ein Konzeptalbum zu sein (leider kann ich kein französisch), denn diverse Song-übergreifende Melodiebögen und gleich geartete Sounds lassen nur diesen Schluss zu. Aber die Songs an sich sind schon interessant genug. Da wird mit Ecken und Kanten nicht gespart, die Gitarren bratzen das eine oder andere Mal vielleicht sogar ein bisschen zu viel. Innerhalb der Songs wird trotz aller Einfälle immer sehr viel Wert auf stimmige Melodien gelegt, die die Scheibe sehr einprägsam machen. Der fetzige, Titel gebende, Knaller ALICE & JUNE hätte sogar das Zeug zum Hit. Es ist durchaus etwas schwierig für den modernen Hörer, mit dieser Platte umzugehen, da die Band eben nicht ganz zeitgemäß arbeitet. Aber gerade das wiederum macht auch den Reiz aus. Freunde des klassischen 80’er Sounds werden hier ihre Freude haben, Rockfans dürfen gern einmal ein Ohr riskieren. Das Ganze ist in jedem Fall kurzweilig und unterhaltsam.

© Norbert Aichele

 

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