Sie sind hier: Startseite - Background - Rezensionen - Musikrezensionen - Circle II Circle


Musikrezensionen

CIRCLE II CIRCLE
BURDEN OF TRUTH

(AFM Records – AFM 132-9)
12 Songs – 57 Minuten (Limited Edition)

Hörprobe: HIER KLICKEN

Es ist immer wieder auffällig, dass gerade Bands im Musikbereich Heavy Metal sich religiöser Themen annehmen. Anders als in früheren Jahren findet heutzutage eine ernsthafte Auseinandersetzung damit statt. Die Exzesse, in denen die Kirche auf plumpe, provokative Weise verunglimpft wurde, sind weitestgehend vorbei, der Schaden ist leider wohl auf lange Sicht nicht zu beheben. Da hat es denn auch diese Band nicht leicht, die mit ihrem dritten Album sich dieser Thematiken annimmt. Wie so viele, setzten auch sie sich kritisch mit der Kirche auseinander, verfallen aber nicht in einfältige Sprüchekloppereien, wie eben der Grossteil der Bands der 80’er und 90’er Jahre.
Aber die Musik soll ja im Vordergrund stehen. Zak Stevens, der Frontmann dieser Band (der nach der ersten LP die Musiker komplett austauschte), gehört zu den richtig guten Sängern der Szene. Nach seiner Zeit bei Savatage in den 90’ern war es eine Weile still, dann startete eben sein Projekt Circle II Circle. Zurück zu den Wurzeln des Heavy Metal, aber bitte ohne Verlust des Zeitbezugs – so könnte man die Musik beschreiben. Die Songs klingen frisch und sind wuchtig produziert. Endlich hört man mal wieder eine Platte, auf der es richtige, klassisch-melodiöse Gitarrensolis gibt. Im Vordergrund stehen Songs, die konzeptionell eine Einheit bilden, klare Melodien, die einprägsam und erkennbar sind, zudem deutlich als Song eben genau dieser Band sich auszeichnen. So ganz kann Stevens seine Vergangenheit bei Savatage natürlich nicht vergessen (was auch schwer deshalb ist, weil er sich immer noch zum Brainstorming mit Jon Oliva trifft). So bietet die Band Heavy-Rock klassischer Prägung, durchsetzt mit Anleihen beim Progressiv-Metal. Die Arrangements sind stimmig, die Breaks flüssig, der Gesang klar. Hin und wieder wird man nur das Gefühl nicht los, dass alle Songs gleich aufgebaut sind, dadurch zuweilen dann doch den Effekt der Abnutzung haben. Knallige Stücke mit originellen Ideen wie REVELATIONS oder EVERMORE stechen dann doch richtig heraus. Der Rest ist anständiger, gut gemachter Heavy Metal, aber nicht viel mehr. Unter dem Strich bleibt eine durchaus gute Platte, die man aber nur hin und wieder hören sollte, da sonst einige Schwächen zu deutlich zu Tage treten.

© Norbert Aichele

 

© by 2006
nach oben Zurück Optimiert für 1024x768 Pixel
im IE & Mozilla Firefox