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Rezension - Zunftblatt Ausgabe 4.1

Zunftblatt
Ausgabe 4.1/ Dezember 2010
Thema Engel und Dämonen

Lahnsteiner Rollenspielverein
DIN A 4, 58 Seiten/ 3,50 €
ISSN: 1868-629x

Inhalt:
- Informationen rund um das Engel-Rollenspiel und die Romane
- Engelsdarstellung im Rollenspiel
- Engel im Film
- Interviews u.a. mit Oliver Graute, Gesa Schwartz
u.v.m.

Bald ein Jahr ist sie alt, die hier besprochene Ausgabe des Phantastik- und Rollenspielmagazins Zunftblatt. Aktuell bleibt sie aber, was vielleicht dem Umstand geschuldet ist, dass sich die meisten Ausgaben einem bestimmten Thema widmen und sich damit nicht zwangsläufig nur auf die aktuellen Monatstrends fokussiert wird. Dieses Mal wurde anlässlich des Abschlusses der Chroniken der Engel (Feder&Schwert) das Thema Engel und Dämonen gewählt.

Da es vom Lahnsteiner Rollenspielverein herausgegeben wird, kommt man natürlich auch bei diesem Magazin nicht ganz um die Rollenspielthematik herum, die in Deutschland allgemein einen größeren Stellenwert in Sachen Magazine einzunehmen scheint als andere phantastische Ausrichtungen. Aber ähnlich wie bei den Zauberwelten sollte der phantastikinteressierte Nicht-Rollenspieler auch hier ruhig mal einen Blick wagen, denn das Magazin bemüht sich durchaus um ein breiteres Spektrum.

Inhaltlich bietet diese Ausgabe also zunächst allerhand Informatives und Literarisches zu Engeln und Dämonen. Besondere Beachtung erfährt dabei das Rollenspiel Engel mit der angeschlossenen Buchreihe, zu der verschiedene deutsche Autoren Romane beitrugen. Neben Rezensionen zu den abschließenden Bänden Deus Vult und Apocalyptica wird ein ausführliches Interview mit Oliver Graute geboten, dem Miterfinder des Rollenspiels und Autor diverser Engel-Romane. Ebenso spoilernd wie informativ und hilfreich präsentiert sich die historia apocalyptica, in der die wichtigsten Ereignisse aus dem Engelversum chronologisch dargestellt sind. Obwohl sie sich vornehmlich an Spielleiter richtet, ist sie auch für Leser der Romane hilfreich, die zwischenzeitlich den Überblick verloren haben.
Unvermeidlich natürlich auch die anschaulich dargestellte Vorstellung des Arkana-Systems, wie es (nicht nur) beim Engel-Rollenspiel verwendet werden kann.
Ebenfalls an Rollenspieler richtet sich der Vorschlag eines ausführlich erläuterten Abenteuers von Lars-Hendrik Schilling, zu dem man online Charakterbeschreibungen herunterladen kann. Daneben werden auch Segens- und Fluchvorschläge für den Rollenspielgebrauch zusammengetragen, sowie Tipps zur alternativen Darstellung von Engeln und Dämonen in Sachen Aussehen, Herkunft und Lebensführung geboten, die gleichzeitig Stichproben in Sachen internationale Engels- und Dämonenvorstellung geben.
Weniger rollenspiellastig geht es bei den Rezensionen zur Thematik zu, wie auch bei theoretisch orientierteren Artikeln, die sich beispielsweise mit der christlich geprägten Engelsvorstellung oder den unterschiedlichen Darstellungen der Geflügelten im Film befassen.
Geflügelte Wesen stehen auch bei Gesa Schwartz's Gargoyle-Auftakt GRIM – Das Siegel des Feuers im Zentrum, und so hat auch mit ihr ein sympathisches und informatives Interview Platz gefunden.
Abgerundet wird die Engel/Dämonen-Thematik durch einige Prosatexte, u.a. eine Kurzgeschichte von Fabienne Siegmund.

Natürlich gibt es auch noch teilweise recht ausführliche Rezensionen und Vorstellungen von zahlreichen Romanen, Büchern und Spielen, die nichts mit Engeln zu tun haben. Recht ausführlich wird sich diesmal mit Derringer (einer Art 5-Card-Draw Poker), Deadlands und Winnetou unter Werwölfen auch dem (phantastischen) Westerngenre gewidmet. Übrigens werden hier sogar Websites und natürlich auch ein paar Veranstaltungen besprochen. Fehlen darf auch nicht der obligatorische Das Schwarze Ohr-Comic.
Fast unmerklich eingeschlichen hat sich in diesen Bereich auch noch ein Gespräch mit Schrägstrich Portrait von Bernd Robker alias Bernard Craw, Autor zahlreicher DSA-Romane.

Also, ziemlich prall gefüllt mit Artikeln ist diese Zunftblatt-Ausgabe und wer sich für die Hauptthematik interessiert, dem sei sie empfohlen. Man merkt den Artikeln häufig intensive Recherche und Fachwissen an, außerdem lassen sie sich angenehm lesen. Besonders positiv fallen die wirklich ausführlichen und durchweg informativen Interviews auf. Allerdings ist die Aufteilung etwas chaotisch – mitten in der Engelsthematik wirkt das Gesa Schwartz-Interview ein wenig deplatziert und das Craw-Portrait geht fast unter zwischen den Rezensionen und auch die praktischen Tipps zum Rollenspiel mit Engeln hätte man zur besseren Übersicht mehr zentrieren sollen.
Etwas schade ist auch, dass der Inhalt komplett in Schwarzweiß gehalten ist, den Lesefluss stört das aber nicht und es ist natürlich auch sehr verständlich. Ansonsten orientiert sich das Design ebenso wie das Cover (von Apocalyptica) an dem der Engel-Romane/Rollenspiele, was durchaus was hermacht. Eigentlich auch eine nette Idee, dass der sich mit Unterwelt-Gestalten befassende Artikel in Weiß auf Schwarz gedruckt wurde – nur leider lässt sich hier manches nur mühsam lesen. Wo das Urheberrecht im Wege stand, da helfen eigens angefertigte (!) Illustrationen aus, was dem Heft irgendwie einen eigenen Charme beschert.

Ältere Ausgaben (wie auch die hier besprochene) werden als pdf-Download auf der Website angeboten.

Quelle: www.zunftblatt.de

Copyright © 2011 by Alessandra Ress

 

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