Dr. Trash & r.evolver (Herausgeber)
SUPER-PULP 1
Produktion und graphische Umsetzung: Robert Draxler
Covergestaltung: Arthur Alexander
Illustration (SUPER SCIENCE): Jörg Vogeltanz
A5-Magazin, Horror, SF
EVOLVER BOOKS, Wien, Februar 2011
40 Seiten / 1,80 €
ISBN: 9783950255829
Weitere Informationen unter www.evolver-books.at
Laut Editorial wurde Schund in Österreich 1950 verboten. Nun könnte man darüber streiten, was genau man unter Schund versteht. Aber wie so oft geht es wohl um den Jugendschutz, das Mittel des Staates zur Zensur, wo Zensur eigentlich nicht erlaubt ist.
In Austria fielen verschiedene Verlage diesem Gesetz zum Opfer, wurden doch Groschenhefte ausradiert.
In Deutschland hatten wir es da besser, da wurden Groschenhefte lediglich gesellschaftlich geächtet und nur selten ein Opfer der BPjS - erinnert sei hier an den Dämonenkiller.
Nun hat es sich der noch recht junge EVOLVER-Verlag zur Aufgabe gemacht, Kultur in Form von Pulp und Trash zurück nach Austria zu bringen.
Neben einer Anthologie und einem Roman soll der darbende Österreicher – und auch jeder darbende Deutsche – seine Dosis Schund in Form eines neuen Pulp-Heftchens serviert bekommen; eben SUPER-PULP, ein unregelmäßig erscheinendes Magazin mit entsprechend trashigen Kurzgeschichten.
Schon die Aufmachung lässt keinen Zweifel daran, was den geneigten (oder auch aufrecht sitzenden bzw. liegenden) Leser im Inneren erwartet. Es geht um spannende, abgedrehte und auch mal klischeebeladene Geschichten, die sicherlich keine Literaturpreise gewinnen, dafür aber ihre Leser wunderbar unterhalten.
In Ausgabe 1 des SUPER-PULP sind drei solcher Storys enthalten:
- Zwischenfall im Interstellar Express (SF)
- Das Schamanenerbe (Horror)
- Rollercoaster of Hate (Horror-Agenten-Mix)
Alle drei Geschichten verstehen es, auf ihre Art kurzweilig zu unterhalten. Sie sind spannend, teils skurril und machen einfach Lust auf mehr - vor allem die dritte Geschichte, denn sie bildet mit ihrer Heldin Kay Blanchard ein Prequel zu dem bereits erschienen Roman The Nazi Island Mystery.
Natürlich ist SUPER-PULP Trash und natürlich geriert es sich auch so. Die Aufmachung, die Geschichten, die Intention.
Aber hey – mir ist Trash in dieser Form sehr viel lieber als das, was einem die Privaten jeden Tag vorsetzen. Von daher halte ich das Magazin nicht nur für gelungen, sondern hoffe auf weitere Ausgaben. Denn seien wir ehrlich – die drei Storys sind dazu da, einen anzufixen – zum Glück ist der Dealer nicht weit und zwei Bücher auf dem Markt.
Fazit:
Perfekte Unterhaltung für Fans von schneller, leichter Kost in Form von Groschenheften. Wer es gediegener möchte, sollte lieber zu anderen Werken greifen; hier gibt Reich-Ranicki sicherlich gerne Hilfestellung!
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