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Pets 01/11Magazin Egmont Ehapa, Berlin, Juni 2011 Das alle 2 Monate erscheinende Magazin für Kinder, das den Anspruch hat, Tiere zu lieben, hat leider einige eklatante Schwächen. Schön zwar u.a. die Rätsel, die Extras (in diesem Fall bunte Gummibänder in Tierform), die News rund ums (Promi-)Tier, die Tests, die Poster, die Tipps, die Ratschläge und die einfachen Texte. Aber bei Letzteren liegt auch schon der Hund begraben, denn die Texte bringen nicht genügend wichtige Fakten zum Tier. Mir als Nagetierhalterin ist das bei den Kapiteln zu Kaninchen, Hamstern und Meerschweinchen bitter aufgestoßen. Zum einen werden Mäuse in dem Nagetier-Special überhaupt nicht erwähnt. Die gehören aber dazu, zumal die Haltung von Mäusen komplizierter ist als der Laie annimmt. Dann sind die Texte insgesamt sehr schwammig. Bei den Hamstern z.B. heißt es, sie brauchen einen Käfig. Das ist sonnenklar, aber auch der kleine Halter bräuchte die Info, was für einen Käfig er kaufen und (ganz wichtig) welche Größe dieser haben soll! An Käfigen stehen nämlich Eigenbauten, Gitterkäfige und Aquarien zur Auswahl, die mindestens 1m x 0,4m groß sein müssen, damit Hamster sich wohlfühlt. Größer ist immer besser, zumal bei diesen lauffreudigen Tieren. Und Gitterkäfige sind für diese Nager, die gern mal an den Gittern knabbern, nix, da sie sich sonst die Zähne kaputt machen (gilt auch für Meerschweinchen). Geschockt haben mich die Fotos zu den Hamstertexten: Da werden frank und frei Hamster in den schädlichen und winzigen Plastikhäusern und billigen Plastiklaufrädern gezeigt! Zum einen wird Plastik auch gern angenagt (sehr ungesund!), zum anderen bleiben die Ammoniakdämpfe vom Urin in diesen Häusern haften. Und die Streben an solchen billigen Laufrädern können die Beinchen brechen. Damit ist das Zeigen solcher Fotos schlicht und einfach verantwortungslos. Für Hamster in Ordnung sind dagegen helle Mehrkammer-Holzhäuser und große Holz- oder splitter- und strebenfreie Plastiklaufräder – die nicht gezeigt werden. Ein dicker Fehler bei Kaninchen ist der Satz „Wenn du dich viel mit deinem Kaninchen beschäftigst […], kann es auch allein leben.“ Stimmt nicht! Dann müsste der Mensch nämlich 24 Stunden täglich Zeit für das Kaninchen haben. Zumal ein Mensch nie einen Artgenossen ersetzen kann. Also IMMER mindestens zwei Kaninchen zusammen halten! Und anstatt den (fragwürdigen) Text über hüpfende Kaninchen, die an der Leine über Hindernisse springen, zu bringen, hätte man besser mit dem gängigen Vorurteil aufgeräumt, dass man Meerschweinchen und Kaninchen bedenkenlos zusammen halten kann. Kann man nämlich nicht, da beide völlig unterschiedliche Rassen sind und daher nicht die gleiche Sprache sprechen. Ganz abgesehen davon, dass Meerschweinchen den aggressiveren Kaninchen unterlegen sind und die scharfen Krallen der Kaninchen die Meeris leicht verletzen können. Notstationen beklagen sich auch häufig darüber, dass mit Kaninchen zusammengehaltene Meeris oft zu verstört und aggressiv sind, um sich ohne Probleme in eine Meeri-Gruppe integrieren zu lassen. Bei allen Nagern geht der Laie davon aus, dass sie kindertauglich sind. Auch das Magazin. Das stimmt so nicht. Nager, v.a. Meerschweinchen, sind eher Beobachtungstiere als Kuscheltiere. Die Meerschweinchen, die das Magazin als perfekte Haustiere betitelt, mögen Kuscheln überhaupt nicht. Es stresst sie, da das Streicheln in ihrer Sprache eine Unterwerfungsgeste ist. Und wer möchte schon ständig unterworfen werden? Außerdem ist das Herausnehmen für sie extrem stressig, da sie automatisch davon ausgehen, ein Raubtier würde sie holen. Zum Thema Kinder und Haustiere können Notstationen und Tierheime ein trauriges Lied singen: Oft sind die Tiere nach kurzer Zeit nicht mehr interessant und werden dann vernachlässigt oder gar ausgesetzt. Die Eltern sind also immer dazu angehalten, sich mit um die Tiere zu kümmern. Wenn Kind und Eltern das nicht wollen, ist vom Kauf eines Tieres abzuraten. Zumal so ziemlich jedes Tier auch einmal krank werden und damit hohe Tierarztkosten verursachen kann. Das Halten von Tieren ist eine Zeit- und Geldfrage, beides muss investiert werden, um dem Tier ein artgerechtes Leben zu ermöglichen. Der Unterhalt eines auch noch so kleinen Tieres erfordert nämlich das Vielfache seines Kaufpreises. Fazit:
Copyright © 2011 by Ulrike Dansauer |