Gerhard Börnsen
Bilder 11 & 12
Gerhard Börnsen, Hagen, 9 – 07/ 08 2007
Magazin auf DVD
Bezug: Gerhard Börnsen, Steinrutherstr. 13, 58093 Hagen,
gerhard.boernsen (at) t-online.de
„Bilder“ ist ein Fanzine der anderen Art. Kommen herkömmliche Fanzines auf Papier oder werden auf Webseiten veröffentlicht, so erscheint dieses Magazin auf DVD.
Der Inhalt ist hierbei weit gestreut, so dass der Titel des Zines nicht (mehr) stimmt. Denn neben Bildern, teils PC-Kunst, teils Fotografien von Veranstaltungen, finden auch Artikel und Filme auf dem Rohling Platz. Hier zeigt sich die Stärke einer DVD, da sie im Mixed-Mode hergestellt werden kann, also sowohl eine Film- als auch eine Datenspur enthält.
Die Artikel sind dabei überwiegend aktuell, ebenso die Fotos. So findet man auf der Juli-Ausgabe Bilder der Filmbörse Mai 2007. Gleichzeitig will „Bilder“ aber auch etwas für Nostalgiker sein, eine Chronik des Fandoms, wenn man so will. Dies wird deutlich, wenn man sich den Film anschaut. Denn dieser stammt aus dem Jahr 1993 und wurde damals im Offenen Kanal gesendet. „Äon Aktuell“ hieß diese Serie, die es auf 15 folgen brachte. Auf „Bilder“ werden diese nun noch einmal gezeigt, monatlich eine. Dies ist nicht nur für jene interessant, die sich schon damals mit der Welt der Fantastik befassten. Auch für Einsteiger in die Szene is es ein teils amüsanter, teils sehr informativer Rückblick.
Die DVD wurde am heimischen Brenner hergestellt. Hierbei kamen herkömmliche Rohlinge zum Einsatz, die jedoch anschließend mit einem hübsch bedruckten Label beklebt wurden. Unverständlich ist, warum „Bilder“ keine ansprechende Oberfläche spendiert bekommt. Der Nutzer muss sich durch die Ordnerstruktur klicken, um zu den einzelnen Topics zu gelangen. Der Herausgeber der DVD erklärt dies mit Schwächen des Programms, mit dem er die DVD erstellt. Dies mag natürlich richtig sein, jedoch gibt es inzwischen sogar  in der Freeware-Szene Tools, um ein entsprechendes Menü zu erstellen. Abgesehen davon handelt es sich um eine einfache Ordnerstruktur, die auch über eine HTML-Oberfläche leicht zugänglich gestaltet werde könnte. Hier kann der Herausgeber noch nachbessern, um die Benutzerfreundlichkeit zu erhöhen.
Der Film ist von ausreichender Qualität. Da er bereits älter ist und vermutlich für die Verwendung auf DVD digitalisiert werden musste, kann man hier von guter Arbeit sprechen. Ton und Bild sind für ein solches Projekt durchaus ansprechend.
Nicht anders verhält es sich bei den Grafiken und Texten. Hier zeigt sich die Erfahrung des Herausgebers. Umso erfreulicher, dass manche der Werke unter der Creative Common Licence stehen, so dass dem Nutzer weitere Rechte eingeräumt werden. Ein gut verständlicher Text auf der DVD klärt darüber auf. Bedenkt man, dass die DVD kostenfrei zu haben ist und nur bei regelmäßigem Bezug um eine Spende für Porto oder Rohlinge gebeten wird, ist dies erstaunlich.
Man muss übrigens nicht Windows nutzen, um in den Genuss der Features der DVD zu kommen. Auch unter Linux funktioniert das Betrachten der Texte, Bilder und des Films klaglos. Letzterer läuft zudem auf einem Stand-Alone-Player.
Fazit: „Bilder“ ist ein umfangreiches Magazin zu aktuellen und historischen Themen und aufgrund seiner Machart etwas Besonderes. Geschickt werden multimediale Inhalte mit klassischen Zutaten eines Fanzines verknüpft. Man kann schon sagen, dass „Bilder“ damit eine Pflicht für jeden ist, der sich mit Fantastik in all ihre Facetten befasst.
© Gunter Arentzen
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