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Rezension - AnimaniA - Ausgabe 07/2008

AnimaniA
07/2008
Fachmagazin für Mangas, Animes, japanische Popkultur
DVD-Edition
Preis: 8,50 €

Die AnimaniA existiert seit September 1994 und war seinerzeit die erste Zeitschrift in Deutschland, die sich den Themen Manga, Anime (und Japan) widmete und widmet. Seit Ausgabe 04/2005 kann man die AnimaniA mit DVD kaufen. Auf der DVD sind normalerweise Anime-Episoden, Trailer und Specials (wie z.B. Interviews mit Künstlern) zu finden. Die erste Riege der Chefredaktion verließ die AnimaniA Ende 2000 und gründete 2001 die MangasZene (vormalig MangaZone). Die AnimaniA erscheint zehnmal jährlich in einer gedruckten Auflage von 60.000 Exemplaren. Rubriken, die behandelt werden: Anime Deutschland, DVD-Check, Manga/Manhwa Deutschland, Anime & Manga Japan/USA, Artbooks, J-Culture, Soundcheck, Screenshot (Kino), Virtual Area (PC- und Konsolenspiele). Die AnimaniA richtet jährlich die Animagic aus, das älteste Convent (Con) für Anime- und Mangafans in Deutschland.

Man merkt also, dass sich die AnimaniA bemüht, ein breites Spektrum abzudecken, um den Fans entgegenzukommen, die sich außer für Mangas und Animes meist auch für die japanische Kultur und PC- bzw. Konsolenspiele (die zu großen Teilen aus Japan stammen) interessieren. Dieses breite Themenspektrum wird verständlich, wenn man weiß, dass alle Rubriken miteinander zusammenhängen. Um die Mangas und Animes verstehen zu können, ist ein gewisses Maß an Wissen über die japanische Kultur und Geschichte unerlässlich, da dieses entweder explizit oder zumindest implizit in den Mangas und Animes verarbeitet wird. Am Anfang der »Nahrungskette« stehen in den allermeisten Fällen die Mangas. Wenn ein Manga erfolgreich ist, werden Animes und Merchandise (u.a. PC- und Konsolenspiele, Figuren, T-Shirts, Soundtracks usw.) zu der erfolgreichen Serie entwickelt.
Um ihre Leser auf dem neuesten Stand zu halten, führt jede Rubrik eine News-Ecke. Die News aus den USA und Japan sind für Fans sehr interessant, da Deutschland bezüglich Veröffentlichungen mancher Serien hinterherhinkt (nicht mehr so schlimm wie früher, aber immer noch mehr als in den USA, Frankreich oder Italien). »Wahre« Fans lesen und/oder schauen ihre Lieblingsserien sowieso auf Japanisch.
Mit fast 100 Seiten ist das Magazin sehr umfangreich, was sich auch auf die Qualität der Artikel auswirkt. Diese können denn auch schon mal mitsamt Hintergrundinfos und Bildern mehrere Seiten umfassen, d.h., dem Fan wird umfangreiches Wissen und viel Bildmaterial zu seiner Lieblingsserie und zur japanischen Kultur allgemein geboten. Die Artikel sind flüssig und interessant geschrieben, wenn auch mehr für ein Publikum gedacht, das etwas im Köpfchen hat. Neulingen erleichtert ein Glossar der wichtigsten Begriffe das Einsteigen in die Materie. Im Gegensatz zu früher wird jetzt erfreulicherweise auf die Rechtschreibung geachtet. (Es gibt schließlich schon genug Bücher, Zeitungen und Magazine, bei denen das nicht mehr der Fall ist, da muss sich das größte Fachmagazin Deutschlands dieser Art nicht auch noch dazugesellen.)
Fans können sich in der Fan-Corner (Leserbriefe, Fanart-Galerie) austoben; außerdem bietet ihnen das Magazin Kreuzworträtsel und Gewinnspiele an. Schade nur, dass im Gegensatz zu früh(er)en Ausgaben die Kurzgeschichtenecke verschwunden ist. Fans, die nicht zeichnen, aber Geschichten schreiben können, wird so die Möglichkeit verwehrt, sich einzubringen. Schade auch, dass es, im Gegensatz zur (leider mittlerweile eingestellten) MagasZene, keine japanischen Rezepte gibt. Kochkunst (und die dazugehörigen Mangas) gehört (gehören) schließlich auch zur japanischen Kultur.
An Extras findet der Fan neben der DVD noch ein Poster.
Das Magazin macht auch äußerlich viel her mit Hochganzcover und dickem, festen Papier mit farbigen Bildern (am Anfang gab es das Magazin nur in Schwarz-Weiß).
Das vorliegende Heft bietet u.a. ein Special über »Crisis Core – Final Fantasy VII«, umfangreiche Artikel zu »Ikki Tousen – Dragon Destiny«, »AIKa R-16 – Virgin Mission«, »L’Arc~en~Ciel – Live in Paris«, das Making-of zu »Appleseed – EX MACHINA«, »Meine Nachbarn die Yamadas«, ein Special zu »40 Jahre Weekly Shonen Jump – Teil III«, ein Poster zu Aika und auf der DVD Anime-Episoden zu »Murder Princess«, »Meine Nachbarn die Yamadas«, »Black Jack – Biohazard«, »Shamanic Princess« und als Specials u.a. ein Interview mit You Higuri.

Fazit:
Alles in allem eine lohnenswerte Anschaffung für Fans und diejenigen, die sich über das Phänomen Manga und Anime näher informieren wollen!

© Ulrike Dansauer

 

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