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John Sinclair - Romanrezension Band 1601

Jason Dark
John Sinclair - Band 1601
Die wilde Schlacht

Roman-Heft
Bastei Verlag (Lübbe Verlagsgruppe), März 2009
66 Seiten / 1,60 €

Erinnern wir uns an Teil 1 des Jubiläumszweiteilers von John Sinclair zu Band 1600: John war bei den Eichlers zuhause auf den zweiten kleinen Urteufel gestoßen und Raniel, das Mischwesen aus Engel und Mensch, entdeckte, dass das große Exemplar aus der aufgesprengten Berghöhle im Südtirol verschwunden war. An genau diesen Stellen geht der nächste Band weiter. John kann in einem kurzen Kampf mit dem Schwert des Salomo den zweiten der kleineren Dämonen köpfen und rettet damit die Familie Eichler vor einem grausamen Schicksal, zumal Vater Franz, wenn auch nicht schwer, von dem Wesen am Hals verwundet wird. Da taucht am Himmel der Urteufel auf und nimmt Kurs auf das kleine Dorf! Er landet auf dem Vorplatz der Kirche, doch er flieht, als John und Anna dort ankommen. Johns Kreuz benimmt sich unterdessen seltsam: An den Enden, dort, wo die Erzengel ihre Zeichen hinterließen, bilden sich kleine Nebelwolken. Man weiß nicht, was das zu bedeuten hat. Zurück bei den Eichlers entdeckt Anna in der Nacht zwei Gestalten vor dem Haus, die sich als dunkle Engel herausstellen – die Vorboten des Heeres des Urteufels, das zur wilden Schlacht anrückt! Als John und Anna wieder zur Kirche kommen, hat eines der Wesen schon Pfarrer Ernesto getötet, und das zweite schnappt sich die junge Fotografin. Als es mit ihr nach draußen fliehen will, ist Raniel zur Stelle, um den dunklen Engel zu töten. Er erzählt von seiner Entdeckung und sagt, dass die wilde Schlacht unmittelbar bevorstünde. Und tatsächlich, nach einer erneuten Ruhepause im Hause Eichler, bei der Johns Kreuz erneut an den Engelszeichen seltsame Phänomene zeigt, entdeckt Anna am Himmel eine dunkle Wolke, die sich als Masse von dunklen Engeln herausstellt – und sie nähert sich dem kleinen Dorf! John und Raniel sehen sich einer Übermacht gegenüber, der Urteufel scheint zu triumphieren, zumal auch Anna wieder entführt wird. Doch dann aktiviert sich Johns Kreuz und schickt aus den Enden Strahlen in den Himmel. Daraufhin erscheinen weiße Engel, die das Heer nach und nach zurückdrängen können und sogar den Urteufel töten. In der Schlacht Gut gegen Böse hat wieder einmal das Gute gesiegt, und Anna wird von einem weißen Engel zurück zu ihren Gefährten gebracht.

Der zweite Roman um die zweite große Konfrontation von Gut und Böse ist Jason Dark leider nicht besser gelungen als der erste Teil. Konnte im ersten Roman noch die Erwartung, die große Schlacht mitzuerleben eine gewisse Spannung aufbauen, so bestehen knapp fünf Sechstel von »Die wilde Schlacht« aus verzögernden Szenen, in denen erst noch ein kleinerer Urteufel und zwei dunkle Engel aus dem Weg geräumt werden müssen. Zwischendurch telefoniert John wieder in wiederholenden Passagen mit seinem Freund Suko und seinem Vorgesetzten Sir James, alles Füllmaterial, dessen es nicht bedurft hätte. Die letzten zehn Seiten, als die wilde Schlacht endlich beginnt, sind allerdings atmosphärisch dicht, actionreich und spannend, auch wenn man die Schlacht beinahe nur als Beobachter wahrnimmt. Lediglich ein paar Scharmützel zwischen John, Raniel und einigen dunklen Engeln erlebt man mit, bis wieder einmal das Kreuz die Situation rettet und die weißen Engel den Urteufel dahinraffen.
Wären die 50 Seiten davor ähnlich intensiv in Handlung und Beschreibung geworden, hätten wir vielleicht den besten Sinclair-Roman aller Zeiten lesen können. So aber bestätigt sich mein Verdacht von Band 1600, dass beide Teile zusammengefasst in einem Heft ein würdigeres, kompakteres und spannenderes Jubiläum ohne aufblähendes Füllmaterial und endlose Wiederholungen ergeben hätte. Nichtsdestotrotz ist die Idee, die hinter dem Zweiteiler steht eine gute und dem Jubiläum würdiger gewesen. Besser als der 1500er-Band (wobei es kaum noch schlechter ging) sind diese beiden Romane allemal.

Bewertung:



© Sascha Vennemann

 

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