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John Sinclair Romanrezension Band 97

Der unheimliche Richter
John Sinclair Band 97

von Jason Dark

64 Seiten/1,50 €
Bastei-Verlag (Verlagsgruppe Lübbe)

Vor 200 Jahren trieb ein teuflischer Richter sein Unwesen, der die Angeklagten fast immer zum Tode verurteilte. Doch auch Unschuldige brachte er an den Galgen. Man kam Sir James Maddox auf die Schliche und hängte ihn auf, nicht ohne zuvor einen Fluch auszusprechen, dass der Satan in brauche und er wiederkehren würde. Das geschieht in der Gegenwart, wo er von Asmodina und dem Spuk eingesetzt wird, die Dämonen, welche versagt haben zu verurteilen. Meistens wartet die Verbannung in das Reich des Spuks auf die Verurteilten. Auch Grimes wird vor Gericht gestellt, weil er gegen John Sinclair immer nur verloren hat. Doch Asmodina erwirkt einen Aufschub für den Ghoul und gibt ihm eine letzte Chance John Sinclair zu beseitigen. Der wiederum erhält, gemeinsam mit Sir James Powell, ein Ultimatum vom Innenminister, dass Grimes innerhalb der nächsten drei Tage gestellt werden muss. Kaum sitzt John wieder in seinem Büro bekommt er auch schon Besuch - von Grimes. Es gelingt ihm den Ghoul mit Silberkugeln zu töten. Zusammen mit Jane Collins begibt er sich anschließend in die Sauna, um die Ereignisse zu verarbeiten. Dort werden sie von drei Ghouls angegriffen und - Grimes. Der Ghoul, den John im Büro tötete war nur ein Doppelgänger. Doch John und seiner Freundin gelingt es die drei Helfer des Dämons mit dem Kreuz zu vernichten, Grimes entkommt wieder einmal. Zur gleichen Zeit wird Ezra Parker, der Nachfahre des Gefängnisdirektors, der Maddox hängen ließ, von dem untoten Richter und zwei gesichtslosen Dämonen entführt. Der niedergeschlagene Chauffeur unterrichtet Scotland Yard und Sir James Powell informiert John Sinclair, der macht sich auf den Weg zum Privatwohnsitz des Geschäftsmannes. Doch Ezra Parker hängt schon in der Schlinge. Dem Geisterjäger gelingt es allerdings die Tochter und den Sohn Parkers zu retten. Auch die zwei Helfer des Richters, Diener des Spuks, kann er vernichten. Maddox selber entkommt. Während John sich mit dem Richter herumschlägt, fährt Jane Collins nach Hause, wo sie von Grimes überfallen wird. Doch er unterschätzt die Detektivin, der es gelingt, den Superghoul mit ihrer Astra-Pistole regelrecht hinzurichten.

Der Eine geht, der Nächste steht schon auf der Matte. Dies ist also das Ende von Grimes. Irgendwie zwar schade, denn auch mir hat der Ghoul, der einzige der mehr war als bloße Staffage, sehr gut gefallen. Dafür erhält das Dämonenreich aber einen neuen Charakter: Sir James Maddox, den unheimlichen Richter. Die Story mit dem Ultimatum, welches John gestellt wurde finde ich aber leicht übertrieben. Erstens Mal sind drei Tage wirklich nicht viel und bei Johns damaliger Aufklärungsquote ist es doch eher unrealistisch, wenn das Ministerium ihm jedes Mal ein Ultimatum stellt, wenn ihm einer seiner Gegner entkommt. Das hatten wir nämlich schon bei Dr. Tod, aber natürlich läuft dem Geisterjäger das Objekt der "Begierde" dann auch sogleich rein zufällig über den Weg. Gefallen hat mir dagegen, neben dem Auftreten von Grimes natürlich, zum einen die Geschichte von Maddox' Hinrichtung und zum anderen die Szene mit dem Doppelgänger des Ghouls. Die Geschehnisse um Maddox Rachegeschichte werden allerdings teilweise sehr in die Länge gezogen. Auch zum Schluss, wo der Richter das Mädchen aus dem Fenster stoßen will und das Fenster schon eingeschlagen hat, hat John noch genügend Zeit in einem, ihm unbekannten Haus, nach oben zu laufen und dem Richter sein Opfer zu entreißen. Da Maddox sein Ziel nicht erreicht, die Familie Parker auszulöschen, wundert es mich, dass er es in späteren Romanen nicht wieder versucht. Aber er sagt ja auch, dass er von Asmodina die Erlaubnis erhalten hat auf die Erde zurückzukehren, um John Sinclair zu verurteilen und er seine Rache quasi nebenbei erledigen wollte. Einen Pluspunkt gibt es allerdings für die Vernichtung von Grimes, denn dieses Mal ist es nicht John, der den "Hauptgegner" ausschaltet sondern seine Freundin. Ein für damalige Verhältnisse eigentlich schon ungewöhnlicher Umstand und wie sie den Ghoul erledigt, da ist mir schon eine Gänsehaut über den Rücken gelaufen.

Besonderheiten:
Grimes, der Ghoul, wird von Jane Collins getötet.
Erster Auftritt von James Maddox.

Kommentare zum Cover:
Das Cover ist sehr stimmungsvoll und zeigt Ballestar wieder mal von seiner besten Seite (zeichnerisch versteht sich, denn zu sehen ist ja Maddox ;-)). Der unheimliche Richter sieht so durchtrieben böse aus, wie er beschrieben wird. Eigenartig ist nur, dass Maddox scheinbar sechs Finger an seiner linken Hand hat. Der düstere Charakter des Bildes wird durch die Farbgebung noch unterstützt. Die Totenschädel auf den Pfählen im Hintergrund zeigen wie gut der Sinclair-Stammzeichner einst malen konnte.

© Florian Hilleberg

 

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