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Gespensterkrimi Romanrezension Band 53

Frisches Blut für den Vampir
Gespenster-Krimi Band 53

von A.F. Morland
64 Seiten/1,20 DM
Bastei-Verlag (Verlagsgruppe Lübbe)

GespensterkrimiDie beiden Einbrecher Cliff Dickinson und Bob Kelly brechen in ein Internat ein und wollen aus dem Zimmer des Direktors den Safe mit dem darin liegenden Geld ausrauben. Bevor sie jedoch flüchten können, werden sie von dem mit einer Gaspistole bewaffneten Pförtner Leonard Shatner überrascht. In einer Vitrine in dem Zimmer befindet sich der Schrumpfkopf eines Vampirs namens Christopher Hood, der vor zweihundert Jahren geköpft wurde.
Bei einem Kampf zerbricht diese Vitrine und einige Tropfen Blut Dickinsons, der sich an den scharfen Glaskanten den Arm blutig geschnitten hat, fielen in den Mund des Schrumpfkopfes, der so wiederbelebt wird – und somit nimmt das Unheil seinen Lauf…

Das ist nun der erste Tony Ballard Roman, der mir mehr durch Zufall in die Hände gekommen ist. Nachdem ich nun schon einige positive Kommentare über Tony Ballard gehört habe, hat es mich einfach mal gereizt, herauszufinden, ob Ballard wirklich so spannend ist, wie manche behaupten. Inzwischen habe ich schon viele Jerry Cotton Romane und Romantic Thriller von A.F. Morland gelesen, sowie die Geister-Schocker-Sonderbände der Romantruhe und von daher kann es ja nicht schaden, einmal bei Tony Ballard herein zu lesen, zumal dieser Roman sowieso schon seit ein paar Wochen auf meinem Lesestapel lag.
„Frisches Blut für den Vampir“ stellte für mich eine positive Abwechslung zu den durchschnittlichen Gruselromanen dar, die ich sonst so zurzeit lese (eigentlich nur John Sinclair). Dieser Roman hat eine – wie ich finde – flotte Handlung mit spannenden Szenen.
Was mir allerdings nicht so zusagte, ist die Beschreibung von Tony Ballard. Es mag sein, dass es in den 70ern Pflicht war, Helden so aussehen zu lassen, aber blaue Augen, blondes Haar, markantes Gesicht und sportgestählter Körper wirkten auf mich doch ziemlich klischeehaft.
Was mir nicht so ganz klar war und, wenn ich’s nicht vergessen oder überlesen habe, auch nicht erklärt wurde: wie kamen Cliff Dickinson und Bob Kelly eigentlich darauf, dass in dem Internat so viel Geld liegt? Ansonsten hätten sie ja in jedem x-beliebigen Internat einbrechen können.
Positiv fiel mir an den Romanen auf, dass sie auch einen inneren Zusammenhalt haben; auch wenn ich ihn nicht gelesen habe, las ich im Tony Ballard Special 1 in Zaubermonds Mystery-Press, dass der Ring, den Tony in „Frisches Blut für den Vampir“ abholt, im ersten TB-Roman zum Juwelier bringt…
Das Problem, wie man den Einbrechern den Einbruch hätte nachweisen können, hätte man übrigens auch recht einfach lösen können, denn das Blut an den Glassplittern der Vitrine hätte man mit dem von Bob Kelly vergleichen können und somit bestünde zumindest eine 50 %-Chance, einen der Täter zu überführen. Bei einigen Sätzen im Roman musste ich schon grinsen, etwa: „Hier würde ich mich nicht mal wohl fühlen, wenn ich tot wäre“ – also, wenn ich tot wäre hätte ich vermutlich andere Sorgen. ;-)
Fazit: Da ich nicht weiß, wie die zukünftigen Abenteuer mit Tony Ballard aussehen werde, kann ich in dem Sinne nicht beurteilen, ob dieser Roman im Vergleich zur restlichen Serie gut oder schlecht war – aber so als einzelnen Gruselroman betrachtet hat mir mein erster Tony Ballard-Roman gut gefallen. Macht Lust auf mehr.

© Martin Palm

 

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