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Don Harris Romanrezension Band 1

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Copolymer | Ripper | Koopa | Olsen

Jason Dark
Don Harris Psycho Cop Band 1
Das dritte Auge


Grusel-Thriller, Taschenbuch
Blanvalet (Random House), München, Oktober 2006
224 Seiten / 4,95 €
ISBN: 9783442365777

Elain of Glastonbury, Mutter von Don Harris, stirbt während seiner Geburt. Sie gleitet in eine für sie neue Dimension.
Fünfzehn Jahre später befindet sich Don auf dem Weg von London nach Gordonstown. Er ist Schüler im dortigen Eliteinternat. Zum ersten Mal wird Don Harris mit seinen besonderen Fähigkeiten konfrontiert, rettet Lucy Taylor vor dem Ertrinken und sieht die Boxschläge seines Freundes Terry Sheridan voraus. Ist dies ein Zufall? Nein. Don hat nur eine Antwort auf das für ihn Unfassbare: Präkognition!
Zeitenwechsel: Mittlerweile ist der Romanheld 30 Jahre alt und arbeitet nach erfolgreichem Studium als Field Agent bei der ESI, dem europäischen Geheimdienst. Mit Hilfe seiner hellseherischen Fähigkeiten gibt er der MPS Hinweise zur Aufklärung des Mordes an Nancy Goldman. Gleich zweimal sieht Don Harris das „dritte“ Auge; bei seinem toten Vater und bei James Fox. In der Kanzlei des ermordeten Anwalts Archie Ramsey findet der Field Agent Hinweise auf die Beantwortung seiner Fragen. Was kommt auf Don Harris zu?
Mit Don Harris Psycho-Cop bringt der Autor Jason Dark einen neuen Romanhelden auf den Buchmarkt.
Wie in der John Sinclair-Reihe beginnt die Story in England. Schon bei der Wahl des Namens der Mutter von Don bezieht sich der Autor auf ein kleines Städtchen im Südwesten, welches so viele Mythen und Legenden, spirituelle Aktivitäten, Zentren und Kraftplätze besitzt wie kein anderer Ort Englands.
Mit geschicktem Zeitsprung vermittelt Jason Dark dem Leser kurz und prägnant die Entwicklung des Romanhelden zum ausgebildeten ESI-Field Agent. Von Anfang an baut der Autor Elemente von Mystischem mit einem Schuss Esoterik in die Story ein. Nicht nur „Elektra“, auch der „Club der Höllensöhne“ finden die Aufmerksamkeit des Lesers. Auf der Basis fundierter Kenntnisse in diesen Bereichen entwickelt Jason Dark einen interessanten Spannungsbogen. Dieser lässt auf die Weiterentwicklung der Story um den Psycho-Cop in den Folgebänden hoffen. Sicherlich wird sich der Gruseleffekt noch bemerkbar machen.

“Don Harris Psycho-Cop“ – ein neuer Jason Dark? Ich werde es weiter verfolgen.
Der neue Zyklus hat mich von Beginn an fasziniert und kann ihn nur empfehlen.

© Copolymer

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Jason Dark
Don Harris Psycho Cop Band 1
Das dritte Auge


Grusel-Thriller, Taschenbuch
Blanvalet (Random House), München, Oktober 2006
224 Seiten / 4,95 €
ISBN: 9783442365777

Don Harris ist Field-Agent der ESI, der European Special Intelligence. Er besitzt die seltene Gabe der Präkognition, der Hellseherei, auch wenn er diese Fähigkeit nicht gezielt einsetzen kann.
Ein neuer Fall wartet auf den jungen Mann, als er erfährt, dass eine Freundin von ihm ermordet wurde. Der Mörder von Nancy Goldman hat Dons Telefonnummer mit Blut an die Wand geschmiert. Dank seiner Gabe kann Don den Tathergang rekonstruieren. Doch bevor er der Spur folgen kann stirbt sein Vater unerwartet an einem Herzanfall. Als er seinen toten Vater noch einmal besucht, sieht er auf der Stirn des Toten ein drittes Auge. Bei der Beisetzung in Glastonbury macht Don Harris die Bekanntschaft der geheimnisvollen Elektra, die ihm mysteriöse Andeutungen über seine Zukunft macht.
Wieder zurück in London gelingt es Don erneut die Spur des Killers aufzunehmen. In einer alten Kapelle kommt es zum Duell, in dessen Verlauf der Mörder dem Wahnsinn verfällt. Kurz zuvor bemerkt Don auf der Stirn des Killers ebenfalls ein drittes Auge und kann fühlen, dass er auch eines besitzt. Außerdem stammelt der Mörder immer wieder etwas von einem „Verrat der Höllensöhne“. Don gerät ins Visier einer mörderischen Geheimorganisation ...

Jason Darks erster Band seiner neuen Grusel-Thriller-Serie ist ein kurzweiliger, mysteriöser und sehr spannender Okkult-Krimi, der im Gegensatz zu der John-Sinclair-Serie, gänzlich auf Dämonen und Untote verzichtet und sich die Popularität von Filmen wie „The Da Vinci-Code“ oder Serien a la „Akte X“ oder „Millenium“ zu Nutze macht.
Die Handlung ist sehr mysteriös, was Begriffe wie „Präkognition“, „PSI-Begabung“ und „Psychonauten“ verdeutlichen. Schauplatz des Geschehens ist neben dem altehrwürdigen London in erster Linie Glastonbury, das englische Jerusalem, wo unter anderem auch ein altes Tor steht, welches der Sage nach zu Avalon führt, jener Insel auf dem König Artus seine letzte Ruhestätte fand.
Die Fakten des Romans wurden sehr gut recherchiert und auch die Verwendung technischer Hilfsmittel und Computer wurden korrekt eingesetzt. Als Agent eines Geheimdienstes stehen Don Harris einige technische Spielereien zur Verfügung, die aber nicht den Rahmen der Glaubhaftigkeit sprengen, wie so mancher James-Bond-Film. Der Roman wurde auch nicht mit Action übersättigt und lebt von einer subtilen Spannung, die vor allem durch viele Fragen aufgeworfen werden, die sich Don im Laufe der Ermittlungen stellen und welche zu einem ersten großen Schnitt in der Handlung führen, nämlich dem Ende des Buches.
Die Dialoge der agierenden Charaktere sind flüssig zu lesen und wirken durchaus realistisch. Ein Umstand der bei den John-Sinclair-Romanen nicht immer Fall ist.
Darüber hinaus gelingt es dem Autor den Spannungsbogen kontinuierlich aufrecht zu erhalten bzw. zum Ende hin rasant ansteigen zu lassen. Je mehr Informationen Don erhält, desto mehr Fragen stellen sich ihm. Dons besondere Gabe scheint im Laufe der Handlung ein wenig in den Hintergrund zu treten. So äußert sich das Duell der beiden PSI-Begabten im Prinzip als einfache Schießerei, während Don als Jugendlicher jeden Schlag seines boxbegeisterten Freundes vorausahnen konnte. Das hätte dem Kampf der beiden Konkurrenten in der Kapelle etwas mehr Dramatik verleihen können.
Jason Dark hat sich beim Schreiben dieses Romans des öfteren bei seiner Serie „John Sinclair“ bedient und lässt den Protagonisten ebenfalls in London ermitteln. Glastonbury ist zudem ein Ort, der auch in der Sinclair-Serie des öfteren eine wichtige Rolle spielt und die „Psychonauten“, die in der Kurzbeschreibung des Buches erwähnt werden (allerdings nicht im Roman selber) stammen gleichfalls aus dem Lebenswerk des Schriftstellers.
Die Aufmachung des Buches mit dem erhabenen Schriftzug wirkt sehr edel und auch das Titelbild ist ansprechend und hervorragend gezeichnet worden, ohne aufdringlich zu wirken.
Das dämonische Augenpaar im Hintergrund mit dem dritten Auge auf der Stirn verleiht dem Cover etwas Mysteriöses.

Fazit: Gelungener Einstieg in die neue Grusel-Serie von Jason Dark, der Lust auf mehr macht und den zweiten Teil mit Ungeduld erwarten lässt.

© Ripper

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Jason Dark
Don Harris Psycho Cop Band 1
Das dritte Auge


Grusel-Thriller, Taschenbuch
Blanvalet (Random House), München, Oktober 2006
224 Seiten / 4,95 €
ISBN: 9783442365777

Don Harris hat seit seinem 15. Lebensjahr hellseherische Fähigkeiten und ist inzwischen Agent des Geheimdienstes ESI – European Special Intelligence – geworden. Der Tod einer Freundin bringt ihn auf die Spur eines Killers und der wiederum auf eine Geheimorganisation...

...und dann endet das Buch, ohne das nennenswerte Dinge aufgeklärt wurden. Aber der Reihe nach.

Eigentlich hatte ich nicht vor, mir den 1. Band der Don Harris Serie zu kaufen, allerdings hatte mich dann das einhellige Lob in den Rezensionen im Geisterspiegel und der recht günstige Preis doch umgestimmt.

Das Buch an sich wirkt im Gegensatz zu den aktuellen John Sinclair Romanen sehr hübsch und edel. Der hervorgehobene Schriftzug „Don Harris Psycho-Cop“ und das Cover gefallen mir sehr gut – völlig anders als die zum Teil wirklich hässlichen Covers der JS-Hefte. Und dann ist auch noch Peter Thannisch Lektor, der für mich als Redakteur speziell durch seinen Einsatz für die Cotton-Serie zu einer Versinnbildlichung für actionreiche Romane im Allgemeinen und hoch spannende Agenten-Thriller im Besonderen wurde. Auch die Schrift ist sehr angenehm, aber das ist auch das einzig angenehme am Roman.

Zuerst einmal eine scharfe Kritik an die Leute von BLANVALET. Ich weiß nicht, welche Person die Vorschau im Roman auf Seite 2 getextet hat, aber sie hat auf keinen Fall nachgedacht, denn wer diese kurze Inhaltsangabe gelesen hat, braucht praktisch nicht mehr den Roman zu lesen, da quasi alle wesentlichen Punkte des Romans erfasst werden. Gut, das Drumherum mit dem Vater usw. wird da nicht erwähnt, aber so spannend war das nun auch wieder nicht.

Thematisch hat mich der Roman schon gereizt, da ich nun mal ein großer Fan von Geheimdienstromanen und Agenten-Thrillern bin – aber den Ausdruck „Thriller“ im Zusammenhang mit diesem Buch zu nennen (Thriller stehen bei mir für Spannung), ist einfach nur dreist (s. u.).

Helmut Rellergerd hatte mit „Don Harris“ nun einmal die Chance, Altes abzustreifen, die Last der John Sinclair-Serie hinter sich zu lassen. Stattdessen kehrt er voll zurück zu alten Mustern und bewegt sich auf dem nicht allzu hohen John Sinclair Heftromanniveau – wie eh und je. Nichts hat sich geändert. Nur der Verlag.

Das fängt schon beim Handlungsort an. Wieso spielt der Roman ausgerechnet in London? Europa ist zwar nicht langweilig, aber für Geheimdienstromane eine eher unergiebige Quelle. Amerika, USA – das hätte sich viel besser geeignet. Zumal: In den USA gibt es grundsätzlich sowieso eine nahezu unerschöpfliche Quelle an Action. Heiliger Krieg – Kampf gegen den Terror – so was ist aktuell. Aber doch nicht dieser Hokuspokus, den es schon zigfach bei John Sinclair gab!! Na ja, aber in Amerika hätte er sich ja erstmal in ’ne völlig neue Stadt einarbeiten müssen, also, wo’s doch so bequem ist, bleiben wir in London und lassen die Kirche im Dorf.

Die meisten Dialoge machen zwar Sinn und sind nicht allzu ausgewalzt, aber das war’s dann auch schon. Dieser Roman ist ein Sammelsurium an Lückenfüllern und Füllszenen, und wenn man dem Roman die Füller gestrichen hätte, wäre daraus problemlos ein typischer John Sinclair Heftroman in angenehmer Schrift geworden. Der Stil Jason Darks hat sich auch nur unwesentlich gebessert. Zwar sind die Beschreibungen im Roman kürzer, aber Sätze wie „Die Glock rotzte einige Kugeln heraus“ (oder so in der Art – den genauen Wortlaut habe ich nicht mehr im Kopf, aber ich weiß auf jeden Fall, dass da der Ausdruck „herausrotzen“ vorkam) sind doch wirklich haarsträubend! Pistolen rotzen nicht. Rotzen tut man mit der Nase, aber nicht mit ’ner Knarre. Und auch von dem leidigen Füllwort „auch“ kann JD einfach nicht lassen, genauso wenig von der ewigen Bezeichnung „die andere Seite“. Mein Gott, sind wir hier jetzt im Thriller-Taschenbuch oder im Sinclair-Heftroman? Die andere Seite – ich denke, hier geht’s um einen Geheimorden, der Macht über die Wirtschaft und Politik haben will – und nicht über die Hölle oder so. Das nervt!

Außerdem ist dieser Roman total Klischee beladen. Das fängt damit an, dass Don Harris natürlich der beste bei seinem Ausbilder Mr Sterling war und natürlich einen wunderbaren Kontakt zu dem hat, und endet damit, dass natürlich sein ehemaliger Internatszimmergenosse Terry UND er eine supersteile Karriere bei der Polizei hingelegt haben. Natürlich dürfen auch Klischeesprüche wie „der Barbesitzer [das erste Treffen zwischen Mr Sterling und Harris fand in einem Lokal statt] konnte sich voll und ganz auf seine Bedienungen verlassen“ (oder so in der Art) oder „das hätte doch jeder [...] getan“ – „nein, so sehe ich das nicht“ – „doch!“ (nach der Rettung dieser Mitschülerin) nicht fehlen.

Die Beerdigung seines Vaters – gut, da findet er das dritte Auge, aber man hätte das ganze arg verkürzen können. Das Gespräch mit Mr Sterling – ergebnislos. Die Szene in dieser Kapelle mit dem toten Vater – Zeilenschinderei. Auch den Tod seiner Mutter hätte man auf wenige Zeilen kürzen können.

Die einzige Szene bei der ich wirklich schmunzeln musste, die mir wirklich gut gefallen hat, war auf Seite 95: „Der Bestatter war noch im Geschäft und er meldete sich mit einer Stimme, die sich so traurig anhörte, als laste auf seinen Schultern alles Leid der Welt. – Don machte dem seichten Spuk ein Ende. ‚Ich bin kein neuer Kunde, Mr Sloane. Hier spricht Don Harris und ich...’“.

Bis zu einem bestimmten Grad ist es okay, wenn jede neue Erkenntnis zig neue Frage aufwirft – aber man muss diese auch mal klären! Jason Dark wirft in diesem Roman zwar eine Menge Fragen auf, gibt aber keine Antworten.
Hier merkt man ihm wieder überdeutlich den Serienschreiber an: Bloß nichts auflösen, so viel wie möglich auswalzen und ja alles schön auseinander nehmen.

Zumal: Im Vorschautext im Buch heißt es „Der Club der Höllensöhne, eine Geheimorganisation, deren Ziel unbegrenzte wirtschaftliche und politische Macht ist“ – nur ist davon nirgendwo im Roman die Rede.
Auch die eine Szene mit dem Club der Höllensöhne wirkt einfach nur gequält. JD wollte da eine schön schaurige Atmosphäre bringen, allerdings ist das voll in die Hose gegangen. Nebenbei gesagt: Wie soll man einen GEHEIMORDEN, wie JD den Club der Höllensöhne so hochtrabend bezeichnet, bitte ernst nehmen, wenn die Leute selbst nicht mal wissen, wer sie sind oder vielmehr sich alle nur maskiert treffen? Auch wurden einige wichtige Fragen nicht geklärt. Wie sind die Leute zueinander gekommen? Wieso heißen sie ausgerechnet „Club der Höllensöhne“ und nicht „Club der Hundesöhne“ o. ä.? Wieso grade Höllensöhne? Seit wann gibt es diesen Club? Wieso Hölle, wenn sie doch politische und wirtschaftliche Macht wollen und nicht die Macht in der Hölle? Wie wollen die letzteres überhaupt erlangen, wenn sie nicht mal selbst wissen, wer sie sind? Wieso wurde gerade Nancy Goldman ermordet? Hat Don Harris Vorgesetzte? Wenn ja: Wer? Wenn ja: Warum werden die im Roman nicht erwähnt? Darf Don einfach so agieren, ohne Zustimmung von Vorgesetzten? Muss ja ’n toller Laden sein, dieser ESI-Geheimdienst.

Genauso investiert JD keine Zeile in die Erklärung: Wie ist denn der Don eigentlich zur ESI gekommen? Darüber schweigt sich JD, bis auf einen Satz auf Seite 38 weitgehend aus („Direkt nach dem Studium hatte er diesen Job angenommen“).

Apropos ESI: Was ist das eigentlich für ’n Geheimdienst? Weder über Google noch Wikipedia konnte ich da brauchbare Infos finden. Gibt es den überhaupt? Wenn ja: Wie arbeitet der Geheimdienst? Darüber wird nichts ausgesagt. Zumal: Es gibt so viele britische In- und Auslands-Geheimdienste. Muss es da unbedingt so etwas Merkwürdiges sein?

Der Auftritt vom Club der Höllensöhne dauert auch viel zu lange. Erst auf sage und schreibe Seite 162 (!) bequemt sich der Autor dazu, diesen Club mal auftauchen zu lassen.

Als der Roman dann zum Schluss hin ganz leise in Fahrt kommt, ist der Roman auf einmal zu Ende.
JD schafft es einfach nicht, diesen Roman sinnvoll zu beenden – stattdessen bricht er grundlos mitten im Roman ab, das Ende ist offen. Es gibt wirklich nur wenige Autoren, die ein offenes Ende glaubhaft rüberbringen – Jason Dark gehört auf keinen Fall dazu.
Ein richtiger Buch-Autor schreibt ein Buch mit mindestens dreihundert Seiten und nicht solchen Murks, der mitten im Roman abbricht. Zumal es keine Veranlassung dazu gab. Wer sagt, dass der Roman nach nur 224 Seiten (!) zu Ende sein muss? Das kann sich der JD vielleicht bei John Sinclair erlauben, da sind sowieso die Romane nicht alle das Gelbe vom Ei, aber im Business der richtigen Thriller ist er wirklich fehl am Platz – das hat er mir hiermit deutlich vor Augen geführt.
Er mag vielleicht das Talent haben, auf 120 Manuskriptseiten eine spannende Geschichte zustande zu bringen, aber fürs Thriller Genre taugt er nichts. Zumal er wieder bei diesem Übersinnlichen Kram hängen bleibt, er bewegt sich einfach nicht auf neue Ufer hin.

Eins hat JD wohl nicht so richtig in seinem Plan bedacht. Bei „John Sinclair“ konkurriert JD mit anderen Heftromanserien, die mitunter nicht so spannend sind. Aber als richtiger Buch-Autor, und das vor allem im Thriller-Genre, konkurriert er mit richtigen Thriller-Autoren. Autoren, die auf jeder Seite eine neue Wendung ins Spiel bringen, die einem schier den Atem rauben.
Damit man mich nicht falsch versteht: Für jemanden, der bisher nur oder fast nur Sinclair gelesen hat, dürfte dieser Roman eine Freude sein. Aber für einen, der – so wie ich – von Krimis und Thrillern her anderes, qualitativ besseres gewohnt ist, ist dieser Roman vielleicht bestenfalls ein netter Zeitvertreib. Mehr aber auch nicht.

Mag ja so sein, dass es für JD eine Höchstleistung ist, dass in seinen Romanen mal neue technische Entwicklungen vorkommen, das ist allerdings Standard. Vor allem bei Geheimdienstthrillern. Da wird in anderen Romanen noch viel mehr gemacht und trotzdem ist das glaubhaft. Als John Sinclair Roman würde er mit Sicherheit zu den Top-Romanen der heutigen Zeit zählen und von mir gut bewertet werden. Als Thriller-Buch allerdings der schlechteste Thriller, den ich in diesem Jahren gelesen habe. Keine Überraschungen, keine Wendungen, vorhersehbar und spannungsarm, problemlos austauschbare Handlungsorte.
Ein lieblos herunter geschriebener Gruselroman, den man bequem auf Bahnfahrten oder ähnlichem zum Zeitvertreib lesen kann – wie halt ein John Sinclair Heftroman. Nichts, was einen nachts nicht schlafen lässt.

Zumal, noch mal zum Thema Grusel-Thriller, heißt es laut Wikipedia: „Im Unterschied zum Horror hat der Widersacher des Thrillers nichts Übernatürliches (unterliegt den Naturgesetzen.“
Damit beginnt die erste Unlogik somit gleich auf dem Cover. Da steht zwar „Grusel-Thriller“, aber so gesehen beißen sich die Begriffe „Gruselroman“ und „Thriller“.

Abschließend stelle ich mir die Frage, was Jason Dark von seiner schriftstellerischen Laufbahn noch erwartet. Mit diesem Roman beweist er einmal mehr, dass er zwar ein durchschnittlich guter Heftromanautor sein kann. Mehr aber auch nicht. Aufs Niveau einer Serie wie z. B. JERRY COTTON wird er nie kommen. Mit diesem Roman hat er wohl versucht, an den Erfolg von Romanen über Geheimorganisationen anzuschließen – vermutlich durch den Erfolg von Romanen wie Sakrileg oder so – allerdings ist das gründlich schief gegangen.
Jason Dark trifft einfach nicht den Ton der Geheimdienstromane, es fehlt die Atmosphäre der Agententhriller.

Schuster, bleib bei deinen Leisten!

© Koopa

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Jason Dark
Don Harris Psycho Cop Band 1
Das dritte Auge


Grusel-Thriller, Taschenbuch
Blanvalet (Random House), München, Oktober 2006
224 Seiten / 4,95 €
ISBN: 9783442365777

Vor langen Jahren habe ich der Serie „John Sinclair“ den Rücken gekehrt. Der fehlende innere Zusammenhalt der Geschichten, die widersprüchliche Entwicklung in der Serie und nicht zuletzt der Stil von Jason Dark haben mich zu diesem Schritt bewogen. In Abständen von mehreren Jahren versuchte ich immer wieder, mich wieder für den Helden meiner Jugend zu erwärmen - und scheiterte meist nach fünf oder sechs Heften.
Und dennoch ist es Jason Dark wieder einmal gelungen, mich für sein Werk zu interessieren. Drei Gründe haben mich bewogen, der neuen Serie „Don Harris - Psycho-Cop“ meine Aufmerksamkeit zu schenken: die ansprechende äußere Aufmachung mit dem Prägedruck auf dem Cover, der niedrige Preis und die überwiegend guten Rezensionen zum ersten Band „Das dritte Auge“.
Nach der Lektüre dieses Bandes muss ich aber sagen, dass es leider bei diesen drei Gründen geblieben ist. Denn weder stilistisch noch inhaltlich ist es dem Roman gelungen, mich zu Jubelstürmen hinzureißen. Im Gegenteil.
Da ist zunächst der Stil des Autors. Freilich kommen die Dialoge hier deutlich straffer und inhaltsreicher daher als bei „John Sinclair“. Natürlich bleiben wir von dem verschont, was in Foren oft „Jason-Dark-Hass-Sätze“ genannt wird wie z. B. „So muss man das sehen“. Auch benutzt der Autor im Roman nur ein einziges Mal meinen persönlichen Hassfavoriten, nämlich das Verb „wuchten“. Und selbstverständlich werden uns grobe Schnitzer erspart, wie „den Anker hissen“ oder „den schwarzen Peter an die Wand malen“.
Allerdings ist das auch das Mindeste, was ich von einem Buch erwarte. Doch selbst um die Mängel bereinigt, die mich an „John Sinclair“ so stören, bleibt Jason Darks Stil für meinen Geschmack zu behäbig und unsauber.

Als Don Harris auf der Stirn seines Vaters das titelgebende dritte Auge entdeckt, liest sich das so: „Das seltsame Auge lag perfekt auf oder sogar irgendwie in der Haut“ (Seite 88). Bei Beschreibungen dieser Art sträuben sich mir die Nackenhaare. An dieser Stelle sei erwähnt, dass Jason Dark zwar auf das Wort „wuchten“ weitestgehend verzichtet, allerdings von einem anderen seiner favorisierten Ausdrücke regen Gebrauch macht: perfekt!
Im Prolog des Romans werden wir Zeuge davon, wie Dons Mutter bei seiner Geburt stirbt. Auf Seite 9 weiß der aufmerksame Leser: „Aha! Die ist tot!“
Auf Seite 13 lesen wir: „Nur fragte sich Don immer wieder, was wohl seine Mutter dazu gesagt hätte. Leider konnte er sie nicht fragen, denn sie war bei seiner Geburt gestorben.“
Auf Seite 28 ruft uns Jason Dark den Sachverhalt vorsichtshalber erneut ins Gedächtnis: „Er war in London bei seinem Vater gewesen, und der hatte ihm ein Bild von seiner Mutter eingepackt, die leider bei seiner Geburt gestorben war.“
Auf der gleichen Seite heißt es: „Aus Erzählungen seines Alten Herrn wusste er, dass sie eine besondere Frau gewesen war, und er bedauerte es, sie nicht kennen gelernt zu haben. Nachholen ließ sich das leider nicht.“
Für alle, die es immer noch nicht begriffen haben, ist auf Seite 33 folgender Satz zu lesen: „Je länger Don das Bild betrachtete, umso stärker wünschte er sich, mit seiner Mutter sprechen zu können. Leider war das nicht möglich.“

Solche Sätze sind nicht nur überflüssig, sie sind auch extrem ärgerlich, weil sie den Eindruck vermitteln, dass der Erzähler gedankenlos vor sich hinfaselt und glaubt, dem Leser einfachste Sachverhalte dutzendfach erklären zu müssen.
Ein weiteres Ärgernis ist beispielsweise der unnötige Gebrauch von Adjektiven. Meines Erachtens ist ein Adjektiv immer dann unnötig, wenn es nichts Neues oder Ungewöhnliches zu erzählen weiß.

Der Leser begleitet Don Harris zum Tatort eines Mordes und wird Zeuge davon, wie er dort ein Telegramm erhält, das ihn davon in Kenntnis setzt, dass sein Vater auf dem Tennisplatz an einem Herzschlag gestorben sei. Darüber, für wie glaubwürdig ich es halte, dass dieses Telegramm Don an einem Tatort erreicht, oder darüber, wie wenig subtil die Informationen über die Todesursache und den Sterbeort an den Leser gebracht werden, möchte ich mich gar nicht auslassen. Aber wieder einmal weiß der Leser: „Aha! Der Vater ist auch tot!“
Dennoch benutzt Jason Dark auf den folgenden sechs Seiten den Ausdruck „sein toter Vater“ etwa zehn Mal! Und als ich auf Seite 84 lesen musste „Er hätte so gern mit seinem Vater gesprochen, hatte ihm noch so vieles zu sagen, aber das war nicht mehr möglich. Sir Edward Harris lag in seinem Sarg.“ hätte ich am liebsten schreiend die Flucht ergriffen.
Leider konnte mich aber nicht nur der Stil nicht überzeugen, auch die Geschichte selbst blieb hinter meinen Erwartungen zurück. Natürlich handelt es sich bei dem Roman um den ersten Teil einer Serie, dementsprechend offen ist auch das Ende. Folglich weiß ich nicht, ob die Fragen, die sich bei der Lektüre aufdrängen, in den Folgebänden beantwortet werden. Fragen wie „Wer hat das Telegramm über den Tod von Dons Vater geschickt?“, „Warum versucht der Club der Höllensöhne Don Harris zu ermorden, wenn der ohne diesen Versuch von dem Club gar nichts erfahren hätte?“. Und da ich das nicht weiß, will ich diese offenen Fragen gar nicht anprangern.
Aber schon alleine der Ablauf der Geschichte ist mir zu geradlinig. Es geschieht ein Mord, keiner weiß warum, die Polizei ermittelt mächtig erfolglos vor sich hin (wobei nicht einmal beschrieben wird, welcher Art diese Ermittlungen sind), Don Harris hat günstigerweise eine Vision, die ihm alles Nötige verrät, der mordsgefährliche (und dafür viel zu schnell ausgeschaltete) Killer ist plötzlich identifiziert, wird noch ein bisschen verfolgt und schließlich erlegt. Selbstverständlich gibt er noch ein paar Hinweise auf die Höllensöhne. Das flutscht alles viel zu reibungslos und dadurch unglaubwürdig vor sich hin. Hier ist mir einfach zu wenig glaubhafte Polizeiarbeit und zu viel Deus ex Machina.

Fazit: Der Roman ist sicherlich besser als die übliche John-Sinclair-Kost. Allerdings ist mir der Qualitätsgewinn nicht deutlich genug, sodass der Versuch, den Leser mit dem offenen Ende auch für die Folgebände zu binden, wenigstens bei mir misslungen ist.

© Olsen

 

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