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Jerry Cotton Rezension Band 2715

Es gab kein Entkommen
Jerry Cotton Band 2715

von Jerry Cotton
Bastei-Verlag (Verlagsgruppe Lübbe)
64 Seiten/1,60 €

Eine junge Frau wird ermordet und steif gefroren aus einem Müllcontainer gezogen. Da sie aus Großbritannien stammte, wird das FBI hinzugezogen und unsere Helden Jerry Cotton und Phil Decker machen sich auf den Weg die Hintergründe aufzuklären. Aber das ist leichter gesagt als getan, denn die junge Frau hatte sich illegal in den Staaten aufgehalten und auch scheint sie ihr Heimatland nie betreten zu haben.
Über Umwege kommen die beiden FBI-Agenten auf die Spur einer christlichen Sekte. Von Kindesmissbrauch und Aussteigern kommen Jerry und Phil dem Mordmotiv extrem nahe. Es ist das älteste Motiv der Welt: unerwiderte Liebe.

Ein Roman mit meiner Lieblingspathologin: Dr. Emily Gassettes. Ich liebe diese Frau, die ist nicht auf den Mund gefallen und ist immer für ein paar Sprüche gut. So auch in diesem Roman.
In diesem Roman tauchen sowieso so einige skurrile Gestalten auf, darunter auch Jesse Teskowitz, ein Bestatter, den ich zu gern mal in Diskussion mit Gassettes erleben würde.

Die Tote, so stellt sich heraus, hatte wohl als Freie gearbeitet und hatte sich von Männern bezahlen lassen. Diese Männer machen Jerry und Phil nun ausfindig und gehen dabei nicht gerade zimperlich mit den Freiern um. Bei dem einen muss ich sagen, dass sie doch recht ruppig vorgegangen sind. Ein Anwalt könnte den beiden hier große Probleme bereiten. Aber auch der zweite Verdächtige stellt sich später als unschuldig heraus, ist aber für eine nette Nebenstory gut, die einfach herrlich zu lesen ist. Genauso wie die Szene wo unsere Helden mit dem Jaguar in der Bronx sind.

Sehr schön geschildert sind auch die Probleme, die die Behörden im Bezug auf diese Sekte haben. Hier hat der Autor wunderbar beschrieben, dass die Polizei gern möchte, aber nicht wirklich so kann, wie sie möchte. Auf den Täter kommen unsere Helden dann eher zufällig, aber auch das ist in der Realität oft so.

Alles in allem ist »Es gab kein Entkommen« ein sehr flüssiger, guter Roman mit so einigen Szenen, die dem Insider aber auch dem Neuling ein Lachen entlockt. Gut recherchiert im Bezug auf die Sekte. Ein Roman, der zeigt, dass man auch ohne große Aktion auskommen kann.

© Cornelia Sibilitz

 

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