Sie sind hier: Startseite - Background - Rezensionen - Jerry Cotton Rezensionen - Band 2714


Jerry Cotton Rezension Band 2714

Mein Mord, dein Mord
Jerry Cotton Band 2714

von Jerry Cotton
Bastei-Verlag (Verlagsgruppe Lübbe)
64 Seiten/1,60 €

Achtung Spoiler! Nicht lesen, wenn der Roman noch ungelesen auf dem Tisch liegt!

Die Idee, die diesem Roman zugrunde liegt, ist klasse, die Umsetzung hingegen hätte besser sein können.

Um was geht es genau?
Jerry und Phil sind hinter einem Serienkiller her, der schon mehrere Pärchen ermordet hat. Zunächst den Mann, dann vergewaltigt er die Frau und tötet sie danach ebenfalls. Nun werden die beiden zu einem Fall gerufen, der große Ähnlichkeiten mit den anderen Morden zu tun hat und dennoch abweicht: Die Frau wurde vergewaltigt, aber nicht ermordet. Unsere Helden machen sich also auf den Weg den Killer zu suchen, von dem sie annehmen, dass er seine Methode geändert hat.
Tatsächlich aber ist der letzte Mord die Tat eines Trittbrettfahrers und der eigentliche Serienkiller macht sich auf der Suche nach demjenigen, der ihm den Mord in die Schuhe schieben will.

Wie gesagt, die Idee ist toll! Und man möge mich bitte nicht falsch verstehen, der Roman ist auch flott geschrieben, teilweise mit einer unfreiwilligen Komik. Zum Beispiel weil unsere beiden Helden eigentlich immer nur hinterherlaufen. Denn der eigentliche Serienkiller ist ihnen bei der Ermittlung nach dem Trittbrettfahrer immer einen Schritt voraus. Dass es sich bei ihm um den wirklich nervtötenden Journalisten handelt, bekommt der Leser recht schnell heraus, genauso wie dass der letzte Mord die Tat eines Nachahmungstäters ist.

Sehr schön wird hier eine falsche Fährte gelegt, wer denn der Mörder und Vergewaltiger sein könnte. Auch wenn es ein wenig zu klischeehaft ist und daher eigentlich eher unwahrscheinlich. Aber unsere Helden wie auch der eigentliche Killer laufen ihm erstmal hinterher. Die falsche Fährte ist übrigens für einen klasse Nebenstrang gut, der mich zu einem Stirnrunzeln aber auch zum Grinsen brachte. Typisch Mann, sag ich nur und verdammt blödes Weib.

Wie gesagt, unsere Helden laufen hinterher. Der eigentliche Serienkiller hat den Trittbrettfahrer zuerst ausgemacht und genau hier passiert dem Autor ein für mich unlogischer Fehler: Der Killer erpresst den Trittbrettfahrer!
Soviel ich weiß, sind Serienkiller nicht an Geld interessiert. Für sie ist ihr Mord eine Art Kunst. Das zeigt auch dieser Killer. Daher ist mir dieses Verhalten ein wenig befremdlich. Er würde ihn eher töten als erpressen. Was der Killer von seinem Nachahmer hält, zeigt ja auch sein letzter Satz.

Alles in allem ein guter, lesbarer Roman mit einer tollen Grundidee.

© Cornelia Sibilitz

 

© by 2009
nach oben Zurück Optimiert für 1024x768 Pixel
im IE & Mozilla Firefox