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Verräter sterben schnell
Jerry Cotton Band 2576 von Jerry Cotton
Es ist wirklich zum Haare raufen! Da redet man sich mit Müh und Not die aktuellen Cotton-Heftromane schön und findet auch tatsächlich wieder Gefallen daran – und dann so etwas. Ich dachte schon, dass einige der letzten von mir gelesenen Hefte (2575: „Geld und falsche Götzen“, 2579: „Easy Killer“ und 2589: „Tennessee Waltz“) zum Teil verbesserungswürdig waren – aber eigentlich waren sie gar nicht mal so schlecht, bedenkt man doch, dass es anscheinend noch immer Romane gibt, die ein wirklich so derart tiefes Niveau haben, dass man sie am liebsten umgehend entsorgen würde. Ein solcher Roman ist Band 2576. Erst einmal zum Stil des Autors: Zumindest die erste Hälfte des Romans – weiter habe ich nicht gelesen – wirkt mehr wie ein schlecht ausformuliertes Exposé. Der Autor ergeht sich in nutzlosen Details, die den Roman nicht wirklich weiterbringen; auf nahezu jeder Seite wirft er mit unnötigen Einzelheiten um sich. Gleichzeitig lässt er allerdings interessante Dinge aus. Ein Auftritt von Hank Hogan wird nur so nebenbei abgehandelt. Es wird ja immer wieder das gute Verhältnis zwischen Mr High und Jerry/ Phil gelobt. Anscheinend schert sich der gute alte Herr aber nicht sonderlich um seine G-men. So heißt es doch ganz eiskalt auf Seite 27: „Geben Sie mir auf Sally Acht wie auf Ihren Augapfel. Ich möchte mich nicht vor Edward G. Homer rechtfertigen müssen.“ Was ist aus dieser Serie nur geworden, fragt man sich da als geneigter Leser. Das hatte der Cotton-Erfinder wohl nicht im Sinn, als er Mr High als eine verständnisvolle Vaterfigur beschrieb, die sich stets für seine G-men einsetzt, immer und jederzeit. Dass Mr High häufig zum steifen Bürokrat geworden ist, ist ja nichts Neues mehr – aber dass es schon SO schlimm ist? Wer allerdings dachte (oder hoffte), dass wir nun den Höhepunkt der Geschmacklosigkeit erreicht hätten, wird bitter enttäuscht. Und dann kommt die letzte Seite – den störenden Mittelteil habe ich großzügiger Weise übersprungen. Wer nach 64 Seiten gehofft hat, dass der Spuk nun vorbei ist, sieht sich auch nun enttäuscht. Ich will zwar keine Illusionen zerstören, aber momentan sieht es so aus, als würde es ein Wiedersehen mit dem Serienkiller geben. Dass die beiden Stories, die nebenher erzählt werden, scheinbar (noch) nichts miteinander zu tun haben, lässt im Übrigen auch nicht gerade darauf schließen, dass hier jemand groß Mühe gemacht hat. Fazit: Alles in allem ein Roman, bei dem mir die Worte fehlen (aus dem Grund haben wohl manche Leute angefangen, Drogen zu nehmen) – und da wir ja ein seriöses Online-Magazin sind, verzichte ich an der Stelle darauf, meine Meinung durch Kraftausdrücke auszudrücken – nur so viel: Andere schlechte Romane haben wenigstens noch einen Trash-Faktor. Eins muss man dem Autor auf jeden Fall zugute halten: Sein Stil (und natürlich die ganze Story) ist so langweilig und ermüdend, dass ich beim Lesen eingeschlafen bin und ein entspannendes Nickerchen gehalten habe. © Koopa |