Skrupellos
Jerry Cotton Band 2574
von Jerry Cotton
64 Seiten/1,50 €
Bastei Verlag (Verlagsgruppe Lübbe)
Eine Mordserie an Obdachlosen erschüttert New York. Schließlich kommen die Special Agents Jerry Cotton und Phil Decker einmal mehr auf die Spur der Organ-Mafia...
In guter Erinnerung an Band 2558: „Der Henker trägt Weiß“, in dem es, soweit ich mich erinnere, ebenfalls um die Organ-Mafia ging, begann ich diesen Roman, der sich ebenfalls um dieses Thema drehte.
Allerdings kann man diese beiden Romane wirklich nicht miteinander vergleichen – denn die eine Story war actionreich und voll atemberaubender Spannung, diese hingegen war öde, fad und langweilig, ein lieblos herunter geschriebener Fastfood-Krimi ohne Spannung, Überraschungen, Wendungen oder gar menschlichem Tiefgang. Der Roman ist total überladen mit Personennamen, die das ganze zu einem unübersichtlichen Kuddelmuddel machen. Der Täter – tja, ’ne Überraschung war das nicht, denn erstens stand diese Person sowieso schon auf der Liste der potentiellen Täter und zweitens ist das ganze im Wust der vielen Personen untergegangen.
Interessant ist übrigens, dass der Autor alle Ereignisse nur aus Sicht von Jerry Cotton schildert – ohne jegliche Überblendungen zu anderen Geschehnissen. Dadurch wird die Handlung dermaßen eintönig und einseitig, dass es streckenweise wirklich unerträglich war. Die Geschehnisse werden dadurch zum Großteil nur passiv erzählt, d. h. es wird zwar berichtet, dass das und das passiert ist – aber es wird nicht geschildert, wie es passiert ist.
Es wirkt dann nur noch albern, dass auf Seite 48 erwähnt wird: „Wozu die Habgier einen Menschen treiben konnte, war für mich verstandesmäßig kaum zu fassen.“ Solche und ähnlich oberflächliche Standardphrasen nerven nicht nur, sondern sind einfach nur altbacken, Sprüche von gestern.
By the Way: Auf Seite 57 wird ein Opfer als früherer Angehöriger der Navy identifiziert. Wäre dafür, der Korrektheit halber, nicht der Naval Criminal Investigative Service (NCIS) zuständig?
Das einzig positive an diesem Roman war ein Auftritt von Doc Reiser. Diese Person ist – warum auch immer – in letzter Zeit leider arg in den Hintergrund getreten. Das und der Undercover-Auftritt Reisers haben den Roman noch halbwegs erträglich gemacht – das war dann allerdings auch der einzige Lichtblick.
Der Titel ist dieses Mal auch wieder ein Erlebnis für sich. „Skrupellos“ – einfach putzig. Einfache Lesekost für zwischendurch. Nichts, was einen fesselt.
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