Morde ohne Motiv
Jerry Cotton Band 2562
von Jerry Cotton
64 Seiten/1,50 €
Bastei Verlag (Verlagsgruppe Lübbe)
Ich gebe zu, dass ich bei dem Titel „Morde ohne Motiv“ zuerst befürchtet habe, dass es sich hierbei wieder um einen berühmt-berüchtigten Roman handelt, in dem ein Killer lustig vor sich hinmordet, ohne ein wirkliches Motiv zu haben und zum Schluss irgendeine Person, die wir bis dato noch nicht zu Gesicht bekommen haben, der Mörder ist – allerdings waren diese Befürchtungen völlig unberechtigt, denn dieser Roman war wirklich klasse.
Das fing schon beim Anfang an. Wie lange ist es her, dass Jerry sich mal an einen zurückliegenden Roman erinnerte? Ich dachte, ich seh’ nicht recht, als Jerry sich auf Seite 6 an die Entführung der Staten-Island-Fähre erinnert. Was mich doch wieder wundert: Wieso wurde keine Fußnote als Verweis auf Band 2550 gesetzt, so wie früher: „siehe Jerry Cotton Band 2550: „Zwölf Stunden Angst“. Was ist daran denn so schwer? Das hätte die ganze Sache noch wunderbar abgerundet.
Auch Edward G. Homer (unsere neue alte Figur) taucht in diesem Roman wieder mal auf und setzt Mr. High und Co mächtig unter Druck, den Mord an John J. Zeckendorf aufzuklären, Bruder eines Immobilientycoons (wieso heißt es in der Vorschau eigentlich „Immobilien-Tychon“? Da gibt’s meines Wissens nur eine Schreibweise) aufzuklären.
Besonders hat mich an diesem Roman der häufige Auftritt June Clarks gefreut, die in diesem Roman genau so zur Geltung kommt, wie ich es liebe! Der Humor des Autors ist herrlich, beispielsweise wenn June auf Seite 24 erwähnt „Soll ich dir was sagen? Ich steh’ total auf Fesselspiele. Du auch?“ (wobei man hierzu im Zusammenhang die vorhergehende Szene gelesen haben sollte). Genauso die Szenen, in denen sie sich für das Treffen mit Alfred Eisenpreis chic macht, und auch das Treffen selbst – herrlich! Das war wirklich ein wahrer Genuss.
Einzig und allein wunderte mich etwas auf Seite 54. Dort soll jemand Fingerabdrücke abgeben und will dafür bezahlt werden – und June Clark gibt ihm fünf Dollar. Wie kommt denn das? Seit wann werden die Leute dafür bezahlt, Fingerabdrücke abzugeben?
Der Roman war eine wirkliche Freude – hat Spaß gemacht. Mehr davon!
© Koopa
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